Nach dem Haus Erlenweg 31 wird nun auch das Haus Nummer 27 saniert, um die Nachfrage nach neuem Wohnraum zu stillen.
Das Gebäude Erlenweg 27 – an abgelegener Stelle im Manbachtal – soll energetisch saniert und zu neuem Wohnraum ausgebaut werden. Gedacht ist an die Unterbringung von Wohnungslosen oder Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind.
Der Gemeinderat hat dem Vorhaben, für das Kosten von 660 000 Euro im Raum stehen, bei einer Gegenstimme zugestimmt. Lediglich 450 000 Euro sind laut aktuellem Haushaltsplan dafür vorgesehen. Die zusätzlichen 210 000 Euro hofft die Stadt durch Fördermittel auszugleichen.
Erst vor vier Jahren war das Gebäude Erlenweg 31 für genau denselben Zweck umgebaut worden. Doch inzwischen sind die Kapazitäten ausgeschöpft – neuer Wohnraum muss her.
Zimmer und Wohnungen
Wie Thomas Gärtner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, erklärte, sollen durch eine neue Raumaufteilung und einen neuen Zugang im Erd- und im Obergeschoss des rechten Gebäudeteils je vier Einzelzimmer von neun bis 17 Quadratmetern entstehen. Jede Etage wird mit einem WC, einem Badezimmer sowie einer Küche zur gemeinsamen Nutzung ausgestattet. Im linken Teil des Gebäudes sind zwei Wohnungen mit einer Größe zwischen 76 und 83 Quadratmetern geplant. Jede Wohnung wird über drei Schlafzimmer, ein Wohn-/Esszimmer, eine Wohnküche, WC und Bad verfügen.
Schon vor der Abstimmung hatte Stadträtin Elisabeth Gebele (Bürgeraktion) angekündigt, dem Vorhaben nicht zuzustimmen. Wer beispielsweise wegen häuslicher Gewalt des Nachts aus dem Haus geholt und an einen sicheren Ort gebracht werde, der wolle sicher nicht abseits in einem so dunklen Gebiet untergebracht werden, argumentierte sie. „Dieser Ort ist nicht der richtige“, sagte Gebele und fügte hinzu: „Es ist richtig, in ein Gebäude zu investieren, aber nicht in dieses.“
Oberbürgermeister Julian Osswald wollte das nicht unkommentiert lassen, schließlich gebe es Täter und Opfer, und „es gibt auch die Möglichkeit, dass der Täter die Wohnung verlassen muss“.
Kurzfristige Unterbringung
Auf die Frage von Bärbel Altendorf-Jehle (BA), weswegen es in einer solchen Unterkunft keine Leute gebe, die die Menschen in Empfang nehmen und sie anschließend betreuen, wie es in großen Städten der Fall sei, antwortete Osswald, dass die Menschen natürlich eingewiesen und betreut würden. „Es werden dort immer wieder Menschen kurzfristig untergebracht werden müssen, da kann ich keinen da hinsetzen.“ Die Situation in großen Städten sei nicht mit der in Freudenstadt vergleichbar.