Marcel Heim (von links) und sein Stellvertreter Matthias Roth leiten die Abteilung Epfendorf. Alexander Heim (rechts) bleibt jedoch Gesamtkommandant und Steffen Ziegler sein Stellvertreter. Foto: Cools

Nach 30 Jahren ist bei der Epfendorfer Feuerwehrabteilung eine neue Ära angebrochen: Auf Alexander Heim folgt sein Sohn Marcel als Abteilungskommandant. Es gab aber nicht nur personelle Wechsel: Die Feuerwehr möchte tiefere Einblicke in ihr Tun geben und hat Großes vor.

48 Kräfte stark ist die Feuerwehrabteilung Epfendorf derzeit – „ein cooler großer Haufen, wie eine kleine Familie“, wie Marcel Heim (29) sagt. Diese Art Zusammenhalt braucht es auch, denn die Arbeit für die Feuerwehr nimmt nicht ab, und im Einsatz müssen alle Rädchen ineinander greifen.

 

Sein Vater Alexander Heim kann davon ein Lied singen. Seit bald 22 Jahren ist der 55-Jährige Kommandant der Gesamtwehr, 30 Jahre lang war er zudem Abteilungskommandant in Epfendorf – bis zum Frühjahr 2024.

Generationenwechsel vollzogen

Im März wurden Marcel Heim und sein Stellvertreter Matthias Roth (43, Ausbildungsleiter der Gesamtwehr) gewählt und lösten Alexander Heim und Steffen Ziegler (57, er war seit rund 15 Jahren Abteilungs-Vize) damit ab.

Ein Generationenwechsel zur rechten Zeit, finden alle Beteiligten. Denn dass motivierte Nachfolger bereits in den Startlöchern stehen, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit, wie Alexander Heim deutlich macht.

Daher sei es ein guter Zeitpunkt gewesen, um die Verantwortung in jüngere Hände zu geben – zumal Heim und Ziegler weiterhin die Gesamtleitung innehaben, also den Nachfolgern bei Bedarf auch jederzeit für Nachfragen zur Verfügung stehen. „Das läuft alles gut ineinander“, fasst Ziegler zusammen.

Seit Kindheit begeistert

Dass Marcel Heim seinen Vater mal beerben würde, das hat sich erst über die Jahre herauskristallisiert. Er ist mit neun Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten und seitdem ununterbrochen dabei.

„Dieses Gefühl, wenn der Piepser angeht, dieses Adrenalin – das kann man nicht beschreiben“, erklärt Heim, warum er über all die Jahre dabeigeblieben ist. Anderen helfen zu können, beschreibt er als sehr erfüllend. Gleichzeitig erde die Tätigkeit bei der Feuerwehr ungemein, ergänzt Alexander Heim. Vor allem, wenn man mal nicht helfen könne und mit den tragischen Folgen konfrontiert werde.

Warteliste bei der Landesfeuerwehrschule

Während der Ausbildung festigte sich Marcel Heims Entschluss, sich für die Abteilungsleitung zur Verfügung zu stellen – 2018 beim Gruppenführer-Lehrgang in Bruchsal und 2020 mit dem Zugführerlehrgang.

Im kommenden Jahr will Marcel Heim den Kommandantenlehrgang absolvieren. Die Warteliste an der Landesfeuerwehrschule sei seit Corona leider lang, weiß sein Vater.

Vize Matthias Roth ist ebenfalls schon seit der Jugendfeuerwehr dabei. Nach einer berufsbedingten Pause in den USA kehrte der Industriemeister Anwendungstechniker zur Feuerwehr zurück und wurde Ausbildungsleiter. Wenn es um IT-Dinge und Organisationsaufgaben gehe, sei Roth der Experte, sagt Marcel Heim.

Erste Neuheiten

Zu Heims und Roths Aufgaben zählen nun – neben der Anmeldung der Bedarfe für Weiterbildungen der Kräfte – unter anderem das Managen des Gerätewartsteams, die Organisation des Einsatzübungsdienstes und der Ausschusssitzungen.

Eine erste Neuheit gibt es bereits: Ab 2025 wird die Abteilung Harthausen, die derzeit über zu wenige Feuerwehrkräfte verfügt, gemeinsam mit der Epfendorfer Abteilung üben. Sie bleibe aber natürlich eine eigenständige Abteilung, betont Heim.

Außerdem übt die Abteilung ab dem kommenden Jahr in zwei Zügen, damit alle gut eingebunden sind. Denn für die meisten Übungsszenarien benötige man bis zu 20 Kräfte. Wenn andere dann herumstehen und zusehen müssten, sei das alles andere als zielführend.

Zudem wird abwechselnd mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und mit dem Löschgruppenfahrzeug geübt, damit alle mit beiden Fahrzeugen vertraut sind.

Personalgewinnung ist herausfordernd

Das Thema Personal beschäftige alle Feuerwehren – erst recht seit dem Wegfall der Wehrpflicht. Denn einige, die über den Ersatzdienst zur Feuerwehr stießen, fanden Gefallen an der Arbeit und blieben.

Das Thema Personal beschäftigt die Feuerwehr stets. Eine Werbekampagne sorgte im Herbst für Zuwachs. Foto: Tobias Frommer

Im Ringen um Nachwuchs wurde im Herbst eine Werbekampagne samt Infoveranstaltung zur Feuerwehr angestrengt. Mit Erfolg: So konnten 15 Mitglieder für die Jugendfeuerwehr gewonnen werden.

Auch die Aktiven haben Zuwachs bekommen. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit etwa bei 35 Jahren. Auch zwei Frauen gehören zur Epfendorfer Abteilung. Marcel Heims Ziel: „Eines Tages 50 Einsatzkräfte in der Abteilung zu haben. So viele waren es – bis auf früher mit Talhausen zusammen – noch nie.“

Wie steht’s um die Tagesverfügbarkeit?

Was die Tagesverfügbarkeit der Epfendorfer Abteilung angehe – das ist erfahrungsgemäß ein schwieriges Thema bei einer Freiwilligen Feuerwehr – so sei man zufrieden, sagt Alexander Heim.

Etwa zehn Kräfte seien in Epfendorf oder der näheren Umgebung beschäftigt und daher tagsüber schnell an Ort und Stelle. Die Frist von zwölf Minuten könne man damit gut einhalten.

Das steht aktuell an

Aktuell beschäftigt die Epfendorfer Feuerwehr ein neues Verwaltungsprogramm. Das alte lief seit 1996 und kam langsam an seine Grenzen. Für die Übergangszeit wird mit beiden Programmen gearbeitet. Dokumentiert werden darin unter anderem Einsätze und Inventar.

2025 gibt es außerdem neue Einsatzkleidung für die Gesamtwehr – Kosten: rund 93 000 Euro. Aufgrund langer Lieferzeiten habe sich das nun ins kommende Jahr verschoben, sagt Alexander Heim.