Vor zwei Wochen kippte der Baukran um. Die Ermittlungen laufen noch immer. Foto: Carsten Knöller

Nach dem Kranunfall in Bad Wildbad gibt es viele Fragen. Das sagt die Polizei zum aktuellen Stand der Ermittlungen.

Vor rund zwei Wochen kippte in Bad Wildbad ein 40 Meter hoher Baukran um. Dass es dabei keine Verletzten gab, war großes Glück, denn die Spitze des Auslegers krachte auf das Führerhaus des Lastwagens, der mithilfe des Krans entladen werden sollte.

 

Seither ist die Polizei auf der Suche nach der Ursache. Die könnte allerdings noch eine Weile dauern. „Die Ursache ist weiterhin nicht abschließend geklärt und die Ermittlungen dauern an“, teilt Melanie Konrad von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Kran wurde regelmäßig geprüft

Der Baukran war ein Mietgerät und Baujahr 1992 und wurde regelmäßig überprüft. Das bestätigt Konrad: „Ja, die entsprechenden TÜV-Berichte liegen vor. Die letzte Prüfung fand 2025 statt.“

Die Frage, ob der Kranführer einen entsprechenden Kranführerschein hat und im Umgang mit dem Gerät erfahren war, beantwortet sie eher ausweichend: „Dies ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen. Aus diesem Grund können dazu keine Angaben gemacht werden.“ Ob es weitere Ermittlungen, etwa wegen Fahrlässigkeit oder anderem gibt, will sie weder bestätigen noch dementieren. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagt sie als Antwort auf diese Frage.

Standsicherheit hat bestanden

Geklärt ist wohl indes, ob der Unfall mit der Bodenbeschaffenheit zu tun hat und ob der Kran auf seine Standsicherheit hin überprüft wurde. „Es wurde davor bereits mehrmals mit dem Kran gearbeitet. Eine Standsicherheit hat somit bestanden“, teilt die Polizeisprecherin weiter mit.

Der Mast des Krans knickte um. Foto: Carsten Knöller

Unklar ist dagegen noch, welche Konsequenzen dem Kranbetreiber oder der Baufirma drohen, sollte sich eine technische Ursache oder Fahrlässigkeit herausstellen. „Diese Frage kann erst nach Abschluss der Ermittlungen oder sogar nach Vorliegen des Urteils der Staatsanwaltschaft beantwortet werden“, so Konrad. Wie lange die Untersuchungen noch dauern, ist laut Konrad unklar: „Einen genauen Zeitpunkt, wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, können wir Ihnen nicht nennen. Die Ermittlungen und Zeitläufe sind von verschiedenen Faktoren abhängig.“

Schwere Betonteile krachen auf die Straße

Der Baukran war am 1. April umgestürzt. Damit sollten an diesem Tag Bewehrungsstäbe für Stahlbeton von einem Lastwagen abgeladen werden. Am Kran lösten sich acht der laut Polizei etwa 2,5 Tonnen schweren Beton-Gegengewichte und fielen auf die Straße. Der Stahlturm knickte ab und kippte um – am Rohbau vorbei und ohne großen Schaden anzurichten.

Der Gittermastausleger knickte in die entgegengesetzte Richtung um, über das am Rohbau aufgebaute Gerüst hinweg. Die Spitze krachte dann auf das Führerhaus des Lastwagens, der abgeladen werden sollte. Verletzt wurde dabei niemand, da sich der Fahrer nicht im Lastwagen aufgehalten hatte.

Der Unfall ereignete sich nur einige hundert Meter vom Meisterntunnel entfernt und auf der wichtigen Verkehrsachse im Oberen Enztal in Richtung Enzklösterle. Die Straße war stundenlang gesperrt.