Ministerpräsident Winfried Kretschmann kommt bei den Bürgern laut Umfrage gut an, seine grün-schwarze Koalition weniger. Foto: imago images//Thomas Imo

Grün-Schwarz muss sich in der zweiten Amtszeit den Rückhalt der Baden-Württemberger erst noch erarbeiten, kommentiert Renate Allgöwer.

Stuttgart - Die Wohnungsnot treibt die Baden-Württemberger anhaltend um. Beim aktuellen BaWü-Check stellt das Thema sogar den Kampf mit der Pandemie und den Umgang mit dem Klimawandel in den Schatten, bei der vorigen Umfrage rangierte es bereits unmittelbar hinter der Eindämmung des Coronavirus. Deutlicher könnten die Bürger ihrer neuen Regierung kaum ins Stammbuch schreiben, wo sie Taten sehen wollen.

 

Die Koalition hat ein Zeichen gesetzt, dass sie die Bedeutung des Themas erkannt hat und ein eigenes Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen eingerichtet. Doch das hat bisher nur Symbolwirkung.

Mangelnder Rückhalt birgt Zündstoff

Darin darf sich die Aktivität keinesfalls erschöpfen. Die Umfrage legt eine Skepsis gegenüber der Neuauflage von Grün-Schwarz an den Tag, die die handelnden Personen aufrütteln muss. Nur 35 Prozent der Bevölkerung finden die Koalition gut. Nicht einmal die Hälfte der Anhänger der Grünen stehen hinter ihr. Das birgt Zündstoff. Die größte Zustimmung kommt vom kleinen Partner. Das nährt den Verdacht, dass die CDU-Anhänger sich vorrangig in der Regierungsbeteiligung sonnen wollen.

Der geringe Rückhalt legt den Schluss nahe, dass die erste Auflage von Grün-Schwarz nicht überzeugt hat. Nun das Gegenteil zu beweisen muss Anspruch der Regierung sein. Sonst könnte sie ins Wanken geraten. Vor allem, wenn der Ministerpräsident sich vorzeitig zurückziehen sollte.