Spannung bei der Verleihung des Calwer Löwen: Erst während der Laudatio wurde klar, wer ausgezeichnet wird. Der Abend war geprägt von Hoffnung und Blick auf anstehende Projekte.
Dieses Mal hat es der Gewerbeverein bei der 17. Verleihung des Calwer Löwen so richtig spannend gemacht. Außer dem Vorstand wusste, so Co-Vorsitzender Nicolai Stotz, niemand, wer die Auszeichnung bekommen wird – auch der Preisträger nicht.
Das war neu bei der Laudatio, die Stotz in Vertretung des Co-Vorsitzenden Jürgen Ott hielt, der wegen eines Trauerfalls in der Familie fehlte. Wie ein Puzzle setzte er beim Neujahrsempfang des Calwer Gewerbevereins im DEHOGA-Campus die Merkmale des Unternehmens zusammen.
Da wurde zunehmend deutlich, dass es sich um die Pfrommer Gebäudetechnik handeln musste.
Freude und Überraschung über die Auszeichnung
Am Ende stand ein überraschter Rüdiger Pfrommer auf der Bühne und freute sich natürlich über die Auszeichnung. Die 500 Euro Preisgeld wolle man verdoppeln und für einen guten Zweck spenden.
Ganz bewusst, so Stotz, habe sich der Vorstand für das Handwerk entschieden. Die Branche leide besonders stark unter der gegenwärtigen Investitionsschwäche. Das 2000 gegründete Unternehmen, das heute 25 Mitarbeiter beschäftigt, zeichne sich durch Teamgeist und ein familiäres Arbeitsklima aus.
Generationswechsel als ein Zeichen der Hoffnung
Wie Rüdiger Pfrommer sagte, habe er die Geschäftsführung zum 1. Januar an seine Söhne Patrick und Philip übergeben. Damit sei auch der Generationswechsel erfolgreich vollzogen, betonte Stotz, was gerade im Handwerk oft schwierig sei.
Auch das kann als ein Zeichen der Hoffnung gesehen werden. Denn dieser Begriff prägte angesichts von Krisen und Kriegen die Reden beim Neujahrsempfang. Hoffnung, sagte Stotz, sei keine Emotion, sondern eine Haltung. Man müsse dort weiter machen, wo andere aufhören. Landrat Helmut Riegger zitierte die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren: „Das habe ich vorher noch nie versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Nun gelte es, die Ärmel hochzukrempeln. „Die Handbremse ist angezogen, aber der Motor läuft noch“, umriss Stotz die gegenwärtige Lage.
2026 wird nun ein Jahr der Eröffnungen
Der Calwer Wirtschaftsförderer David Mogler, der den erkrankten Oberbürgermeister Florian Kling vertrat, verwies darauf, dass 2025 das 950-jährige Bestehen der Stadt „grandios“ gefeiert worden ist. Es folge mit 2026 ein „Jahr der Eröffnungen“. Er verwies unter anderem auf den Wimberg-Radweg, die Stammheimer Gemeindehalle und den Stadtgarten.
2026 gibt es im Kreis Calw mit der Inbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn (HHB) am 31. Januar ein „Jahrhundertprojekt“ zu feiern, wie Riegger betonte. „Da können wir mal so richtig auf den Putz hauen“, sagte der Landrat. Gleiches gelte für die Krankenhäuser Calw und Nagold, in die der Landkreis insgesamt 320 Millionen Euro investiert habe.
Hoffnungen ruhen auf der Hermann-Hesse-Bahn
Gerade auf der HHB ruhen Hoffnungen, soll die Bahn doch täglich bis zu 3000 Fahrgäste in die Stadt bringen. Das werde, so Stotz, die für Calw so wichtige Tourismus-Branche, die sich mit einem Umsatz von 26 Milliarden Euro und 370 000 Beschäftigten in Baden-Württemberg als robust erweise, weiter stärken.
Das kann darüber hinaus zu einem Teil den Arbeitsplatzabbau in den für die Region so wichtigen Wirtschaftszweigen Bau, Auto und Maschinenbau auffangen. Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald habe zudem ein Transformationsprogramm gestartet, betonte Riegger.