Mitten auf dem Kniebis fahren Motorradfahrer aus Europa die Schwarzwaldhochstraße entlang. Foto: Speicher

Die Motorradsaison zieht derzeit viele Biker auf die Schwarzwaldhochstraße - und laut Gastronomen auffällig viele Engländer und Belgier. Unsere Redaktion hat bei Kniebis vorbeigeschaut.

Um die 30 Grad, die Sonne scheint und der Nordschwarzwald strahlt förmlich – für Motorradfahrer also der perfekte Zeitpunkt, über die Schwarzwaldhochstraße zu fahren. Gaststätten und Hotels aus der Umgebung erwarten neue Motorradfahrer täglich – sei es für einen Eiskaffee bei den warmen Temperaturen oder eine Übernachtung auf der Durchreise.

 

Doch wie wichtig ist die Motorradsaison auch für die hiesigen Gaststätten? Von wo kommen die Fahrer, um diese Strecke zu fahren? Unsere Redaktion hat vor Ort in der Kniebishütte an der Schwarzwaldhochstraße und im Vier-Sterne-Wellnesshotel Waldblick auf dem Kniebis nachgefragt.

Zuletzt viele Engländer unterwegs

Scheinbar sind Engländer vom Schwarzwald angetan – zumindest seien auffällig viele Gruppen aus Großbritannien mit ihrem Motorrad auf Höhe der Kniebishütte unterwegs, verrät Silvia, die ihren Nachnamen nicht nennen möchte und in der Kniebishütte arbeitet. „Vielleicht kommen sie wegen der Berge. Ich war noch nie in England, vielleicht haben die nicht so viele schöne“, sagt Silvia und lacht auf.

Vor allem in der vergangenen Zeit würden ihr immer mehr britische Kennzeichen auf dem großen Parkplatz vor und neben der Hütte auffallen. Allgemein würden aber Motorradfahrer aus ganz Deutschland die Strecke abfahren und in der Gaststätte einkehren, ergänzt sie.

An eine Gruppe von Motorradfahrern erinnere sie sich besonders gerne, sagt sie. „Da sind die Fahrer mit ihrem Freund auf seine letzte Tour gegangen, weil er Krebs hatte. Das war so schön, diesen Zusammenhalt zu sehen“, erzählt Silvia.

Am Tag kehren laut ihr und ihrem Kollegen zwischen 250 bis 400 Gäste in die Kniebishütte ein. Gut 20 Prozent davon seien Motorradfahrer. „Ab Mai merkt man da schon einen ordentlichen Aufschwung. Etwa wenn das Wetter länger gut ist oder Leute ohne Kinder unterwegs sind“, meint die Angestellte.

Wellness nach dem Motorradfahren?

Und hat sie der Motorsport selbst auch angesteckt? „Meine Kinder fahren. Und ich demnächst auch. Ich habe immer gesagt, dass ich meinen Führerschein mache, sobald meine jüngste Tochter 18 wird – das ist dann nächstes Jahr“, sagt Silvia schmunzelnd.

Gerade mal 1,3 Kilometer weiter und etwas abgelegener hinter der 30er-Zone versteckt sich das Vier-Sterne-Wellnesshotel Waldblick. Halten denn auch Motorradfahrer auf der Durchreise, um es sich gut gehen lassen? „Sporadisch ja. Natürlich ist die 30er-Zone für Motorradfahrer ätzend, aber es kommen dennoch welche her“, sagt Manuela Finkbeiner, Inhaberin des Hotels. Rund zehn Motorradfahrer seien in der Woche zu Besuch.

Und: Im Gegensatz zur Kniebishütte kommen dort gerade laut Finkbeiner Belgier vorbei. „Ansonsten kehren aber auch regelmäßig Fahrer aus der Umgebung ein“, ergänzt sie.