Der Lindenplatz in Schuttern wird derzeit von Baugerät belegt. Eine Umgestaltung ist im Gange. Das gefällt nicht jedem, wie bei der Ortschaftsratssitzung deutlich wurde.
Auf dem Lindenplatz ist noch bis voraussichtlich im Februar 2026 eine Großbaustelle. Das sorgt bei manchen Schutternern für Unmut – und auch an der Gestaltung selbst gibt es Kritik. Ab 2028 soll der Platz einen Narrenbrunnen erhalten. Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates wurde darüber ausgiebig diskutiert.
So fragte sich ein Schutterner bei der Sitzung des Gremiums: „Wem haben wir diese Baustelle zu verdanken? Wer will sich hier ein Denkmal setzen?“ Die Erklärung folgte von Ortsvorsteher Jürgen Silberer umgehend. Im Grunde wünsche sich der Ortschaftsrat von Schuttern bereits seit vielen Jahren die Umgestaltung des Lindenplatzes.
In Gedanken hegte der Rat den Wunsch sogar nach einer kompletten Neugestaltung. Eine Umgestaltung zum Preis von gut einer halben Million Euro war jedoch nicht drin. Dann kam das Programm Entwicklung Ländlicher Raum und die Idee des früheren Ratsmitglieds Julia Hoffmann, den Platz einfach nur etwas aufzuhübschen. Alles preislich mit Haushaltsmittel in Höhe von knapp 167 000 Euro. Darin enthalten ist auch der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen. Hinzu kommen 52 100 Euro aus dem Fördertopf Entwicklung Ländlicher Raum.
Das Sandsteinkreuz bleibt an seinem Standort
Dass auf einem kleinen zentralen Platz in der Ortsmitte aufgrund der Verkehrssicherungspflicht weiträumig abgesteckt werden muss, sei hinzunehmen und geschehe im Auftrag des Regierungspräsidiums. „Fürs Dorf ist diese Form der Absicherung vollkommen vertretbar“, betonte Silberer. Außerdem werde es immer etwas geben, das nicht die Befürwortung der Bürgerschaft finde.
Das Bauunternehmen wird sehr wahrscheinlich nicht vor Februar mit den Arbeiten fertig sein. Während der Feiertage ruht der Baustellenbetrieb. Gleich zwei Gewerke werden hier vollzogen. Zum einen wird der Lindenplatz aufgehübscht, die alten Platten neu verlegt und das Buswartehäuschen kommt auf die Rundung gegenüber der Ortsverwaltung. Das historische Sandsteinkreuz bleibt an Ort und Stelle.
Zum anderen kommt ein Narrenbrunnen – nicht mit Wasser, sondern Figuren im Häs der Narrenzunft Kruttstumpe mit Schlüchhexe, Krutthexe und Kruttstumpe. Die Narrenzunft hat einen Plan eingereicht, dem der Ortschaftsrat die Freigabe erteilt hat. Allerdings mit der Einschränkung, dass der Rat in die weitere Entscheidung über die Größe und Ausgestaltung der Figuren mitsprechen und entscheiden möchte. Die Dimensionen sollten schon angemessen sein und nicht zu groß, meinte Ratsmitglied Simon Spinner (FW).
Wunsch nach Mönch-Statue findet kein Gehör
Die Bürger für Schuttern wünschten sich mit Martin Buttenmüller lieber einen Abt im Benediktinerkleid, der Ostereier verstecke. Diese Geschichte sei über viele Jahrhunderte mit Schuttern verbunden und prägender. Buttenmüller (BfS) stellte den Antrag, das Thema abzusetzen und nochmals neu zu beraten. Davon wollte der Rat jedoch nichts wissen und hielt mehrheitlich dagegen. Buttenmüller erklärte: „Der Narrenbrunnen ließe sich auch am Vereinsheim in Schuttern errichten.“ Marco Lippmann (CDU) hätte nichts dagegen, wenn auch ein Mönch an anderer Stelle auf dem Lindenplatz zu sehen wäre. Darüber wurde jedoch nicht abgestimmt.
Die Figuren der Narrenzunft Kruttstumpe sollen auf dem vorhandenen Sandsteintrog angebracht werden. Wasser wird keines plätschern. Der Trog wird, wie bisher auch, bepflanzt und nördlich des Lindenplatzes erkennbar an der Schutterer Hauptstraße platziert. Eile ist mit dem Narrenbrunnen keine geboten. Ortsvorsteher Silberer erklärte: „Vor 2028 wird die Umsetzung nicht erfolgen.“ Zuerst brauche es eine Planungssicherheit für den Brunnen und auch entsprechende Fördergelder.
Geld für den Brunnen
Die Kosten für den Narrenbrunnen sollen über Fördergelder, wie der Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau, Gemeindeförderung, Sponsoren und über den Förderverein der Narrenzunft Kruttstumpe getragen werden, betonte Vorsitzender Harald Ruder im schriftlichen Antrag. Im Jahr 2028 feiert die Narrenzunft Kruttstumpe ihr 75-jähriges Bestehen.