Der Elternbeirat veröffentlicht eine Petition auf change.org. Die Verwaltung erfährt davon nur nebenbei. Zumindest der Wunsch der Schule nach einem Sozialarbeiter war aber bekannt.
„Erstaunt“ meldete sich Gemeinderätin Martina Naumann (Pro Dobel) in der jüngsten Sitzung des Gremiums zu Wort. Erstaunt über eine Online-Petition auf www.change.org. Überschrieben ist diese mit „Einen Schulsozialarbeiter für die Grundschule Dobel einsetzen“.
Naumann ging es angesichts dessen wie dem Bürgermeister. „Ich war selber erstaunt über die Petition, weil es gar keinen Kontakt zur Gemeindeverwaltung gab“, erklärte Christoph Schaack. Zumindest nicht seitens des Elternbeirats vor Veröffentlichung des Online-Gesuchs. Denn dieser ist offenbar Urheber, die Plattform change.org gibt Jessica Gall als „Petitions-Starterin“ an.
„Kindern in schwierigen Situationen helfen“
Petition „Hallo, wir sind der Elternbeirat der Grundschule in Dobel“, beginnt der Text. Die Schule sei eine „wunderbare Gemeinschaft, in der unsere Kinder lernen und wachsen“. Allerdings gebe es zunehmend Herausforderungen, die Kinder und Lehrer im Schulalltag belasteten. „Um diesen Belastungen entgegenzuwirken und die bestmögliche Unterstützung zu bieten, benötigen wir dringend einen Schulsozialarbeiter an unserer Schule“, heißt es.
In Nachbargemeinden hätten Schulen bereits Sozialarbeiter, „die Kindern in schwierigen Situationen helfen und gleichzeitig Lehrkräfte entlasten“. Seine Anwesenheit schaffe eine sichere Umgebung, in der Kinder lernen und sich entwickeln können. Statistiken würden belegen, dass Schulen mit Sozialarbeiter Bildungsleistungen der Schüler erhöhen können.
„Wir appellieren an den Gemeinderat und das Schulamt, die Einstellung und Finanzierung eines Schulsozialarbeiters an unserer Grundschule zu ermöglichen“, heißt es weiter. Abschließend äußert der Elternbeirat die Bitte, die Petition zu unterschreiben, „um die Zukunft unserer Kinder zu schützen und zu verbessern“. Stand Dienstag, 12.30 Uhr, verzeichnete die Petition 390 verifizierte Unterzeichner.
Wunsch seitens der Elternschaft gespürt
Hintergrund Die Stelle eines Schulsozialarbeiters sei eine, die im Haushalt zu schaffen sei, erklärte Bürgermeister Schaack in der Sitzung. Es gebe freie Träger, die Schulsozialarbeit anbieten. Schaack berichtete, er habe mit Jessica Gall gesprochen. Sie sei die neue Vorsitzende des Elternbeirats. Sie wiederum habe gesagt, sie habe den Wunsch nach einem Schulsozialarbeiter seitens der Elternschaft gespürt.
Den Wunsch nach einem Schulsozialarbeit hatte indes die Schulleitung gegenüber der Gemeindeverwaltung in einem der regelmäßigen Gesprächstermine geäußert, berichtet der Schultes am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Außerdem habe die Schule einen entsprechenden Bedarf nach Mitteln dafür im Haushalt 2026 angemeldet.
Dass dieser Wunsch auch in der Elternschaft vorhanden sei, das habe er nicht gewusst. Genauso wenig war er über die Petition informiert.
Und jetzt? Schaack berichtete bereits in der Gemeinderatssitzung, dass er deshalb in Kontakt mit der Kreisbehörde steht. „Das Landratsamt füttert uns gerade mit Information“ – auch, was mögliche Zuschüsse betreffe. Zudem, das ergänzte er am Dienstag, war er schon in Kontakt mit der Stadtverwaltung Bad Herrenalb. An der dortigen Falkensteinschule gibt es eine Schulsozialarbeiterin, die in Teilzeit angestellt ist.
Der Bürgermeister trifft sich nun zum einen mit Schulleiterin Jana Obert, zum anderen mit Jessica Gall, um über das Thema zu besprechen. „Ich bin immer aufgeschlossen und hör’ mir die Dinge an“, erklärt Christoph Schaack. Am Ende müsse dann der Gemeinderat entscheiden.