Die Umfrage ist ausgewertet: Die Lahrer wünschen sich für ihren Seepark vor allem mehr Musikveranstaltungen. Foto: Stadt

Wie soll der Seepark genutzt werden? Eine Umfrage hat die Stadt nun ausgewertet – und sieht das Resultat als Anlass, den Rahmen für mehr Veranstaltungen zu setzen.

„Es gibt viele Fans des Seeparks“, freute sich OB Markus Ibert bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Dieses Fazit leitet er zum einen aus den 1510 Teilnehmern (siehe Info) ab, zum anderen aus dem Resultat, dass 83 Prozent der Lahrer mit dem Seepark zufrieden sind, 40 Prozent ihn sogar als „gut“ oder „sehr gut“ bewerten.

 

Ibert selbst hatte beim Frühlingsempfang 2024 ins Spiel gebracht, das „Potenzial“ des Geländes in Augenschein zu nehmen. Dazu gab es nun die Umfrage.

„Wir wollen das Motto ,Lahr im Dialog’ Ernst nehmen und die Bürger miteinbinden“, so der OB.

Überwiegend gute Noten für den Seepark

Der Status quo: Adrian Frick von der Abteilung für Grün und Umwelt stellte einige Eckpunkte der Umfrage vor. Am häufigsten kämen die Menschen in den Seepark für einen Spaziergang (83 Prozent). Anlässe, die ebenfalls oft genannt wurden, waren Entspannung oder der Besuch des Restaurants. Auffällig wenige (fünf Prozent) gaben das Baden im Stegmattensee als Grund für ihren Besuch an.

Auf die Frage, was den Besuchern am besten gefällt, fielen vermehrt die Schlagworte „See“, „Natur“, „Entspannung“ oder – erneut – das Restaurant. Die Auswertungen der Fragen nach einzelnen Aspekten des Parks, wie der Gastronomie, der Sauberkeit oder der Gestaltung der Grünanlagen ergaben ein ähnliches Bild wie bei der Gesamtbewertung.

Überdurchschnittlich gut wurde die Parksituation bewertet, unterdurchschnittlich vor allem bei der Gruppe 25- bis 39-Jähriger, also der jungen Eltern, die Spielmöglichkeiten sowie der Badebereich.

Umfrage-Teilnehmer wünschen sich mehr Schatten

Die Wünsche: Die Stichworte „Schatten“ und „Bäume“ nannten die Lahrer am häufigsten auf die Frage, was im Seepark fehle. „Wir haben die Umfrage zu einer Zeit gestartet, als viel über die gefällten kranken Weiden diskutiert wurde. Wir haben inzwischen neue Bäume gepflanzt, die sind aber noch jung. Wir bitten um Geduld“, kommentierte Frick.

Darüber hinaus kam der Wunsch nach mehr Spielplätzen, mehr Beleuchtungen, einem breiteren Gastronomieangebot und mehr Veranstaltungen auf. 71 Prozent der Teilnehmer hätten gerne mehr Konzerte und Musikfestivals, etwas mehr als die Hälfte mehr Sport- und Freizeitangebote, mehr Kunst und Kultur sowie mehr Biotope und wildlebende Tiere. „Weniger“ von all dem wünschen sich jeweils nur sieben bis 14 Prozent. Die übrigen sind mit dem aktuellen Angebot zufrieden.

Stadt will Rahmenbedingungen für Events festsetzen

Die Ableitungen: „Ich lese deutlich heraus: Es darf mehr sein“, kommentierte Ibert das Resultat der Umfrage. Er interpretiere die Rückmeldungen der Lahrer als „Rückenwind“, das Areal weiterzuentwickeln. Aus Sicht der Stadt gelte es nun die „Rahmenbedingungen zu setzen“ für weitere Events. Denn: „Es geht nicht darum, dass die Stadt alles macht. Wir gehen nicht davon aus, dass wir große Summen in die Hand nehmen werden.“ Könnte die Stadt aufgrund der aktuellen Finanzlage auch nicht.

Ibert will stattdessen auf das Engagement der Lahrer setzen, wie etwa Taner Demiralay, der am 1. und 2. August erstmals das „Seeleuchten“ ausrichtet. Der OB stellte aber auch klar: „Es kann nicht jede zweite Woche ein Rockkonzert stattfinden.“ Man müsse „mit Bedacht“ den Rahmen setzen. Im Austausch sei man dafür auch mit dem Lahrer Nabu, der in der Vergangenheit des Öfteren angemahnt hat, den Seepark nicht zu einem „Eventpark“, werden zu lassen, sondern die Natur zu schonen.

Eis- und Weinstand im Gespräch

Die Ideen: Thema bei der Pressekonferenz waren auch schon einige konkrete Vorschläge für das Gastronomie-Angebot, darunter ein Eis- oder ein Weinstand. Gerade letzterer, so Ibert, würde gut in das Tourismuskonzept der Stadt als „Genuss-Destination“ passen. Entsprechend werde man sich mit der Marketing-Abteilung abstimmen.

Gut vorstellen kann sich der OB, dass das Seepark-Open-Air vom vergangenen Jahr zurückkehrt. Stefan Breitner von der Zentralen Steuerung erläuterte, dass auch einige konkrete Anfragen für Events eingekommen seien. Darunter etwa eine für eine Art Jahrmarkt oder für einen Weihnachtsmarkt.

Letzteren, stellte Ibert allerdings klar, sehe er aber eindeutig in der Innenstadt. Generell gelte es genau zu prüfen, wo eine Veranstaltung am besten funktioniert. „Es dürfen gern weitere Impulse kommen“, so der Oberbürgermeister.

Info – die Teilnehmer

Wie Adrian Frick vorstellte, haben vor allem Frauen an der Umfrage teilgenommen (59 Prozent). 84 Prozent kamen aus Lahr (46 Prozent Kernstadt, 38 Prozent Ortsteile). Die meisten (45,4 Prozent) sind zwischen 40 und 64 Jahren alt. 30 Prozent besuchen den Seepark mehrmals im Jahr, 31 Prozent mehrmals im Monat und 26,4 Prozent mehrmals in der Woche. Die Ergebnisse sind unter www.lahr.de/seeparkumfrage öffentlich einsehbar.