Erneut wird in Ulm gegen mutmaßliche Islamisten ermittelt. Foto: dpa

Ein mutmaßlicher Unterstützer der Islamischen Dschihad-Union wurde in Ulm festgenommen.

Karlsruhe/Berlin/Ulm - Drei mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) sind am Samstag in Berlin und Ulm festgenommen worden. Alle drei sind deutsche Staatsangehörige, wie die Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mitteilte. Es handele sich um den 20-jährigen Alican T., die 28-jährige Filiz G. und den 31-jährigen Fatih K. Filiz G. wurde in Ulm gefasst, die beiden anderen in Berlin. Die Ermittler ließen insgesamt vier Wohnungen durchsuchen.

Die drei Beschuldigten sollen die Ziele der Terrorgruppierung mit Geld gefördert haben. Alican T. und Filiz G. hätten 1650 Euro und 800 Euro Bargeld beschafft, das Filiz G. mit zwei Überweisungen im November und Dezember 2009 der IJU über einen Mittelsmann in der Türkei zukommen ließ. Fatih K. soll der terroristischen Vereinigung im November und Dezember 2009 zunächst 330 Euro und dann 1080 Euro ebenfalls über einen Mittelsmann in der Türkei zur Verfügung gestellt haben.

Die Beschuldigten wurden am Sonntag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der Haftbefehle erlassen hat. Alican T. und Filiz G. kamen daraufhin in Untersuchungshaft, während der Haftbefehl gegen Fatih K. auf Antrag der Bundesanwaltschaft gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.

Die IJU - mit der auch die vier mutmaßlichen Islamisten der "Sauerland-Gruppe" in Verbindung standen - unterhält laut Bundesanwaltschaft Kontakte zur Al-Qaida. Die IJU habe zunächst regionale Ziele in Usbekistan verfolgt, inzwischen ihre Aktivitäten aber auch nach Europa ausgeweitet - "im Sinne des globalen 'Jihad'" (Heiligen Krieges). Als zentrales Propagandamedium nutzt die Organisation das Internet, wo sie sich auch zu Anschlägen auf Isaf-Truppen in Afghanistan bekannt habe.

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