Der Blitzer-Anhänger blockiert in der Waldtorstraße einen Parkplatz. Foto: Bodo Schnekenburger

Rottweil stöhnt unter Baustellen und Umleitungsverkehr. Jetzt sorgt ein Blitzeranhänger für neuen Unmut – und das mitten in einer Situation, die ohnehin schon angespannt ist.

Der Friedrichsplatz ist seit einer Woche gesperrt. Die neuen Hauptschlagadern für den umgeleiteten Verkehr sind für die kommenden zwei Jahre die Tannstraße, die Schramberger Straße und die Marxstraße. Auch im Gebiet Hinterprediger spüre man eine deutliche Zunahme des Verkehrs, wie Leser berichten. Dass es zu Stoßzeiten voller wird, damit hätten sich die meisten Anwohner noch arrangiert.

 

Für Ärger sorgt jedoch, wenn unangekündigt weitere Sperrungen hinzukommen, etwa am Kreisverkehr, oder wenn der Blitzeranhänger der Stadt sowie mehrere Baustellenfahrzeuge Parkplätze blockieren. Auch im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr sorgte das für Nachfragen.

Kreisel plötzlich gesperrt

Rasmus Reinhardt (CDU) berichtete, der Rottweiler Einzelhandel fühle sich durch die Sperrung des Friedrichsplatzes ohnehin in seiner Existenz bedroht. Dass nun zusätzlich innenstadtnahe Parkplätze auf dem Eisplatz und am Norma von Bagger und Co. der Baufirmen besetzt würden, sei nicht nachvollziehbar – zumal im großräumig abgesperrten Baustellenbereich genügend Platz vorhanden sei. „Das ist ein absolute Ausnahme“, entgegnete Rudolf Mager, Fachbereichtsleiter Bauen und Stadtentwicklung.

Zur Unzeit kam am Mittwoch zudem die Baustelle der ENRW am Kreisverkehr Kriegsdamm/Hinterprediger. Der Edeka in der Nägelesgrabenstraße sei nur noch von Westen erreichbar gewesen, so Reinhardt. Und wer das Wohngebiet Hinterprediger verlassen oder ansteuern wollte, konnte das zeitweise nur noch über die Burkardstraße tun. „Das ist jetzt vielleicht ein Gegurke“, kommentierte jedenfalls ein Anwohner am Telefon genervt die unvorhergesehene Sperrung. Mittlerweile ist sie wieder aufgehoben.

Blitzeranhänger sorgt für Ärger

Während sich die Lage am Nägelesgraben entspannt hat, ärgern sich nun Anwohner und Autofahrer im Waldtorort über den Blitzeranhäger der Stadt. Dieser blockiert einen der ohnehin raren Parkplätze im Bereich Schwarzes Tor – durch das übrigens seit der Sperrung des Friedrichsplatzes wieder abgekürzt wird. Warum der Anhänger ausgerechnet dort stehen muss? Das Rottweiler Ordnungsamt verweist auf den Umleitungsverkehr.

„In der Waldtorstraße gilt ein Tempolimit von 20 km/h, um die Sicherheit der zahlreichen Fußgänger – insbesondere am dortigen Überweg – zu gewährleisten. Angesichts der Sperrung des Friedrichsplatzes und den daraus resultierenden Umleitungsverkehren ist eine zeitweise Überwachung notwendig, um die Einhaltung der Geschwindigkeit im Sinne der Verkehrssicherheit sicherzustellen und schwächere Verkehrsteilnehmer zu schützen“, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus.

Eine Alternative zur Parkplatzbesetzung gebe es nicht. „Nach Prüfung der Gegebenheiten vor Ort – auch der Parksituation zum Aufstellzeitpunkt – sind gerichtsfeste Messungen nur an der aktuell ausgewählten Position möglich“, betont das Ordnungsamt. Der Anhänger müsse präzise zum Straßenverlauf ausgerichtet sein und dürfe nicht durch geparkte Fahrzeuge verdeckt werden.

Kuriose Vorfälle

In der Vergangenheit hatte es kuriose Aktionen gegeben, um Geschwindigkeitsmessungen zu verhindern. Mal wurde der Enforcement-Trailer mit Sperrmüll zugestellt, mal parkte ein Wohnanhänger so dicht davor, dass die Geräte nicht messen konnten. In den Sozialen Medien wurden diese Aktionen gefeiert.

In der Waldtorstraße dürfte das diesmal nicht der Fall sein. Für Ärger sorgt der Hänger dennoch. „Wir sind uns bewusst, dass dadurch ein Parkplatz entfällt, bitten jedoch um Verständnis, dass die Verkehrssicherheit in diesem sensiblen Bereich Vorrang hat.“