Das zweite Jahr in Folge sind im Nest in der Wildberger Felswand zwei Uhu-Küken geschlüpft. Foto: Holzhäuer

Die Wildberger Uhus haben Familienzuwachs bekommen. Das zweite Jahr in Folge sind im Nest in der Felswand hinter Swen Holzhäuers Haus zwei Küken geschlüpft. Und die haben es ins Fernsehen geschafft.

Wildberg - Sind die putzig! Das ist wohl der erste Gedanke, der einem beim Anblick der stolzen Uhu-Eltern und ihrer beiden Küken in den Sinn kommt. Uhus sind selten geworden, ihr Anblick ist definitiv etwas Besonderes. Vor allem mitten in der Stadt, so wie in Wildberg. Kurz hinter dem Bahnübergang von Nagold her kommend, hat das Uhu-Pärchen sein Nest gebaut, in einer Felsspalte bei Swen Holzhäuer.

Seit Herbst sind der Uhu und Swen Holzhäuer Nachbarn. Von 2019 auf 2020 hat das Uhu-Pärchen erstmals gebrütet, allerdings schlüpften damals noch keine Küken. Doch im vergangenen und in diesem Jahr konnte Holzhäuer Nachwuchs beobachten, beide Male zwei Jungtiere. Das Männchen sei ganzjährig zu sehen, das Weibchen mache es sich aber erst in der Felsspalte gemütlich, wenn er ein Nest für sie gebaut hat und sie tatsächlich brütet.

Den ganzen Tag im Nest

Die Mühen des Uhu-Vaters hatten auch dieses Jahr Erfolg, am 21. Februar legte sie das erste Ei. Seither bleibt sie den ganzen Tag im Nest. Das Uhu-Männchen schafft das Futter ran, das können schon mal Tauben oder ganze Hasen sein. Am Anfang hat das Uhu-Weibchen die Kleinen noch sechs bis sieben Mal am Tag mit mundgerechten Stücken gefüttert. Die Küken sind inzwischen jedoch so groß, dass sie ganze Mäuse und kleine Vögel am Stück schlucken können.

Dem Naturliebhaber macht es Spaß, die Vögel zu beobachten und ihren Charakter zu erforschen. Dank mehrerer Kameras ist ihm das möglich, ohne die Tiere zu stören. Das Uhu-Männchen zumindest sei aber auch so sehr entspannt und kommt Swen Holzhäuer auch sehr nahe. Vor einigen Tagen saß der Uhu am Treppenaufgang in der Nähe und Holzhäuer konnte sogar ein paar Fotos machen, ehe Fremde kamen, der Greifvogel sich erschreckte und davonflog.

Das Interesse an den Uhus ist ungebrochen groß. An der Brücke schräg gegenüber von Swen Holzhäuers Haus und der Felsspalte stünden oft Interessierte mit großen Kameras, um ein Fotos von den Uhus zu ergattern. Swen Holzhäuer stört das nicht, er gehe sogar hinüber, wenn er Bekannte sehe. Fast jeden Abend komme man so ins Gespräch.

WhatsApp-Gruppe für Uhu-Fans

Es gibt sogar eine Whats­App-Gruppe für Wildberger Uhu-Fans, in der etwa 40 Personen dem Uhu-Leben folgen. Zwischenzeitlich hat Swen Holzhäuer noch eine zweite Gruppe für alle erstellt. Die Jungen vom vergangenen Jahr haben übrigens dem Vernehmen nach den Weg nach Stammheim gefunden. Dort seien sie gemeinsam unterwegs.

Inzwischen ist sogar das Fernsehen auf Swen Holzhäuer und die Uhus aufmerksam geworden. Vergangene Woche lief ein Beitrag im SWR, in dem Holzhäuer interviewt wurde und die Vögel in ihrer vollen Pracht zu sehen waren – eine interessante Erfahrung für den Wildberger. Es sei ein "lustiges Gefühl" gewesen, einmal selbst im Fernsehen zu erscheinen. Interessant fand er auch, wie viel Aufwand hinter ein paar Sekunden Bildmaterial steckt. Fast drei Stunden hätten die Dreharbeiten gedauert.

Noch schätzungsweise bis Ende Mai seien die Uhu-Jungvögel im Nest, so Holzhäuer. Dann würden sie ihre ersten Flugversuche unternehmen. Bis Juli blieben sie in jedem Fall in der Gegend, die Küken vom vergangenen Jahr habe man auch im August noch durch das Tal fliegen sehen.

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