Bei Frauen unter 20 Jahren sind die Schmerzen oft stärker. Foto: AOK

Diese Regelschmerzen sind weder selten noch harmlos. Viele Frauen suchen deshalb professionelle Hilfe.

Menstruationsbeschwerden sind weder selten noch harmlos: „Die Krämpfe im Unterleib oder Schmerzen im Rücken empfinden viele Mädchen und Frauen als so stark, dass sie professionelle Hilfe suchen“, schreibt die Gesundheitskasse in ihrer Mitteilung.

 

„Allein im Zollernalbkreis waren im Jahr 2023 1787 Betroffene in ärztlicher Behandlung. In ganz Baden-Württemberg sind es 122 913 Mädchen und Frauen“, heißt es weiter. Das zeige eine aktuelle Auswertung der AOK Neckar-Alb unter den weiblichen Versicherten zwischen 10 und 60 Jahren. Im Fünfjahresvergleich habe sich die Zahl um durchschnittlich 3,47 Prozent erhöht.

„Regelschmerzen sind weit verbreitet. Mit Beschwerden während der monatlichen Blutung hat fast jedes Mädchen oder jede Frau zu kämpfen“, wird AOK-Ärztin Sabine Hawighorst-Knapstein zitiert.

27 Prozent greifen zu Schmerzmitteln

Das bestätige auch eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK, wonach 91 Prozent der befragten Frauen zwischen 14 und 50 Jahren schon einmal Erfahrung mit Regelschmerzen gemacht haben. 27 Prozent davon greifen an mindestens einem Tag jeder Periode zu Schmerzmitteln. Unter den Erwerbstätigen fühlt sich jede fünfte Frau durch ihre Menstruation auf der Arbeit eingeschränkt.

„Bei Frauen unter 20 Jahren sind die Schmerzen meist stärker als bei älteren Frauen. Die Schmerzen beschränken sich bei manchen auf den Unterleib, bei anderen strahlen sie aus in den unteren Rücken und die Oberschenkel“, erläutert die AOK-Ärztin. Als häufigste Ursache der Regelschmerzen wird die Ausschüttung krampffördender Stoffe (Prostaglandine) vermutet. „Das sind Botenstoffe, die die Gebärmutter anregen, sich zusammenzuziehen und die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen.

Endometriose ausschließen

Produziert der Körper zu viel dieser Prostaglandine oder regiert er empfindlich darauf, treten die beschriebenen Regelschmerzen auf.“ Sind die Regelschmerzen sehr stark, kann auch eine Erkrankung wie etwa Endometriose oder eine Entzündung von Gebärmutter, Eileitern oder Eierstöcken vorliegen. In diesen Fällen muss die Behandlung mit dem Frauenarzt abgeklärt werden.

Wärmeflasche oder Heizkissen helfen

Eine Wärmeflasche oder ein Heizkissen auf den Unterleib kann die Schmerzen wirksam lindern. „Wärme ist Schmerzmitteln vorzuziehen“, rät die AOK-Ärztin, „weil sie nachweislich ebenso gut wirkt, jedoch keine Nebenwirkungen hat.“ Studien zeigen zudem, dass auch regelmäßige Bewegung wie Joggen, Yoga und Gymnastik helfen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können kurzfristig Schmerzmittel genommen werden. Diese haben jedoch Nebenwirkungen, insbesondere Magenbeschwerden und Bluthochdruck. Weitere Tipps gegen Regelschmerzen sind auf der AOK-Webseite zu finden.