Nikolaus und Nadine Sauer (von links) sowie der städtische Wirtschaftsförderer Robin Derdau beim Durchtrennen des roten Bandes zur Wiedereröffnung der Lahrer McDonalds-Filiale. Rechts ist Alwina Cocon zu sehen. Die Lahrerin war die Gewinnerin bei einer Hörer-Aktion von Radio Ohr und darf nun ein Jahr lang bei McDonalds in Lahr kostenlos essen. Foto: Schabel

Das ging schnell: McDonalds Lahr feierte am Freitag nach vier Wochen Umbauzeit seine Neueröffnung. Die Filiale in der Arena setzt jetzt voll auf Digitalisierung.

Luftballons schmückten den Eingang, davor war ein roter Teppich ausgerollt, über den rund 50 Ehrengäste gingen. Drinnen gab es für sie Sekt, Kuchen und Burger, die in kleine Portionen geschnitten worden waren und nun von Tabletts gereicht wurden.

 

Vor allem aber gab es etwas zu sehen – denn die vor gut 25 Jahren mit dem Start der Arena eröffnete Filiale hat in vier Wochen Umbauzeit ein frisches Erscheinungsbild erhalten: Boden, Wände, Decke, das Mobiliar – alles ist neu, ebenso wie die Klimatechnik und Lüftung.

Die Erneuerung des Restaurants sei überfällig gewesen, „der Lack war ein wenig ab“, sagte Nikolaus Sauer, der Chef der Sauer Systemgastronomie, die 13 McDonalds-Filialen in der weiteren Region betreibt, darunter seit 2019 auch die in Lahr.

Trotz Digitalisierung: 15 neue Stellen sind geplant

Im Interview mit Markus Knoll, dem Moderator der Eröffnungsfeier, verriet Sauer, dass der Totalumbau 1,2 Millionen Euro gekostet habe. Und dass man auch beim Personal zulege: Schon vor der Modernisierung habe man in Lahr 40 Mitarbeiter beschäftigt, nun kämen 15 Vollzeitstellen hinzu.

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Sauer später, dass neue digitale Technologien das meiste Geld beim Umbau gekostet hätten. Tatsächlich ist nicht nur das Aussehen der Filiale verändert, sondern dort geradezu ein neues Zeitalter eingeläutet worden: Statt sich an der Theke in eine Schlange zu stellen, ordert der Kunde sein Menü jetzt an Touch-Terminals.

Nur eine Minute braucht eine Hackfleischscheibe – dann ist sie durchgebraten. Foto: Schabel

Es ist auch möglich, über eine App am Platz zu bestellen, das Essen wird dann an den Tisch gebracht. Über die App kann man sein Menü auch von daheim aus zusammenstellen und dann vor Ort abholen. Bevor eine mit Happy Meal und Co. vollgepackte Tüte dabei im McDrive über den Schalter gereicht wird, wird sie gewogen: Eine Künstliche Intelligenz überprüft, ob das Gewicht mit dem gekauften Menü übereinstimmt. „Nichts ist ärgerlicher, als wenn der Kunde daheim merkt, dass er nicht genau das erhalten hat, was er bestellt hat“, erklärte Sauer.

Der „Mäckes“ in Lahr ist insgesamt zu einer Art Multichannel-Filiale geworden – wenn ein Kunde am Bestellterminal etwa einen Becher Cola ordert, wird der in der Küche nun von einer Maschine automatisch abgefüllt.

Burger werden nicht mehr „auf Halde“ produziert

Denn auch in der Küche hat man die Prozesse geändert: Ab jetzt wird zum Beispiel jeder Burger erst auf Anforderung produziert, also nicht „auf Halde“. So sei das Essen frischer, verrät eine Mitarbeiter unserer Redaktion.

Mit der besseren digitalen Infrastruktur soll das Kauferlebnis optimiert werden, ein Schritt, den McDonalds natürlich nicht nur in Lahr geht. In den USA verzeichnete der Fastfood-Riese zuletzt schwächere Umsätze, mit den modernen Technologien soll in Filialen weltweit die Zahl der Kunden erhöht werden.

Das Lahrer Restaurant ist dabei in der Region der Vorreiter, war bei der Eröffnung zu hören. Obwohl auch interne Prozesse verbessert worden sind, werden dabei neue Stellen geschaffen – das zusätzliche Personal brauche man für den erweiterten Service, erzählte Sauer. Bisher habe man etwa ein Drittel der 15 geplanten neuen Vollzeitstellen besetzt, weitere Bewerbungen seien erwünscht.

Viele Menschen sehen Fastfood kritisch, unter anderem wegen der Erzeugung großer Mengen an Verpackungsmüll. Sauer betonte deshalb, dass die Kunden beim Bestellvorgang auf Mehrwegalternativen bei der Verpackung hingewiesen würden. Und dass man den Kaffee in Lahr aus Porzellantassen serviere.

Bei der Eröffnungsfeier wurden auch Spenden übergeben – 5000 Euro erhielt die McDonalds-Kinderhilfe, 3000 Euro erhielt die Jugendabteilung des SC Lahr, die ohnehin bereits von McDonalds gesponsort wird. Frank Müller, der Vorsitzende des SC Lahr, revanchierte sich bei Nikolaus Sauer mit einem Vereinsschal und einem Trikot.

Cola made in Lahr

Manche Menschen sind überzeugt, dass die Cola bei McDonalds anders schmeckt als im Supermarkt, nämlich irgendwie frischer. Tatsächlich könnte da etwas dran sein, denn sie wird bei dem Fastfood-Riesen direkt in den Filialen hergestellt - auch in Lahr. Man lässt sich den fertigen Sirup anliefern, fügt diesem Wasser und Kohlensäure hinzu. Bei einer Führung hinter die Kulissen zeigte Sauer den Raum, in dem eine Maschine auf diese Weise Cola produziert. Man sollte meinen, sie müsste genauso wie das Produkt aus dem Supermarkt schmecken, denn die Zutaten sind immer gleich. Doch bei McDonalds wird die Cola gekühlt und mit Eiswürfeln serviert – laut Ernährungsexperten könnte das bereits dazu führen, dass sie erfrischender und als nicht „zu süß“ wahrgenommen wird. Angeblich soll es das subjektive Geschmacksempfinden bereits beeinflussen, wenn die Cola aus einem Strohhalm getrunken wird.