Fund der besonderen Art: ein kleines Turmuhrwerk des Kosmas Hörmann aus Schonach. Darunter sieht man die Kiste, in der das technische Wunderwerk entdeckt wurde. Foto: Siegfried Kouba

Das Objekt des Monats Juli ist ein Turmuhrwerk aus Schonach. Erst im Jahr 2023 wurde es entdeckt. Aber wieso ist das Uhrwerk so klein?

Eine Schenkung an das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen ist das Objekt des Monats Juli. Der Schatz wurde 2023 auf einem Schonacher Speicher entdeckt. In einer Kiste fand man ein kleines Turmuhrwerk, das vollkommen unbenutzt schien.

 

Als Hersteller des technischen Wunderstücks, das im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts entstand, wird Kosmas Hörmann vermutet, der einst im Haus des Fundorts gewohnt hatte. Er wurde 1869 geboren, wurde Schwiegersohn des Benedikt Schneider, der die gleichnamige Turmuhrenfabrik gründete und war dort als Konstrukteur von den 1890er-Jahren bis 1930 beschäftigt. Zu seinem 90. Geburtstag wurde er 1959 ausführlich in der Neuen Uhrmacherzeitung (Heft 20) gewürdigt.

Muster oder Prototyp

Bei dem Ausstellungsstück geht man davon aus, dass Kosmas Hörmann ein Muster oder einen Prototypen für die Turmuhrenfabrik fertigte. Als Demonstrationsobjekt wird es wahrscheinlich bei Industriemessen gezeigt worden sein. Das würde erklären, wieso eine Miniaturversion mit zahlreichen Funktionen ausgestattet wurde. Sie besteht aus vier modularen Einzelwerken, einem Gehwerk mit der typischen Form der Platinen in Anlehnung an barocke Giebel, zwei Stundenschlagwerken und einem Viertelstundenwerk. Anhand des Hochglanzstücks konnte man potenzielle Kunden die Leistungsfähigkeit der Schneider-Produkte erläutern. Das Uhrenmuseum ist stolz auf den Neuerwerb und schildert recht ausführlich in seinem Blog (blog.deutsches-uhrenmuseum.de) die Firmengeschichte des traditionellen Familienunternehmens, das heute noch existiert. Die GmbH steht für funkgesteuerte Turmuhren, elektronische Läutemaschinen, Bronzeglocken, bis hin zu Glockenspielen und ist ein außergewöhnliches Beispiel für solide Arbeit in über 160 Jahren.

Ab 1. August geschlossen

Das Uhrenmuseum schildert auch den Wandel von mechanischer Technik zum Einsatz moderner Funkuhren. Wer vor Ort das Objekt des Monats betrachten und das Museum besuchen will, sollte sich unbedingt diesen Monat Zeit nehmen, denn ab 1. August wird wegen umfangreicher Sanierung der HFU, wozu auch das Deutsche Uhrenmuseum gehört, vorläufig geschlossen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.