Rund 8800 Fahrzeuge, darunter rund zehn Prozent Schwerlastverkehr, wälzen sich Tag für Tag durch Seedorf und Waldmössingen. Nach Meinung von Dunningens Bürgermeister Peter Schumacher würde eine Ortsumfahrung das Problem grundlegend lösen. Über einen Lärmaktionsplan soll der Lärm in einem ersten Schritt angepackt werden.Archiv- Foto: Schönfelder

Lärmpegel: Peter Schumacher sieht in einer Ortsumgehung die gründlichere Lösung / Langfristiges Projekt

Dunningen hat seine Ortsumfahrung, doch durch Seedorf und Waldmössingen wälzt sich Tag eine wachsende Blechlawine. Die Anwohner sind genervt. Im Sommergespräch verweist Bürgermeister Peter Schumacher allerdings auf die Bemühungen der Gemeinde.

Dunningen. Eine Verkehrszählung hatte ergeben, dass sich täglich im Schnitt sage und schreibe 8800 Fahrzeuge durch Seedorf bewegen. Und im benachbarten Waldmössingen sieht es genauso aus. Die Strecke gilt als Verbindungsweg zwischen der Autobahn 81 und Freudenstadt. Speditionen und Baulaster dröhnen durch beide Orte, dazu Tausende Autos und Motorräder. Besonders der Schwerverkehr macht Ohren und Nerven zu schaffen.

Peter Koehler vom Ingenieurbüro Koehler und Leutwein in Karlsruhe hatte im Frühjahr im Dunninger Gemeinderat erläutert, dass sogar von einer Gesundheitsgefährdung allein durch die hohe Zahl der Fahrzeuge auszugehen sei (wir berichteten). Rund 50 Gebäude im Zuge der Seedorfer Ortsdurchfahrt seien besonders betroffen, wie die gemessenen Lärmpegel ergaben.

Auch im Sommergespräch greift der Dunninger Schultes das Thema auf. So könne es jedenfalls auf Dauer nicht weitergehen, so Schumacher. Nach seiner Meinung könnte man das Tempo über eine ordentliche Strecke der Ortsdurchfahrt von rund 1000 Metern Länge auf 30 Stundenkilometer drosseln. Davon versprechen sich sowohl das Fachbüro als auch der Bürgermeister eine spürbare Verbesserung für die Anwohner. Gerade sind die Ingenieure dabei, einen sogenannten Musterbericht zusammenzustellen, in dem die Lage in Seedorf aufgrund von Zählungen und Messungen beschrieben wird.

Aber wie es so ist, sind an dem Bericht nicht nur das Fachbüro, sondern auch einige Behörden beteiligt, deren Stellungnahmen einfließen. Berücksichtigt werden unter anderem auch Fahrzeitverlängerungen und der Schadstoffausstoß. Immerhin wäre eine Drosselung der Geschwindigkeit "emissionsneutral", wie die Experten berechnet haben. Der Zeitverlust ist minimal.

Im März beauftragte der ­Gemeinderat deshalb das Büro Koehler und Leutwein ­damit, auf der Grundlage des Musterberichts einen Lärm­aktionsplan für Seedorf zu ­erstellen. Noch vor Ende des Jahres wird der Plan erneut Thema im Gemeinderat sein.

Gleichwohl sind für Schumacher Temporeduzierungen nur ein "Rumdoktern am Symptom", die das Problem nicht wirklich grundlegend lösen. Für ihn kommt es darauf an, so Schumacher, dass der Durchgangsverkehr selbst insgesamt reduziert wird.

Die richtige Lösung ist für den Bürgermeister eine Ortsumfahrung, die auch Waldmössingen einschließen könnte. Allerdings sieht er, "nüchtern betrachtet", keine Chance auf eine Realisierung in absehbarer Zeit. "Das sind dicke Bretter, aber irgendwann muss man anfangen zu bohren." Aktuell sehe er keine Möglichkeit, eine solche Ortsumfahrung auch nur mittelfristig umzusetzen.

Aber auch bei der Ortsumfahrung Dunningen, die bereits seit Jahren dazu beträgt, den Verkehr aus Dunningen herauszuhalten, sei es mal so losgegangen. "Es kommt darauf an, an dem Thema dranzubleiben", fordert der Bürgermeister. Es gelte, es politisch weiter zu verfolgen, und ständig neu nachzudenken, wie man agieren könne, um eine Ortsumfahrung Seedorf/Waldmössingen voranzubringen. Und für eine Ortsumgehung brauche es eine regionale Lösung. "Da müssen die betroffenen Bürgermeister einfach größer denken und zusammenarbeiten."