Christian Helbig (Zweiter von links) und Madlen Falke (Dritte von rechts) führen zum Thema „neue Badelandschaft in VS“ in der Villinger Innenstadt zahlreiche Informationsgespräche. Foto: Heinig

„Ich brauche kein Wellnessbad“. Bernhard Gässler machte in der Villinger Innenstadt Halt am Stand der Stadt und der Bäder VS, an dem am Samstag noch einmal um die Bürgermeinung zur Ausstattung einer zukünftigen Bäderlandschaft gebeten wurde.

Nachdem sie am vergangenen Samstag in Schwenningen informiert hatten, erwarteten Christian Helbig und Andrea Herdin von der Bäderverwaltung der Stadtwerke VS sowie Madlen Falke von der städtischen Pressestelle diesmal die Bürger in der Villinger Rietstraße.

Mittels Fragebogen wurde auch hier abgefragt, wie Mann und Frau sich ein künftiges Stadtteilbad oder die „große Lösung“ im Zentralbereich vorstellen. 25 oder 50 Meter-Bahn, Rutsche, Sprungturm, Sauna und Kiosk? Alle Antworten werden Eingang finden in die Beratungen und Planungen, zu denen es dann am 9. Juni 2024 noch einmal eine Bürgerbeteiligung geben werde, informierte Madlen Falke.

„Aufklärung ist wichtig“, stellte sie auch diesmal wieder fest, musste sich doch manch ein Bürger und eine Bürgerin überhaupt erst einmal davon in Kenntnis setzen lassen, dass das Villinger Hallenbad unsanierbar ist und dass mit einem neuen Hallenbad in Villingen oder einem gemeinsamen großen Bad zwischen 25 und 60 Millionen Euro an Kosten anfallen würden.

Bad in Villingen sanieren?

Bernhard Gässler sieht da schon Sparpotenzial. „Es braucht zum Beispiel kein Restaurant“, findet er. Lieber sollen zu Gunsten der Kinder ausreichende Angebote für den Schul- und Vereinssport geschaffen werden. Noch günstiger und vor allem nachhaltiger fände er eine Sanierung des 60 Jahre alten Hallenbades an der Saarlandstraße. Dafür spricht sich auch Christel Schönmeier aus. Zweimal wöchentlich gehen sie und ihr Mann schwimmen. Die Villingerin möchte insbesondere das Neckarbad in Schwenningen erhalten wissen, sei es doch ein „schönes Familienbad“. Das Geld für einen Neubau sei, so findet die Rentnerin, doch besser für die Sanierung von Schulen und Straßen eingesetzt.

Rege Beteiligung

Die Umfrage zur zukünftigen Bäderlandschaft stieß auch in Villingen auf rege Beteiligung. Viele Wünsche und Anregungen fanden schriftlich ihren Platz auf dem Fragebogen. Ein Herr wünschte sich vor allem mehr Angebote für Aquafitness, „und das nicht nur am Vormittag“. Dazu brauche er „kein tolles Bad“. Auch Paula Wellmann aus Unterkirnach hat Wünsche, schon weil das Aqualino in ihrem Wohnort schließen musste und seither das Schulschwimmen für ihre Tochter in der zweiten Klasse ausfällt. Zwar darf sie an der Bürgerbeteiligung im nächsten Jahr nicht mitwirken – nur die Bürger von VS –, doch Madlen Falke versprach, dass jede Anregung gelesen und bewertet werde.

Außerdem informierte sie in vielen Gesprächen über die Kriterien, wonach im Vorfeld der Bürgerabfrage entschieden werde, wo ein eventuell neues Stadtteilbad oder ein großes Bad für alle VS-Bürger einmal stehen könnte. Die reichen von der Verkehrsanbindung bis hin zur Energieversorgung am neuen Standort. Fest stehe bereits, dass es „kein Badeparadies“ geben werde, so Falke. Die Funktionalität eines neuen Hallenbades, also die Durchführbarkeit von Schul-, Vereins- und Gesundheitssport habe auf jeden Fall Vorrang. Auch überregionale Wettkämpfe nach VS holen zu können, sei dabei ein Aspekt.

Auf der Homepage www.baeder-vs.de könne sich jeder die bereits erarbeiteten Gestaltungsvorschläge ansehen, sagt Christian Helbig. Eine Teilnahme an der Umfrage, mit der man auch Bäderkarten gewinnen kann, ist noch bis einschließlich 30. September möglich.