Die Duravit AG mit Sitz in Hornberg hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Foto: von Dithfurt

Der Hersteller von Sanitärkeramik mit Sitz in Hornberg und sein Vorstandsvorsitzender gehen künftig getrennte Wege. Grund sind unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft.

Die Duravit AG und ihr Chef Stephan Patrick Tahy haben gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden und künftig getrennte Wege zu gehen. Das gibt das Hornberger Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt. Im Zuge eines offenen und konstruktiven Austauschs zwischen Aufsichtsrat, Eigentümern und Tahy sei man gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorstellungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens nicht mehr übereinstimmen, heißt es.

 

Tahy hatte den Posten beim mehr als 200 Jahre alten Badhersteller im Jahr 2020 übernommen und die Nachfolge von Frank Richter angetreten. Nun, nach fünfeinhalb Jahren, ist Schluss. „Wir danken Stephan Patrick Tahy ausdrücklich für seinen Einsatz für die Duravit AG sowie für die wertvollen Denkanstöße, die er in das Unternehmen eingebracht hat. Er hat in einer Zeit des Wandels strategische Wegsteine gesetzt und Weiterentwicklungen angestoßen. Für seinen weiteren persönlichen und beruflichen Weg wünschen wir ihm viel Erfolg und alles Gute“, erklärt Gregor Greinert im Namen von Aufsichtsrat und Eigentümern. Das Unternehmen ist zu 75 Prozent in Händen von Jutta und Klaus Greinert. Deren Sohn, Gregor Greinert, ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Stephan Patrick Tahy äußert sich wie folgt: „Ich blicke mit großer Wertschätzung auf meine Zeit bei Duravit zurück. Gemeinsam mit einem engagierten und internationalen Team konnten wir wichtige Schritte für die Weiterentwicklung des Unternehmens gestalten. Mein Dank gilt den Eigentümern, dem Aufsichtsrat sowie insbesondere allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für das Vertrauen, die Leidenschaft und die gemeinsame Arbeit. Ich wünsche Duravit weiterhin viel Erfolg.“

Gruppe beschäftigt mehr als 7000 Mitarbeiter

Das international tätige Unternehmen mit Sitz in Hornberg bezeichnet sich selbst als führenden Hersteller für Sanitärkeramik, Badmöbel, Dusch- und Badewannen oder auch Armaturen mit hohem Designanspruch. In Deutschland hat der Badhersteller Werke in Meißen und Schenkenzell, hinzu kommen Werke in Frankreich, Ägypten, China, Indien und Kanada. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Duravit eigenen Angaben zufolge einen weltweiten Umsatz in Höhe von 631,2 Millionen Euro; rund 7000 Mitarbeiter sind in der Gruppe beschäftigt, davon 636 am Stammsitz in Hornberg.

In den vergangenen Jahren lief das Geschäft nicht mehr so rund. 2023 war das Unternehmen von der rückläufigen Baukonjunktur betroffen, Mitarbeiter am Stammsitz mussten in Kurzarbeit gehen. Zudem wurden rund 50 Stellen in Hornberg gestrichen. Anfang 2024 wurden die Produktionsöfen wieder hochgefahren.

Michael Demmer übernimmt als Interimschef

Übergangsweise wird das Unternehmen nun Michael Demmer führen. Das bisherige Vorstandsmitglied rückt in die Rolle des Vorstandsvorsitzenden und soll die kontinuierliche Fortführung aller relevanten Prozesse, Projekte und strategischen Maßnahmen sicherstellen. Mit diesem Schritt „richtet sich die Duravit AG noch konsequenter an den Bedürfnissen von Kunden sowie Märkten aus und stärkt den Fokus auf die Kernmarke mit ihren zeitlosen Badezimmerlösungen“, heißt es dazu in einer weiteren Mitteilung des Unternehmens. Demmer selbst sagt: „Ich werde die Duravit AG mit einer klaren Strategie weiterentwickeln, die Menschen in den Mittelpunkt stellen und die Kernmarke konsequent stärken.“ Erst zum 1. Februar hatte Demmer im Unternehmen die Position des „Chief Transformation & People Officer“ übernommen und war seitdem für die Transformation des Unternehmens und für dessen Personal verantwortlich.