Zur Freude der Besucher des Café Löffel haben Flüchtlinge ihnen selbstgebackene Plätzchen vorbeigebracht Foto: Kiryakova

In der Weihnachtszeit gibt es viele Möglichkeiten Andere, und sei es nur für einen Moment, glücklich zu machen. Eine Gruppe von Flüchtlingen hat Weihnachtsgebäck für die Besucher des Café Löffel gebacken. Aus der spontanen Idee kann mehr werden.

Jeder freut sich über eine Tüte Weihnachtsplätzchen, erst recht, wenn er sie nicht erwartet hat. Die Überraschung kurz vor Weihnachten ist gelungen: Flüchtlinge, unter anderem aus der Ukraine, Afghanistan, dem Irak und Syrien, haben am Donnerstag die Besucher des Café Löffel beschenkt.

 

Die Frauen haben am Mittwoch in der Alten Bahnhofstraße Weihnachtsplätzchen und Schokoladenkuchen gebacken sowie Weihnachtskarten geschrieben. Ulrike Haeusler, Leiterin der Diakonie, zu der das Café Löffel als Anlaufstelle für Obdachlose und andere Bedürftige gehört, war zuerst überrascht und dann von der Idee begeistert.

Die insgesamt zehn Frauen gehören zum Projekt „Zukunft für Migrantinnen“, das von der „Afög Ortenau“ organisiert wird. Mit dem Projekt werden Frauen mit Migrationshintergrund unterstützt, die eigenen Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten kennenzulernen und schneller einen Job zu finden. Im Projekt werden neben Deutschunterricht verschiedene kreative und handwerkliche Arbeiten angeboten, die die Frauen bei der Integration unterstützen.

Die fünfjährige Julia spielte für die Besucher spontan Weihnachtslieder auf ihrer Blockflöte. Foto: Kiryakova

Die Idee, Plätzchen und Kuchen für Bedürftige und Obdachlose zu backen, stieß auf großer Begeisterung bei den Frauen: „Wir wollen etwas Gutes tun“, so der Tenor. Da es bei der „Afög“ eine Küche gibt, haben alle am Tag vor der Bescherung fleißig Plätzchen gebacken, verpackt und Weihnachtskärtchen geschrieben.

Überrascht waren neben Haeusler und Hildegard Himmelsbach, die im Ehrenamt jeden Tag die Frühstückstheke vorbereitet, auch die ersten Besucher. Früh am Morgen kamen einige zum Frühstück und freuten sich über die Plätzchen in Geschenkpapier mit Grußkarten. Bis die Gaben verteilt waren, hatte sich der Raum in Gebäude der ehemaligen Metzgerei Lehmann in der Tramplerstraße gefüllt. Die fünfjährige Julia durfte an diesem Tag ihre Mutter Ganna aus der Ukraine bei der Geschenkübergabe begleiten. Mutter und Tochter, die nach dem russischen Überfall geflohen sind, leben seit 18 Monaten in Deutschland. Julia hatte ihre Blockflöte mitgenommen und gab eine spontanes Aufführung. So eine fröhliche Weihnachtsstimmung gibt es selten im Cafè Löffel.

Kooperation könnte allen Beteiligten helfen

Haeusler, die am Tag der Bescherung den erkrankten Sozialarbeiter Martin Schneider vertrat, war sichtlich angetan. Da es im Café Löffel immer Bedarf an ehrenamtlicher Hilfe gibt, sei eine weitere Kooperation eine gute Idee. Die Frauen aus dem Projekt kochen alle gerne und gut. Wie wäre es denn mit einer Art internationaler Küche? Ein Vorteil: Der Mittagstisch im Café Löffel wird in der eigenen Küche zubereitet, die aufgrund von Spenden in einem guten Zustand ist. Der Bedarf ist da und für die Flüchtlinge wäre das ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft und eigene Selbstständigkeit.

Über das Projekt

Zukunft für Migrantinnen (Zumi) ist ein Projekt der Arbeitsförderungsgesellschaft Ortenau (Afög) in der Alten Bahnhofstraße in Lahr. Die Frauen lernen Deutsch und erhalten Hilfe bei der Arbeitssuche. Zum Angebot gehören auch Seminare über das Leben in Deutschland und zur Allgemeinbildung. Kreatives Arbeiten ist ebenfalls ein Teil dieses Projektes. Finanziert wird „Zumi“ durch die kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis und die EU.