Im Calwer Stadtgarten tut sich seit einiger Zeit ziemlich viel. Von zwei der drei wohl spannendsten Neuerungen ist bislang jedoch noch nichts zu sehen. Die dritte, der Erlebnissteg, wächst dagegen fast jeden Tag ein Stück mehr – und dürfte bald fertig sein.
Vor rund einem Jahr haben die Arbeiten im Calwer Stadtgarten mit der Rodung von allerlei Gebüsch oberhalb der Schillerstraße begonnen. Ende 2025, also in nochmals rund einem Jahr, soll alles fertig sein. Pünktlich zur Halbzeit werfen wir einen Blick auf den Stand der Dinge.
Stand heute, so berichtet David Mogler, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters und Wirtschaftsbeauftragter, auf Anfrage, liege alles im zeitlichen Rahmen. „Wenn wir jetzt nicht einen schweren Winter bekommen, passt alles“, meint Mogler mit Blick auf die Landschaftsbauarbeiten.
Wie der Lotharpfad
Leichte Verzögerungen gibt es dafür beim Erlebnissteg. Dieser entsteht momentan noch am Fußweg, der Richtung Berufsschule auf dem Wimberg führt, und soll dem Lotharpfad im Nationalpark Schwarzwald ähneln.
Am Hang entlang führt dieser Weg unterhalb der Altburger Straße über Holzbalken in die Natur – und bietet einen Panoramablick auf die Hesse-Stadt.
Vorgesehen war ursprünglich, den Steg bis Ende des Monats fertigzustellen. Dass das nicht ganz gereicht hat, sei aber nicht schlimm, so Mogler, da hier keine Folgearbeiten anstehen würden. Die Zimmerei sei zudem sehr fleißig und arbeite mitunter mit sieben Personen am Steg.
Besonders viel passiert auch im Georgenäumsgarten, dem Areal zwischen Georgenäum und Schillerstraße.
„Wir machen viele Treppen im Moment, Unterbau, Belag, Geländer, Senkrechtstreben für Geländer“, zählt der Persönliche Referent und Wirtschaftsbeauftragte auf.
Als nächstes stehe unter anderem ein treppenfreier Weg von der Schillerstraße bis zum Literaturgarten auf der Liste.
Dieser neue Weg, für den bereits vor einiger Zeit Teile des Hangs abgebaggert wurden, beseitigt damit die letzte Hürde, die sich bislang noch jedem in den Weg stellt, der etwa mit dem Kinderwagen vom Wimberg nach Calw möchte – oder umgekehrt. Denn der Weg vom Literaturgarten zur Schillerstraße führt bislang ausschließlich über Stufen.
Der Weg auf der rechten Seite des Georgenäumsgartens (vom Georgenäum aus gesehen) wird vom Asphalt befreit und neu gemacht, samt Beleuchtung.
Zwischen den beiden Wegen soll zudem noch eine Holzplattform als eine Art Bühne für ein „Naturtheater“ entstehen, die Richtung Hang mit einer Trockenmauer abgeschlossen wird.
„Ich sehe das als multifunktionellen Bereich; hier kann man sich sowohl Platzkonzerte als auch schulische Veranstaltung oder offizielle Empfänge der Stadtverwaltung im Grünen vorstellen“, erklärt Mogler. Richtige Tribünen wie in einem Amphitheater seien an dieser Stelle aber nicht geplant.
Für die Rutschen, die künftig eine Abkürzung durch den Stadtgarten oberhalb der Schillerstraße darstellen sollen, werde derzeit die Ausschreibung vorbereitet, danach gehe es in die Ausschreibung, berichtet Mogler. Parallel dazu würden die Landschaftsbauer dann die „Kanzeln“ als Einstiegsflächen hergestellt.
Mit Herzblut
„Ich begleite das Projekt jetzt schon eine ganze Weile und bin absolut begeistert, was hier entsteht und welche Möglichkeiten sich bieten werden“, freut sich der Persönliche Referent und Wirtschaftsbeauftragte. Rutschen und Naturtheater seien dabei Höhepunkte.
Der Stadteingang für Fußgänger werde dadurch über Jahrzehnte geprägt. Melanie Gentzel vom Tiefbau leiste hier als Projektleiterin Herausragendes und sei mit Herzblut dem Projekt verbunden. Und auch ihm selbst mache es „von Herzen Spaß, an dem Projekt beteiligt zu sein“.
Bis Ende kommenden Jahres soll der Stadtgarten dann sein Gesicht insgesamt verändert haben – für rund 1,5 Millionen Euro. 90 Prozent davon (1,35 Millionen Euro) kommen dabei von einem Förderprogramm, dass Anpassungen an den Klimawandel bezuschusst.