Das Aichhalder Loch leidet unter überörtlichem Verkehr. Jetzt war es allerdings wieder besonders schlimm. Staut es sich auf der B 462 bei Schramberg leiten die Navis sogar viel zu große Fahrzeuge über diese Strecke um. Dies sollte so nicht sein, meint unser Autor.
Die Bundesstraßen-Ampel zwischen Schramberg und Sulgen auf Höhe der H.A.U. ist seit dieser Woche wieder abgebaut. Sie hat aber wieder einmal besonders gezeigt, wie machtlos die Behörden vor Ort gegen die Verkehrslenkung der Internet-Giganten ist.
Schlangen von Autos mit gut der Hälfte ortsunkundiger Fahrer besetzt, quälten sich teils mit viel zu großen Gefährten und Anhängern über die enge Gemeindeverbindungsstraße zwischen Aichhalden und Schiltach. Und dies nur, um einige Minuten Vorsprung gegenüber dem deutlich bequemeren Weg auf der Bundesstraße herauszuholen.
Zugegeben, an einigen Tagen lohnte es sich durchaus, diese Umfahrung zu nehmen, bei 20 Minuten Wartezeit wäre es zwischen Sulgen und Schiltach da sogar noch schneller gewesen, über Rötenberg und Rötenbach hinab ins Tal zu gelangen, als im langen Stau an der Baustellenampel auf der B 462 geduldig aufs Weiterkommen zu warten.
Immer wenn es sich auf der B 462 staut „leiden“ die Kommunen Schiltach und Aichhalden beziehungsweise deren Bürger, die an den „Schleichwegen“ zwischen Höhe und Tal und umgekehrt wohnen. Und da der Weg über die Schiltacher Steige über das Zollhaus 400 Meter länger ist als über das „Loch“ verschiebt sich dorthin die Empfehlung der Navigationssoftware ziemlich aller Hersteller.
Die dritte Variante, der Eselbach, scheidet derzeit ja aus, da die vor allem von „Insidern“ aus Schramberg genutzte, weil nicht ganz so stark befahrene Strecke derzeit immer noch wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Und so „brettert“ der Verkehr eben gerne durch das Aichhalder Loch.
Auch wenn die Zahl der Fahrzeuge jetzt wieder abgenommen hat, die Fahrweise mancher ist noch immer von wenig Rücksicht geprägt. So und so kommt es auch immer wieder zu kleineren Blechschäden – der Grund dafür mag dahingestellt sein.
Geschwindigkeit und Fahrvermögen könnten da eine Rolle spielen, indes zu schnell kann an manchen gefährlichen Stellen gar nicht gefahren werden, wie auch Landratsamt und Polizei bei mehreren Verkehrsschauen schon festgestellt haben.
Das Patentrezept, um den Bewohnern der umliegenden Gemeinden die Straße weiter öffentlich zu erhalten und gleichzeitig den überregionalen und Umgehungsverkehr davon abzuhalten, die Strecke zu benutzen, das haben die Bürgermeister Michael Lehrer und Thomas Haas trotz mehrfacher Anläufe und Versuche bislang nicht gefunden. Und auch hinsichtlich der Frage nach Geschwindigkeitsbeschränkungen ist Lehrer mehrfach tätig geworden, wie Protokolle von Verkehrsschauen belegen.
Kontrollen erforderlich
Doch auch in dieser Frage muss daran gedacht werden, dass eine Verkehrsbeschilderung nur dann nutzt, wenn sie auch häufig kontrolliert wird – es bringt nichts, wenn es so geht, wie bei der Einbahnstraße die Steige abwärts – der Ehrliche wartet an der Ampel und ist der „Dumme“, der „Schlaue“ hält sich einfach nicht an die Regeln.
Kreative Möglichkeiten
Vielleicht gibt es aber von August bis Jahresende ja nochmals Gelegenheit „kreative Maßnahmen“ auf der besagten Strecke durchs Loch umzusetzen, um den dortigen Verkehr zu bremsen, die nicht auf den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung fußen und dann alle treffen. Ob dies dann aber auch die Anwohner toll finden, wenn sie selbst deutlich länger bräuchten, wird sich dann ja zeigen.
Und zum Abschluss noch eine spannende Überlegung zu „Anlieger frei“. Wer dies fordert, muss sich irgendwann fragen lassen, ob die Allgemeinheit dann noch für eine solche Straße aufkommen soll, damit Einzelne zu ihren Häusern kommen.