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Uhrenmuseum in Furtwangen Wie Tetris Geschichte schrieb

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Unter dem Titel "Tetris – Daddeln mit der Armbanduhr" macht das Uhrenmuseum auf das Objekt des Monats November aufmerksam. (Symbolfoto) Foto: SIR-Screenshot

„Daddeln“, also spielen am Smartphone ist heute alltäglich. Doch wer das für eine Errungenschaft des 21. Jahrhunderts hält, liegt falsch. Schon 1991 konnte man mit einer Computeruhr das Spiel „Tetris“ spielen. Wie das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen darauf trotz Zwangs-Schließung aufmerksam macht, erfahren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Furtwangen - Das Deutsche Uhrenmuseum bleibt wegen Corona und geschlossener Türen virtuell präsent. Unter dem Titel "Tetris – Daddeln mit der Armbanduhr" wird auf das Objekt des Monats November aufmerksam gemacht.Verschiedene Aspekte sind damit verbunden: Vorgestellt wird moderne Computertechnik in Kleinformat. Es wird ein Blick auf die Popkultur geworfen und die Leidenschaft für das Spiel beleuchtet. Daneben werden moralische Bedenken eingeblendet sowie die Entwickler- und Firmengeschichte beschrieben. Ferner wird dokumentiert, dass das Uhrenmuseum auch in der Coronaphase weiter arbeitet, im Internet präsent ist und zur Nahtstelle zwischen virtueller und realer Welt wird, denn der Interessent soll per Computer zum Museumsbesuch animiert werden, der, so hoffen die Verantwortlichen, ab Dezember wieder möglich sein wird.

Internetauftritt löst weltweites Interesse aus

Der Internetauftritt des Museums beweist weltweites Interesse von Kanada bis Fernost und löste etliche Presseanfragen aus. Möglich sind die Rundum-Betrachtung von Uhren und ein Einblick in das Innenleben der Objekte.

Die um 1991 entstandene "Nintendo Tetris" der Firma EM Entertainment konnte das Museum in diesem Frühjahr von einem leidenschaftlichen Besitzer erwerben. Deutliche Gebrauchsspuren weisen das Exponat als keineswegs anonymes Stück "des erfolgreichsten Spiels aller Zeiten" aus.

Die Kommunikationsbeauftragte Eva Renz und der kommissarische Museumsleiter Johannes Graf sind begeistert von der authentischen Armbanduhr, mit der "gedaddelt" werden kann, denn neben der Zeitanzeige können bei Tetris graphische Elemente wie ein Quadrat, ein Rechteck oder ein Winkel so angeordnet werden, dass sie eine möglichst lückenlose Fläche ergeben. Jedes Element besteht aus genau vier Quadraten, daher der Name "Tetris", der ans griechische "tetra" (vier) angelehnt ist. Erfinder war der russische Programmierer und Game-Designer Alexei Leonidowitsch Paschitnow an der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in Moskau, der mit seinem Computerspiel die Popkultur revolutionierte.

Spiel war bei Markteinführung nicht unumstritten

Das Spiel wurde unter Kollegen verbreitet und fand nach Öffnung des Ostens unter Michail Gorbatschow Eingang im westlichen Ausland. Hier explodierte der Markt geradezu, und die japanische Firma Nintendo brachte den legendären Gameboy auf den Markt. Der Preis war günstig und in der Standardversion war der Klassiker "Tetris" enthalten. Symbolisch taucht der Kreml auf. Das erfolgreiche Videospiel läuft auf 65 Plattformen. Allein auf Handys wurden mehr als 100 Millionen Lizenzen installiert.

Auf der einen Seite steht der kommerzielle Erfolg, andererseits wird die Spielleidenschaft als Suchtgefahr gesehen und manche Eltern machten sich Gedanken, ob die Kinder regelrecht "verblöden" würden, denn leicht war eine solche Uhr in die Schule mitzubringen. Immerhin gibt es in Korea bereits seit Jahren Kliniken, die elektronische Mediensucht behandeln.

In Deutschland vertrieb die Uhren der Medienkonzern EM TV, dessen Pleite auch das Imperium des Medienmoguls Leo Kirch in den Untergang strudeln ließ. Tetris schrieb Geschichte.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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