Für den Umbau des Steinacher Pfarrhauses hat der Gemeinderat erste Gewerke für 1,32 Millionen Euro vergeben. Die Ausschreibung für den Aufzug wurde aufgehoben. Seitens der Verwaltung stellte Simone Muth die einzelnen Gewerke vor.
Diese waren in der ersten Tranche vergeben waren (siehe Info). Das Leistungsverzeichnis für den Aufzugsbau sei an drei Firmen versandt worden, bei Submission habe lediglich ein Angebot über gut 125 300 Euro vorgelegen. „Das Angebot liegt deutlich über der Kostenberechnung von 49 530 Euro“, erklärte Muth und verwies auf die Möglichkeit einer Aufhebung der Ausschreibung. Die Abweichung des Angebots vom geschätzten Auftragswert liege bei 253 Prozent, womit von einem unangemessen hohen Preis ausgegangen werden könne.
Gemeinderat Patrick Leopold (FW) erkundigte sich nach dem weiteren Vorgehen in Sachen Aufzug. Architekt Nicolai Schwendemann erklärte seitens des beauftragten Büro Kopf in Steinach: „Bisher hatten wir eine Sonderlösung geplant, weil wir in der Entwurfsplanung mit möglichst wenig Eingriffen im Bestand auskommen wollten.“
In der Ausführungsplanung werde jetzt ein regulärer Schacht vorgesehen. Dieser werde im Untergeschoss teilmassiv, im oberen Bereich aber in Holzbauweise erstellt. Das habe den Charme, dass man mit einer Wandstärke von zwölf Zentimetern auskomme und sich damit wenig konstruktive Querschnitte ergäben. Außerdem sei der Schacht durch die Modul-Bauweise einfacher einzubauen, als ein Betonschacht. Und weil man sich nun im regulären Aufzugsbau bewege, sei auch die Bandbreite möglicher Firmen größer.
Alexander Kern (CDU) erkundigte sich nach der Abweichung der Vergaben gegenüber der Kostenschätzung. Diese bezifferte Simone Muth mit einer Unterschreitung von 7,2 Prozent.
Gregor Uhl (FW) fragte nach dem Fachplaner des Elektro-Gewerks, dessen Planung und Ausschreibung nach Angaben des Architekten in Zusammenarbeit mit der ausführenden Firma erstellt wurde.
Christine Haas-Matt (FW) sah in den enormen Preisunterschieden bei den Anbietern der Gewerke ein mögliches Qualitätsrisiko. Doch Bürgermeister Nicolai Bischler stellte klar: „Wir sind verpflichtet, das günstigste Angebot zu nehmen.“ Nicolai Schwendemann erklärte die großen Preisspannen zum Teil mit dem Auslastungsgrad der Firmen. Wer gerade dringend Arbeit brauche, biete meist etwas günstiger an.
Die Vergabe der einzelnen Gewerke und die Aufhebung der Ausschreibung für den Aufzug erfolgten einstimmig, die ersten Rückbau-Arbeiten zum Umbau des Pfarrhauses beginnen bereits am heutigen Mittwoch.
Das waren die einzelnen Vergaben
Die Rückbau-Arbeiten gingen an die Hofstetter Firma „Kaiser Abbruch“ (49 000 Euro), die Erd- und Rohbauarbieten an die Lahrer „Echle Bau“ (204 000 Euro), die Zimmerer- und Dachdecker-Arbeiten an die Steinacher Zimmerei Hansmann (99 800 Euro), die Blechnerarbeiten an die Steinacher Firma Thomas Kreyer (38 500 Euro), der Gerüstbau an die Hausacher Firma Baumann (19 000 Euro), die Elektro-Installationen an die Steinacher „Elektro Heitzmann GmbH“ (230 000 Euro), die Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsarbeiten an die Steinacher Firma „Kopf und Sohn“ (120 500 Euro), die Sandstein-Sanierung an den Lahrer Steinmetz Göhrig (110 300 Euro), die Holzfenster und der Sonnenschutz an die Haslacher Moser GmbH (70 000 Euro), die Metallfenster und der Windfang an die Haslacher Firma Haser (47 000 Euro), der Trockenbau an die GFT Gesellschaft aus Karlsruhe (85 500 Euro), der Estrich an die Firma Armbruster und Dilger in Schramberg (9500 Euro) sowie die Putz-, Dämmungs- und Abdichtungsarbeiten an die Triberger Firma Kaiser (237 700 Euro). Alle Zahlen sind aufgrund der Lesbarkeit leicht auf oder abgerundet