Es geht nicht anders: Die Arbeiten an der Deckenpfronner Straße machen eine Vollsperrung notwendig. Foto: Geisel

Seit die Bauarbeiten in der Deckenpfronner Straße in Gültlingen begonnen haben, gingen bei der Stadt etliche Beschwerden ein. Themen sind die Vollsperrung, die Umleitungsstrecke und der Busverkehr.

Wildberg-Gültlingen - Die vorhandene Querungshilfe entsprach aufgrund der zu kleinen Aufstellfläche nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen. Dies und der schlechte Belagszustand sowie schadhafte Schachtabdeckungen waren Anlass für den Straßenbaulastträger, das Land, vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe, den Straßenabschnitt grundhaft zu sanieren, einen lärmmindernden Belag zu verbauen und die Querungshilfe sowie die Bushaltestelle an heutige Standards anzupassen.

Für die Arbeiten ist eine Vollsperrung notwendig. Aufgrund der Arbeitssicherheitsvorschriften im Straßenbau müssen Sicherheitsstreifen zur Arbeitskolonne freigehalten werden. Dieser Sicherheitsstreifen ließe sich bei halbseitiger Ausführung nicht ohne Verbreiterung der derzeitigen Fahrbahn realisieren; deren Einrichtung würde mehr Zeit in Anspruch nehmen und zu einer wesentlichen Kostensteigerung führen. Dazu kämen die Kosten einer Ampelschaltung und ein ungünstiger und damit deutlich längerer Baustellenablauf, was sich wiederum bei der Ausführungsdauer und den Kosten niederschlagen würde. Kurz gesagt: Eine Ausführung unter halbseitiger Sperrung würde in etwa doppelt so lange dauern und die Kosten unverhältnismäßig in die Höhe treiben.

Schon lange aufgeschoben

Das Vorhaben wurde schon lange aufgeschoben, auch, um mit anderen Sperrungen im Umfeld möglichst nicht zu kollidieren. Einen weiteren Aufschub konnte das Regierungspräsidium nicht mehr verantworten, so dass man sich nun trotz weiterer Baumaßnahmen in der Umgebung für die Durchführung entschied. Vorab wurde geprüft, ob eine Umleitung in Einbahnstraßenregelung – in eine Richtung über Im Heinental, in die andere durch das Sportgelände – umsetzbar ist. Die verkehrstechnischen Anforderungen geben das aber nicht her.

Für Busse unbefahrbar

Selbst wenn einer der Sportplätze gesperrt würde, wäre das nicht möglich. Lösungen mit Ampeln und Zebrastreifen wurden geprüft, doch es bleibt dabei: Eine Durchfahrt am Sportgelände, wo viel Fußgängerverkehr herrscht und Bälle auf die Fahrbahn fliegen können, kann nicht sicher umgesetzt werden. Ein weiteres Ausschlusskriterium: Bei einer Testfahrt mit einem Bus zeigte sich, dass dieser aufsitzen würde, die Strecke also gar nicht befahren kann. Eine innerörtliche Umleitung ist daher nicht möglich.

Dass der Poller an der Durchfahrt zwischen beiden Sportplätzen entfernt wurde, heißt nicht, dass die Strecke für den Verkehr geöffnet ist. Es bleibt beim Durchfahrtsverbot. Der Poller wurde lediglich entfernt, damit Feuerwehr und Rettungskräfte im Notfall diese Abkürzung nutzen und schnell zum Einsatzort gelangen können.

Warten auf Ersatzfahrplan

Bisher gab es eine Übereinkunft, dass die Busse mit entsprechender Vorsicht die Baustelle passieren dürfen. Diese "Vorsicht" war jedoch nicht gegeben, Bauarbeiter wurden teilweise genötigt. Die Fahrdienstleiter zogen daher die Notbremse und untersagten die Durchfahrt. Lediglich eine Linie darf – vermutlich aber auch nicht mehr lange – dort noch fahren. Die unliebsame Konsequenz: Die Bushaltestelle Deckenpfronner Straße wird nicht mehr angefahren, Fahrgäste müssen die am Platz Im Höfle nutzen. Die Stadt steht im regen Austausch mit den Busunternehmen und hofft, dass bald ein Ersatzfahrplan aufgestellt wird.