Annika Spinner vom Juwelier Spinner versucht, eine Interessentin im Beratungsgespräch von einer Kette zu überzeugen. Foto: Stahl

Die Adventszeit ist die konsumstärkste Zeit des Jahres. Das spüren auch die Geschäfte der Innenstadt, die Menschen zeigen sich durchaus kauffreudig. Unserer Redaktion hat drei Händler besucht – und nachgehakt, was sie sich zum „Endspurt“ wünschen.

Nur noch zehn Tage sind es bis Heiligabend. Viele Lahrer haben sich schon mit Geschenken für ihre Liebsten eingedeckt, andere sind noch auf der Suche. Die Einzelhändler der Innenstadt stehen mitten im adventlichen Geschäftstrubel. Wie ist die Lage bei ihnen? Unsere Redaktion hat drei von ihnen besucht und nachgefragt.

 

Aktuelle Umsatzlage: Martin Schwab, Inhaber der Buchhandlung Schwab, ist noch nicht ganz zufrieden, das verregnete Wetter in der vergangenen Zeit habe viele Kunden vom Besuch und vom Einkauf abgehalten. Schwab ist jedoch „optimistisch, dass die Käufe wieder steigen“. Alexander Botschkarew vom Legohandel „Bausteinzauber“ spricht derweil von einem „sehr guten Start“, das Geschäft hat am 2. November Eröffnung gefeiert. Es gebe viel positives Feedback und das Interesse der Kunden sei gegeben. Gerade in der Zeit vor dem Nikolaustag habe es eine erhöhte Nachfrage gegeben. Der Juwelier Spinner verzeichnet ein positives Bild, „wir liegen auf einem guten Niveau“, stellt Annika Spinner von der Geschäftsführung fest. Die zwei Wochen vor dem Fest seien allerdings die umsatzstärksten.

Vergleich zum Vorjahr: Schwab lehnt jeglichen Vergleich ab und verweist darauf, dass das Weihnachtsgeschäft in der Buchhandlung voll im Gange ist. Daher lasse sich derzeit keine Aussage treffen, ob es dieses Jahr besser oder schlechter läuft. Der Juwelier Spinner registriere einen ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr, es sei ein beständiges Weihnachtsgeschäft, so Annika Spinner.

Trenderscheinungen: In Schwabs Buchhandlung seien vor allem Romane im „New Adult“-Stil (Themen für junge Erwachsene), Mangas und Jugendbücher beliebt. Zudem sorge die Biographie „Freiheit“ der Ex-Kanzlerin Angela Merkel für einen Verkaufsboom, „zweimal musste schon nachbestellt werden“, erläutert Schwab glückselig. Fitzeks neuer Psychothriller („Kalendermädchen“) sorge auch für steigende Verkaufszahlen. Für den „Bausteinzauber“ kann Botschkarew keine spezifischen Entwicklungen feststellen, es sei eine Mischung verschiedener Produkte und es zeige sich keine konkrete Lieblingskategorie. Dies könne sich natürlich im Laufe der Zeit ändern, das Geschäft stehe erst am Anfang.

Händler vom Legohandel ist wunschlos glücklich

Im Juwelierladen gebe es einen deutlichen Trend hin zu hochwertigem Goldschmuck. „Die Kunden legen viel Wert auf Qualität und eine außergewöhnliche Beratung“, ergänzt Inhaber Manfred Spinner. Silberschmuck sei nach wie vor gefragt, könne aber mit Goldanfragen nicht mithalten.

Wunsch für „Endspurt“: Für Martin Schwab ist vor allem eines wichtig: „Die Kunden sollten uns treu bleiben und die Einkäufe nicht in der Stadt aufteilen“, erklärt er. Er hofft darauf, dass Bücher ein wertvolles Geschenk bleiben. Botschkarew sei wunschlos glücklich, es solle so weitergehen wie bisher. Es mache ihm „sehr viel Spaß“, das sei für ihn die Hauptsache. Er sieht der kommenden Zeit gelassen entgegen und freut sich bereits auf das kommende Jahr. Beim Juwelier Spinner herrscht derweil der Wunsch nach einem erfolgreichen Schlussverkauf in der Zeit vor Weihnachten. Es komme dem Geschäft entgegen, dass Heiligabend an einem Dienstag sei und somit zwei Tage mehr zur Verfügung stehen als im Vorjahr. Die Zuversicht sei sehr groß, die Kundschaft soll „in einem positiven Flow bleiben“. Die Geschenkverpackung mit dem Ladenlogo unter dem Baum soll außerdem für Begeisterung sorgen.

Statement der Werbegemeinschaft

Michael Schmiederer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, möchte sich nicht zu der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen in Lahr kurz vor Weihnachten äußern, da er die finanziellen Zahlen und Eckpunkte nicht kenne. Auf pauschale Aussagen zum Verlauf des Weihnachtsgeschäfts verzichte er deswegen. Angesprochen auf sein Modegeschäft Feldmüller Fank meint er nur, dass der Dezember der fünftstärkste Monat im Jahr sei. Sie würden über kein Weihnachtsgeschäft im klassischen Sinne verfügen.