Entlang der neuen B 34 am Grenzacher Hörnle ist das neue Habitat der Eidechsen von Kantstraße und Bandweg. Foto: Rolf Rombach

Mit der Umsiedlung von Eidechsen von der Kantstraße an die B 34 am Hörnle ist es nicht getan. Über fünf Jahre müssen Biologen nun die Entwicklung der Population dokumentieren.

Gäbe es ein „Un-Tier“ des Jahres, die Eidechse hätte unter Bauherren in der Doppelgemeinde sicherlich gute Chancen auf den Titel. Wie kürzlich im Gemeinderat vorgestellt wurde, erfolgt für ein Bauvorhaben in der Kantstraße unweit des Schulzentrums eine Ausgleichsmaßnahme an der neuen Bundesstraße 34 am Grenzacher Hörnle.

 

Kritik aus Zuhörerbereich

„Das ist kein adäquater Tausch zur bisherigen Weise. Dort konnten die Tiere in den Wald und auf andere Wiesen“, kritisierte Stamm-Zuhörer Willi Halfter in der Bürgersprechstunde des Technischen Ausschusses am Dienstag. Er verwies auf Studien, die für kleinen Biodiversitätsinseln weniger Spezies nachweisen als größeren zusammenhängenden Arealen. Im Falle des Ersatzgebiets sei die Begrenzung durch die Bahnlinie und neue Bundesstraße eine Verschlechterung.

Juristisch einwandfrei

Bürgermeister Tobias Benz verwies zunächst auf die juristisch korrekte Vorgehensweise von Landratsamt und Regierungspräsidium beim genannten Verfahren. Biologen hätten Fachgutachten und Untersuchungen erstellt und durchgeführt. „Die Maßnahmen sind sauber ausgearbeitet und beschlossen worden.“

Nach einem schon fast persönlichen Angriff Halfters auf die jüngsten Ausführungen des Rathauschefs stellte Benz zudem klar: „Ich habe überhaupt nichts gegen Natur- und Artenschutz. Ich mag Eidechsen in meinem Garten, das sind schöne Tiere. Aber ich störe mich an Maßnahmen, die in keinem Verhältnis stehen. Die Schweiz schützt die Art, wir schützen jedes einzelne Individuum. Das ist zu diskutieren.“

Den Bürgern kaum vermittelbar

Nun müssten Biologen fünf Jahre lang jährlich Untersuchungen vornehmen, um die Entwicklung der Populationszahlen zu dokumentieren, kritisierte Benz. Dies sei ein Beispiel für Natur- und Artenschutz, mit dem man das Risiko eingehe, das Verständnis der Bürger für diese Maßnahmen zu verlieren.