Seit August 2024 wird die Kirchplatzschule zu einer Kindertagesstätte umgebaut Foto: Wegner

Immer wieder hat die Stadt mit der Sanierung von Gebäuden Probleme: Auch beim Umbau der Kirchplatzschule zur Kita kommt es zu großen Kostensteigerungen und Verzögerungen.

Architekt Thomas Müller von der Hochbauabteilung hatte das Thema Umbau der Kirchplatzschule für den Gemeinderat umfassend vorbereitet: In der Beschlussvorlage gab er eine Überblick über die schwierige Entwicklung des Projekts bis zum heutigen Stand, außerdem eine umfangreich bebilderte Präsentation zu den Bauzeiten, den Verzögerungen und der Kostenentwicklung.

 

Zur Unterstützung bei Fragen hatten auch der beim Projekt federführende Architekt Roland Hess und sein Mitarbeiter Florian Müller am Ratstisch Platz genommen. Stadtrat Clemens Maurer (CD) war wegen Befangenheit abgerückt. Aufmerksam verfolgten Vertreterinnen des Elternbeirats und des Kitateams den Verlauf der Sitzung.

Seit August 2024 wird die Kirchplatzschule nach einer vorausgehenden umfassenden Planungs- und Vorbereitungsphase zu einer Kindertagesstätte umgebaut. Bereits kurz nach Beginn der Bauarbeiten kam es zu ersten Verzögerungen. „Grund hierfür waren freigelegte alte Fundamentreste sowie daraus resultierende schwierige Baugrundverhältnisse. Hinzu kamen umfangreiche Betonsanierungsmaßnahmen im Untergeschoss sowie der unsachgemäße Abbruch denkmalgeschützter Türen durch die Abbruchfirma, ein inzwischen behobener Schaden“, zählte Architekt Thomas Müller die wichtigsten Gründe dafür auf.

Im weiteren Verlauf hätten die nur schrittweise und verzögerte Zuarbeit des zuständige Statikers die Fortschritte erheblich verzögert. „Die unvollständige Bereitstellung statischer Unterlagen führte dazu, dass Ausschreibungen nicht wie geplant durchgeführt werden konnten, was in der Folge zu Nachträgen führte“. Diese Mehrkosten hätten bislang teilweise durch günstige Ergebnisse bei anderen Ausschreibungen kompensiert werden können.

Zeitplan

Der ursprünglich geplante Fertigstellungszeitraum war August 2025. Während des Baus verschob sich der Zeitplan zunächst auf Oktober 2025. „Aufgrund anhaltender Schwierigkeiten ist jedoch bereits jetzt absehbar, dass auch dieser Termin nicht realistisch eingehalten werden kann“, bedauerte Müller. „Die mangelnde Kooperationsbereitschaft einzelner Baufirmen – insbesondere zweier nicht ortsansässiger Unternehmen – erschwert den Baufortschritt erheblich“, erläuterte Müller.

Bereits in der Vergangenheit habe ein Unternehmen aufgrund nicht erfüllter vertraglicher Pflichten vom Projekt ausgeschlossen werden müssen. „Aktuell ist die rechtliche Lage jedoch angespannt: Vertragskündigungen wären zwar möglich, würden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zu weiteren Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führen“, führte Müller aus. Der aktuell gültige Bauzeitenplan sehe eine Fertigstellung bis Ende 2025 vor. Der Umzug der Kindertageseinrichtung sei für Januar 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme zum 2. Februar 2026.

Florian Müller dokumentiere danach mit vielen Fotos die von seinem Namensvetter aufgezählten, von den Architekten und Handwerker so nicht erwarteten Schäden des denkmalgeschützten Altbaus.

Kostenentwicklung

Die schon mal auf 5,2 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten lägen inzwischen bei 4,7 Millionen Euro, weil sich die Baupreise mittlerweile günstiger entwickelt hätten, berichtete Thomas Müller. Allerdings fehlten im Haushaltsplan 2025 rund 1,4 Millionen Euro überplanmäßige Mittel, die im Vorjahr nicht ausgegeben werden konnten. Im übrigen werde der Umbau wahrscheinlich mit 596 000 Euro Denkmalschutzmittel gefördert, hatte Müller noch eine gute Nachricht.

Aussprache

Dass der Umbau einer Grundschule in einen Kindergarten so teuer sein soll, damit konnte sich Udo Neudeck (Freie/Neue Liste) nach wie vor nicht abfinden: „Schon eine Million Euro war mir zu viel, jetzt sind es 4,7 Millionen, das ist einfach zu viel“, wetterte Neudeck.

Susanne Andreae (SPD/Buntspecht) wollte wissen, wie belastbar die neuen Zahlen seien und ob man nicht besser örtliche Unternehmen beauftragen könne. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr verwies darauf, dass die Hürden dafür im Vergaberecht sehr hoch seien.

Schließlich stimmten 24 Stadträte für die überplanmäßigen Haushaltsmittel. Oskar Rapp (Freie/Neue Liste), Peter Bötsch, Patrick Flaig, und Michael Melvin (alle CDU) enthielten sich, Emil Rode (Freie/Neue Liste stimmte dagegen.