Die meisten alltägliche Wege legen die Nagolder im Auto zurück. Foto: Heiko Hofmann

Zu Fuß, per Rad, im Auto – wie sind die Nagolder eigentlich unterwegs und wohin fahren sie am häufigsten? Eine Studie offenbart zum Teil überraschende Erkenntnisse.

Ein Volk der Fahrradfahrer sind die Nagolder nicht . In einer Ende 2024 erstellten Befragung gaben nur sechs Prozent an, das Rad täglich zu nutzen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 19 Prozent. Die Nase vorn hat ein anderes Verkehrsmittel.

 

Wenig überraschend: 59 Prozent nutzen das Auto (oder ein Kraftrad) täglich. Und zehn Prozent fahren fast täglich mit Bus oder Bahn. Zu Fuß freilich ist der Nagolder und die Nagolderin auch gerne unterwegs: 47 Prozent gaben an, das täglich zu tun.

Übrigens gaben nur 88 Prozent an, an jedem Werktag das Haus zu verlassen. Diese legen im Schnitt 9,9 Kilometer pro Weg zurück – zählt man alle Wege im Schnitt zusammen, sind das 37 Kilometer am Tag.

74 Minuten ist der Nagolder im Schnitt täglich unterwegs

Imposant ist der Zeitaufwand: Durchschnittlich ergeben sich 21 Minuten pro Weg, was über den ganzen Tag berechnet dann doch einen Schnitt von 74 Minuten ergibt, den der Nagolder werktäglich auf Achse ist.

Klingt ganz schön lang, doch Nagold gilt im Vergleich mit anderen Städten im ländlichen Raum noch als „Stadt der kurzen Wege“ – hier liegt der Schnitt laut der Studie nämlich bei 93 Minuten pro Tag.

85 Prozent der Personenkilometer werden mit dem Auto erledigt. Auf die Zahl der Wege umgerechnet heißt das: Bei 63 Prozent der Wege ist das Auto das Verkehrsmittel. Immerhin 26 Prozent werden zu Fuß erledigt, sechs Prozent mit Bus oder Bahn und fünf Prozent mit dem Fahrrad.

Oft geht es nach Altensteig, Herrenberg und Rottenburg

Und wohin zieht es die Nagolder? Auch hierzu gibt es statistisches Zahlenmaterial. 69 Prozent der Wege sind innerhalb Nagolds. Geht es über die Stadtgrenzen hinaus, werden folgende Orte am häufigsten besucht: Spitzenreiter ist Altensteig mit 1800 Wegen pro Tag (Hin- und Rückweg), gefolgt von Herrenberg (1700), Rottenburg (1600), Jettingen (1400), Sindelfingen und Horb (mit jeweils 1100 Wegen).

98 Prozent der Wege werden zwischen 6 und 22 Uhr absolviert. Die Verkehrsspitzen liegen in Nagold zwischen 6 und 8 sowie 15 und 18 Uhr.

Zehn Prozent aller Nagolder, die täglich außer Haus unterwegs sind, nutzen dafür den ÖPNV. Foto: Heiko Hofmann

24 Prozent der Wege stehen im Zusammenhang mit der Arbeit. Zu Schule oder Uni führen zehn Prozent, zum Einkauf 16 Prozent und für private Erledigungen werden 14 Prozent der Wege absolviert. Spitzenreiter aber ist die Rubrik „Freizeit“: 26 Prozent der Strecken werden diesem Bereich zugeordnet.

Im Schnitt sind die Nagolder als Fußgänger pro Weg einen Kilometer unterwegs, beim klassischen Radfahrer liegt der Durchschnitt bei vier und beim E-Bike bei fünf Kilometern pro Weg.

Wer im Auto als Fahrer unterwegs ist, hat durchschnittlich eine Weglänge von 14 Kilometern absolviert, wer als Mitfahrer im Auto sitzt, kommt im Schnitt pro Weg auf zehn Kilometer. Acht Kilometer durchschnittliche Wegstrecke beträgt der Wert bei den Nutzern des Öffentlichen Verkehrs.

Die Studie

Mobilitätsaktionsplan
Diese und viele weitere Zahlen sind einer repräsentativen Befragung entnommen, die für den Nagolder Mobilitätsaktionsplan erstellt wurde, an dem derzeit gearbeitet wird. Mehr als 3700 Nagolder Haushalte wurden Ende 2024 zufällig ausgewählt und gebeten an der repräsentativen Studie zum eigenen Mobilitätsverhalten teilzunehmen. 443 Haushalte kamen der Bitte nach – das ist eine Rücklaufquote von fast zwölf Prozent. 898 Fragebögen für einzelne Personen ab sechs Jahren bilden die Grundlage der Studie.