Bürgermeister Martin Aßmuth erzählte in drei Sprachen von der Partnerschaft. Foto: Aßmuth

Die Gemeinde hat bei einer Dokumentation mitgewirkt, in dem der Nutzen von Partnerschaften mit ukrainischen Städten thematisiert wurde.

Kopenhagen, Lublin, Aalborg, Idrija, Panevėžys, Nancy – und Hofstetten. Neben diesen Großstädten und Metropolen hat auch die kleine Gemeinde aus dem Kinzigtal an einem Filmprojekt der Initiative „Cities for cities“ (Städte für Städte) mitgewirkt. Denn sie alle haben etwas gemeinsam: Sie sind Partner von ukrainischen Städten und Gemeinden und „cities for cities“ hat es sich auf die Fahnen geschrieben, ukrainische Gemeinden zu unterstützen und sich weltweit mit anderen zu verbinden.

 

Die siebenteilige Dokumentation der Initiative hat aus diesem Grund auch zum Ziel, „zu zeigen, welche Vorteile die Partnerschaftsarbeit mit sich bringt und wie eine Partnerschaft Städte sowie Gemeinden voranbringen kann“, fasst Hofstettens Bürgermeister Martin Aßmuth zusammen. Die 1800-Einwohner-Gemeinde hat seit 2019 mit Trostjanez eine ukrainische Partnerstadt. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges unterstützt die badische Gemeinde ihre ukrainischen Freunde regelmäßig mit Hilfslieferungen. Eine ausgemusterte Drehleiter, Feuerwehrausrüstung, Kleidung, medizinisches Material und vieles mehr hat bisher auf diese Weise seinen Weg nach Trostjanez gefunden – insgesamt mehr als 200 Tonnen Hilfsgüter.

Da war es kein Wunder, dass Hofstetten Anfang dieses Jahres eine Anfrage für den Dreh in der Gemeinde erhielt. „Wir fanden es sehr schön, dass neben den Großstädten und Metropolen Hofstetten ausgewählt wurde“, berichtet Aßmuth. Nachdem erste Szenen für die Doku bereits in der Ukraine gefilmt wurden, traf das fünfköpfige Filmteam, bestehend aus zwei Kameramännern, Moderation, Produzentin und einem Ton- und Organisationsspezialisten, im Kinzigtal ein. Sie machten einen Tag lang Aufnahmen von den Hilfsgütern, interviewten Aßmuth und andere Hofstetter, die sich an der Unterstützung für die Ukraine beteiligen, wie zum Beispiel den ehemaligen Gemeinderat Willi Uhl, Kurt Bühler und Erwin Neumaier von den alten Herren der Feuerwehr sowie Werner Bauer. Diese erzählten, was sie alles tun, um den Menschen in der Ukraine zu helfen und auch, warum sie das für wichtig halten. „Es war etwas ungewohnt, vor der Kamera zu sein und auch anstrengend; zumal ich viel in drei Sprachen – Deutsch, Englisch, Ukrainisch – berichten musste“, so Aßmuth.

Im Juli kehrte das Filmteam nach Hofstetten zurück, um Videos vom Fußballspiel der Nationalmannschaft der ukrainischen Bürgermeister gegen die der deutschen aufzunehmen. Dieses Mal blieben sie drei Tage. Mit der Drohne machten sie auch Landschaftsbilder, die später ihren Weg in den Film fanden.

Eine Drohne machte Landschaftsaufnahmen

Der ist nun seit ein paar Tagen nämlich nicht nur auf „Megogo“, der ukrainischen Form des Streamingdienstes „Netflix“, zu sehen, sondern auch auf dem internationalen Videoportal Youtube. So soll er einem breiteren Publikum zugänglich sein. Dafür sollen demnächst noch englische Untertitel folgen. Seitdem ist Aßmuths Handy „quasi explodiert“, wie er berichtet. Vor allem Bürgermeister aus der Ukraine hätten sich bei ihm wegen des Films gemeldet und ihn sowie die Arbeit in Hofstetten gelobt. Auch Hofstettens Bürgermeister ist mit dem Ergebnis des Drehs zufrieden – nicht nur, weil es Werbung für Hofstetten darstellt. „Es ist schön, dass über Land und Leute sowie über unsere Arbeit berichtet wurde“, sagt er. Doch er findet auch, Bezug nehmend auf den Krieg in der Ukraine: „Es wäre natürlich schöner, wenn unser Hilfe nicht nötig wäre.“

Gezeigte Partnerschaften

In der siebenteiligen Dokumentation werden folgende Partnerschaften thematisiert: Poltava – Panevėžys (Litauen), Trostjanez – Hofstetten, Pereshchepyne – Idrija (Sloewenien), Vinnytsia – Nancy (Frankreich), Lutsk – Lublin (Polen).