Zwei Kampfjets vom Typ Eurofighter waren über der Region im Einsatz. (Archivbild) Foto: dpa/Jens Büttner

Zwei laute Knallgeräusche haben am Freitagnachmittag die Bewohner von Freudenstadt und benachbarter Gemeinden aufgeschreckt. Dass es sich dabei um einen Überschallknall gehandelt hat, wurde nun offiziell bestätigt. Allerdings waren die Kampfjets diesmal nicht für einen Übungsflug oder ein Manöver unterwegs.

Was war denn das? Eine Explosion? Ein Unfall? Zweimal kurz hintereinander war am Freitagnachmittag in Freudenstadt ein lauter Knall zu hören. Die Schallwelle war so stark, dass in unserer Redaktion in Freudenstadt sogar die Fensterscheiben sichtbar vibrierten.

 

Kurz darauf berichteten in den Sozialen Medien Bewohner aus mehreren Nachbargemeinden, dass der Knall auch bei ihnen zu hören gewesen sei. Während manche Nutzer offenbar sehr beunruhigt waren, war für andere der Fall klar: Es muss ein Überschallknall gewesen sein. Manche posteten sogar Fotos der Kampfjets am Himmel.

Nun bestätigt das Luftfahrtamt der Bundeswehr, dass es tatsächlich ein Überschallknall war. „Die Radarauswertung zeigt zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter“, schreibt ein Sprecher des Luftfahrtamts. „Die Luftfahrzeuge gehören zum Taktischen Luftgeschwader 74 und sind in Neuburg an der Donau stationiert.“

Funkprobleme lösten Jeteinsatz aus

Allerdings waren die Kampfjets überraschenderweise nicht für eine Übung oder ein Manöver unterwegs: „Der Grund war ein Flugzeug einer zivilen Fluggesellschaft mit Funkproblemen“, so der Sprecher. „Das zivile Luftfahrzeug flog von Nord nach Süd in Richtung Schweiz und wurde teilweise eskortiert.“

Worin genau die Probleme mit dem Funkgerät bestanden und warum diese dazu geführt haben, dass Kampfjets aufsteigen mussten, konnte der Sprecher zunächst nicht beantworten. Jedoch konnte das Problem offenbar gelöst werden: „Kurz vor der Schweizer Grenze waren die Funkprobleme behoben und die Eurofighter flogen wieder nach Neuburg zurück.“

Zum Hintergrund, wie ein Überschallknall entsteht, schreibt der Sprecher: „Im Rahmen von Überschallflügen erreicht ein Flugzeug eine Geschwindigkeit von mehr als circa 330 Metern pro Sekunde.“ Das entspreche rund 1188 Stundenkilometern.

„Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit treten Druckverdichtungen in der das Flugzeug umgebenden Atmosphäre auf, welche sich durch Druckstöße entladen“, erklärt der Sprecher weiter.

„Dies breiten sich kegelförmig hinter der Schallquelle aus. Die Breite des Kegels kann bis zu 80 Kilometer betragen. Diese Druckstöße nehmen wir als Knall und Druckschwankung wahr.“

Wie laut es dabei knallt, hängt offenbar von verschiedenen Faktoren ab. Denn der Überschallknall wird laut dem Sprecher bestimmt „durch die aerodynamische Form des Flugzeuges, dessen Geschwindigkeit und Flughöhe sowie die meteorologischen Bedingungen“.