Noch in sehr weiter Ferne ist eine Umfahrung von Seedorf – sofern sie überhaupt jemals kommt. Er werde sicher nicht mehr darauf fahren, merkte das dienstälteste Ratsmitglied Rainer Pfaller schmunzelnd an. Foto: Weisser

Der Gemeinderat Dunningen will die Ostschwarzwald-Umfahrung vorantreiben. Während Befürworter auf weniger Verkehr hoffen, warnen Landwirte vor Lärm und Flächenverlust.

Die Gemeinde Dunningen schließt sich bei den Bemühungen um eine überörtliche Umfahrung im Zuge der L422 und L415 (Tangenziale „Ostschwarzwald“) den anderen betroffenen Kommunen an. Der Gemeinderat nahm die Inhalte der vom Villinger Büro BIT Ingenieure erarbeitete Machbarkeitsstudie zur Kenntnis. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Projekt weiter voranzutreiben. Über den Fortschritt soll Bürgermeister Peter Schumacher regelmäßig berichten.

 

Bereits in der September-Sitzung hatte sich das Gremium mit der Umfahrungsthematik befasst. Zwei Varianten wurden grob vorgestellt. Weil die Verwaltung eine Anfrage von Ratsmitglied Felix Stern-Fautz noch abklären wollte, war damals der Beschluss auf die nächste Sitzung vertagt worden.

Industriegebiet benötigt einen separaten Anschluss

Sein Vorschlag habe sich mittlerweile erledigt, erklärte Stern-Fautz beim jüngsten Zusammentreffen. Bei einer Ost-Umfahrung – so die Aussage von Schumacher – sei nun doch eine Anbindung an das Interkommunale Industriegebiet angedacht. Dieses Gebiet benötige einen separaten Anschluss, darauf sollte man drängen, erklärte Planer Rainer Christ.

Stern-Fautz und sein Ratskollege Markus Hils, beide Landwirte, lehnten die Umfahrung grundsätzlich ab. Sie reklamierten den großen Flächenverbrauch bei beiden Varianten. Zudem befürchten sie hohe Lärmbelästigungen für die Wohnaußenbereiche. Nach Einführung der Tempobeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde sei der Lärm an der Ortsdurchfahrt nicht mehr so groß, deutete Stern-Fautz an. Es sei schon ein Unterschied, so Christ, wenn der Verkehr direkt am Haus vorbeifahre oder in einem Abstand von einigen Hundert Metern.