Das Deutsche Uhrenmuseum hat seit 1. August wegen Sanierung geschlossen. Diese soll rund zwei Jahre dauern. Foto: Vanessa Lehmann

Seit 1. August ist das Uhrenmuseum in Furtwangen wegen Sanierung geschlossen. Bis es wiedereröffnet könnten mehr als zwei Jahre vergehen. Was passiert solange mit den Uhren und was will das Museum in dieser Zeit tun?

Hier und da lässt sich noch ein Kuckucks-Ruf, ein Ticken, ein Gong oder ein Schlag vernehmen. Aber nicht mehr lange, denn das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen wird gerade bis auf das letzte Objekt leergeräumt.

 

Rund 10 000 Objekte wird das Team um Museumsleiterin Nicole Deisenberger bis November verpackt haben. Denn dann starten offiziell die Umbauarbeiten in einem der ältesten Uhrenmuseen der Welt. „Der größte Teil ist geschafft“, berichtet Deisenberger im Gespräch mit unserer Redaktion vor Ort.

Danach sieht es im Moment jedoch noch nicht aus – überall liegen Kisten, Paletten und Uhren herum. Allerdings wurde das Lager mit seinen knapp 9000 Objekten bereits seit rund eineinhalb Jahren leergeräumt. Jetzt fehlt nur noch die Dauerausstellung mit ihren 1200 Uhren.

Es ist einiges geplant

Jede Uhr wird einzeln verpackt, manche werden in speziell angefertigten Kisten verstaut. „Das erfordert eine gute Logistik“, weiß die Museumsleiterin. Dank einer Kooperation mit den städtischen Museen in Freiburg können die Uhren bis zur Wiedereröffnung dort gelagert werden.

Ricardo Lust verpackt vorsichtig eine der großen Kuckucksuhren. Foto: Leonardo Nacci

Wichtig für das Uhrenmuseum: „Wir sind nicht weg vom Fenster“, sagt Deisenberger. Denn während der Umbauarbeiten hat das Museum einiges geplant. Unter anderem das „Museum außer Haus“-Programm. „Bei diesem Programm können uns verschiedene Einrichtungen buchen.“

Das Museum erinnert zurzeit eher an eine große Baustelle. Einige Vitrinen sind schon leer, andere müssen noch ausgeräumt werden. Foto: Vanessa Lehmann

Beispielsweise möchte das Museum einen Workshop in der Schule anbieten, in dem es darum gehe, wie eine Uhr eigentlich funktioniert. Auch ein größeres Digitalisierungsprojekt ist laut Deisenberger geplant. „Die Arbeit geht uns nicht aus. Wir können jetzt Dinge machen, die man während der Öffnungszeiten nicht machen kann.“

Neue Dauerausstellung

Und wie geht es mit der Ausstellung nach der Sanierung weiter? „Wir konzipieren eine ganz neue Dauerausstellung“, verrät die Museumsleiterin. Wie diese allerdings letztendlich aussehen wird, wisse man noch nicht. „Das hängt auch von der Förderung ab.“ Durch eine Befragung von Besuchern und Nicht-Besuchern habe sich ein Thema jedoch klar herauskristallisiert: Dem Museum fehlt ein Café. Außerdem würden sich die Besucher mehr Stationen mit Interaktion wünschen.

Restaurateur Matthias Hüttlin hilft dem Team beim sorgfältigen Verpacken. Foto: Vanessa Lehmann

Auf die Frage, ob diese Themen für die Neueröffnung aufgegriffen werden sollen, antwortet Deisenberger: „Ja, das wollen wir auf jeden Fall machen. Wie, wissen wir aber noch nicht.“ Die Besucher können also gespannt sein, was sich das Uhrenmuseum überlegt.

Ein weiterer, wichtiger Punkt für Nicole Deisenberger: Teilhabe. „Wie können sich Menschen mehr bei uns einbringen?“ Diese Frage treibe das Team um. Der Umbau gibt ihm nun Zeit, sich damit zu beschäftigen. Das Uhrenmuseum möchte den Fokus auch verstärkt auf Workshops und Programme richten, die mit den Besuchern gemeinsam gestaltet werden können.

Hochschule wird saniert

Dass die mehr als 10 000 Uhren aus dem Museum geräumt werden müssen, liegt an der Hochschule Furtwangen: Von einer grundlegenden Sanierung ist auch das Uhrenmuseum als Einrichtung der Hochschule betroffen. Dabei steht vor allem die energetische Erneuerung im Vordergrund, wie die Museumsleiterin verrät. „Die Elektrik ist so veraltet, dass wir keine Ersatzteile mehr bekommen würden.“ Auch die Klimaanlage und das Dach müssen erneuert werden. 18 Monate seien für diesen Umbau geplant.

Rund 1200 Objekte aus der Dauerausstellung muss das Team noch verpacken. Anfang November soll der Umbau dann offiziell starten. Foto: Leonardo Nacci

Bis die Objekte jedoch wieder zurück im Museum sind, werde nochmals einige Zeit vergehen. Aus diesem Grund rechnet Deisenberger damit, dass das Museum erst Anfang 2027 wiedereröffnen kann. Dann kehrt das mehr als 170 Jahre alte Uhrenmuseum in neuem Gewand zurück – und freut sich auf hoffentlich viele neue und alte Besucher.