Der Eingangsbereich der Täbinger Turnhalle und der Kita bleibt auch nach dem Umbau fast unverändert. Im Westen wird die Halle erweitert. Foto: Hertle

Zum zweiten Mal in zwei Jahren soll der Rosenfelder Gemeinderat einen Umbaubeschluss für die Turnhalle in Täbingen fassen. Das Projekt hat eine jahrelange Vorgeschichte.

Rosenfeld - Nun soll es endlich so weit sein: Fördermittel sind bewilligt, die Planungen fertig – nun könnte der lang ersehnte Umbau der Halle in Täbingen beginnen, wenn der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung grünes Licht gibt.

Die Halle wurde Ende der 1960er-Jahre errichtet und weist für eine Turnhalle eine relativ kleine Fläche auf. Die Besonderheit ist die bauliche Verbindung mit dem Schulgebäude, das heute die Kindertagesstätte beherbergt, und den Räumen des Sportvereins. Anders als in Isingen ist keine Trennung möglich. Für die Planer vom Ingenieurbüro Bewer, das auch den Umbau zur heutigern Eschwaldhalle konzipierte, und die Stadtverwaltung ist ein kompletter Abbruch und Neubau keine Option.

Gaststätte mit Bleistift eingezeichnet

Interessant ist ein Blick in die Baugeschichte. 1967 war noch gar keine Gaststätte vorgesehen. Diese taucht laut Bauamt in einem Baugesuch von 1969 auf, zum einen in einer ursprünglichen Planung als ein vollkommen eigenständiges Vereinsheim mit Jugendraum, Tischtennisraum und Lagerraum, und zum anderen – mit Bleistift eingetragen – in der dann tatsächlich gebauten Form, nämlich mit einem Schankraum und einer Bühne für die Halle, jedoch errichtet auf der Grundfläche des Vereins. Baurechtlich dokumentiert sind diese Maßnahmen dann in einem Baugesuch von 1972 mit dem Titel "Änderung während der Bauzeit", das 1972 genehmigt wurde.

Nicht als Mehrzweckhalle zugelassen

Zwar verfügt Täbingen durch das damalige Engagement der Bürger damit über eine Festhalle mit Gastronomie und Bühne, die 1981 nachträglich genehmigt wurde. Die viel frequentierte Turnhalle ist aber laut Stadtverwaltung zu keinem Zeitpunkt als Versammlungsstätte genehmigt worden, da sie schon damals zur Bauzeit den Anforderungen des Brandschutzes nicht entsprochen habe. Sie müsste heute aufwendig ertüchtigt werden, um weiterhin als Mehrzweckhalle dienen zu können.

Mängel in Sachen Brandschutz und Raumgrößen

Aus heutiger Sicht weist die Täbinger Halle mehrere Mängel auf: Die Flächen für Geräte, Umkleide und Duschen sind zu klein, die sanitären Anlagen ebenso, ferner die Lagerräume für Stühle und Tische. In Sachen Brandschutz müsste die Halle eine neue feuerbeständige Dachkonstruktion erhalten, eine Sicherheitsbeleuchtung und einen Abzug für Rauch und Wärme.

Geplant ist eine gemeinsame Küche für Halle und Verein. Auch sollen ausreichende Lagermöglichkeiten geschaffen werden, barrierefreie Toiletten, größere Umkleideräume, eine Lüftungsanlage, Deckenstrahlheizungen und LED-Beleuchtung. Der Anbau wird im Westen der Halle errichtet. Mit dem Umbau soll auch die Erdbebensicherheit verbessert werden. Nach den Vorstellungen des Planers Andreas Bewer sollen nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Ziegel oder Linoleum als Bodenbelag verwendet werden. Festverglasungen mit textilem Sonnenschutz ersparen eine Kühlung. Vorgesehen ist auch eine Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage.

Regelmäßig genutzt

Regelmäßig wird die Halle von mehreren Gruppen und Vereinen genutzt, etwa als Bewegungsraum der Kita, vom Sportverein, der DRK-Seniorengymnastik und von den Linedancern der "Funny Liners". Aber auch die "Liacht-Hexa" und der evangelische Jugendkreis zählen zu den Nutzern. Im Durchschnitt findet alle eineinhalb Monate eine größere öffentliche Veranstaltung statt. Versammlungen aller Täbinger Vereine finden im Sportheim statt.

War man anfangs davon ausgegangen, dass der Aufwand für Veränderungen und Ertüchtigungen noch recht gering wäre, wurde man eines Besseren belehrt. Aus dem Umdenken resultieren auch Planänderungen und Verzögerungen.

So hatte der Gemeinderat 2016 beschlossen, das Büro Bewer mit den Umbauplanungen zu beauftragen. 2018 wurde der Entwurf mit dem Ortschaftsrat Täbingen und dem Sportverein abgestimmt und dann ein Grundstück neben der Halle erworben. Im Juli 2020 erfolgte der erste Baubeschluss im Gemeinderat, nachdem Zuschüsse des Bundes zugesagt worden waren; im April dieses Jahres dann die Empfehlung des Ausschusses für Technik und Umwelt für eine aktualisierte Entwurfsplanung.

Geld von Bund und Land

Neben Geld aus dem Bundesförderprogramm Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur erhält die Stadt auch Fördermittel aus dem Landesprogramm kommunale Sportstättenförderung und dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Die Baukosten beziffert das Büro Bewer auf insgesamt 4,84 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2023 vorgesehen.