Menschenrettung und Brandbekämpfung trotz Rauch und Flammen trainierten Feuerwehren und DRK an einem Mehrfamilienhaus in Wiesenstetten.
Eine recht anspruchsvolle Übung an einem Gebäude über drei Stockwerke und Keller und dann noch von zwei Gebäudeseiten, hatte der Leiter der Übung, Matthias Lohmiller, seinen Feuerwehrkameraden abverlangt. Vergangenen Samstag stand bei der Feuerwehr Wiesenstetten die Jahreshauptübung an.
Angenommen wurde, dass in dem Gebäude mit zwölf barrierefreien Wohnungen eine ältere Bewohnerin beim Einschlafen vergessen hatte, ihre Kerze auf dem Nachttisch zu löschen. Das Feuer breitete sich schnell auf das ganze Zimmer aus und es entstand eine große Rauchentwicklung, die sich schnell auf das Treppenhaus ausbreitete. Mehrere Bewohner waren dadurch auf der Etage eingeschlossen, manche konnten sich auf die Balkone retten.
Aufgrund der undurchsichtigen Lage, wie viele Personen sich im Gebäude befinden, alarmierte die Leitstelle zusätzlich noch die Feuerwehr Empfingen und das DRK aus Mühringen. Kurz nach der Alarmierung über die Handys der Feuerwehrmänner waren die Feuerwehren und das DRK am Brandort.
So geht der Einsatzleiter vor
Der Einsatzleiter Matthias Lohmiller erkundete zunächst die Umgebung und versuchte, Angaben zu vermissten Personen zu bekommen. Im Treppenhaus und im Dorfgemeinschaftsraum fand der Einsatzleiter starke Rauchentwicklung vor und hörte Hilferufe. Zu befürchten waren Atemgifte im Gebäude und eine Brandausbreitung auf weitere Gebäudeteile.
Bei Bränden in den mehrgeschossigen Gebäuden, die recht unübersichtlich sind, ist eine schnelle und koordinierte Einsatztaktik unerlässlich. So begaben sich vier Angriffstrupps von Atemschutzträgern, mit Wasser des wasserführenden Fahrzeugs, der Schnelligkeit wegen in das Gebäude und suchten nach Personen, die in Gefahr sind. Ein fünfter Trupp stand zur Absicherung der Atemschutzträger im Gebäude wartend vor dem Eingang.
Mit einer Steckleiter wurde eine Person vom Obergeschoss der Gebäuderückseite gerettet. Bereits nach kurzer Zeit konnten auch die vermissten fünf Personen samt Übungspuppe gerettet und dem DRK zur Weiterbetreuung übergeben werden.
Abteilungen teilen Arbeit auf
Die Abteilung Wiesenstetten kümmerte sich um die Menschenrettung und Brandbekämpfung im Dorfgemeinschaftsraum und stellten eine Riegelstellung mit Wasser von einem Unterflurhydranten zum Schutz angrenzender Gebäudeteile her und setzten die zwei Belüfter zur Rauchbekämpfung ein.
Die Abteilung Empfingen kümmerte sich um die Menschenrettung und die Brandbekämpfung im Treppenhaus und dem Untergeschoss, sowie dem Aufbau einer Riegelstellung zum Schutz angrenzender Gebäudeteile mit einer Wasserversorgung über die Hauptstraße. In die Übung mit eingebunden waren auch drei Jungs von der Jugendfeuerwehr.
Fazit: gelungene Hauptübung
Trotz der Schwierigkeiten sprach der Wiesenstetter Feuerwehrkommandant Dieter Eger von einer sehr gelungenen Hauptübung mit einer sicheren Wasserversorgung als Rückgrat des Löscheinsatzes, einer eingespielten Wehr mit zuverlässigen Atemschutzträgern und einer klaren Funkkommunikation innerhalb der Mannschaft. Aber auch die Übergabe und die Zusammenarbeit mit dem DRK aus Mühringen lief vorbildlich.