Seit drei Wochen ist klar, dass kein Grill, sondern ein technischer Defekt den Villinger Großbrand ausgelöst hat. Nun haben die Ermittler ein bestimmtes Gerät im Fokus.
Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich mit weitergehenden Aussagen zur Ursache des Großbrandes in der historischen Innenstadt von Villingen bislang zurückgehalten.
Rund eine Woche nach dem verheerenden Feuer, bei dem fünf Häuser zerstört wurden, rückte ein technischer Defekt als Brandursache in den Vordergrund. Zuvor geäußerte Gerüchte, dass möglicherweise ein außer Kontrolle geratener Grill das Feuer ausgelöst haben könnte, erwiesen sich damit als falsch. Das hatten sowohl die technischen Untersuchungen des hinzugezogenen Landeskriminalamtes Baden-Württemberg als auch die Ermittlungen des zuständigen Kriminalkommissariats in Villingen ergeben.
Die Behörden veranlassten zur Verifizierung weitere Überprüfungen. Anfang Juli erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth auf Nachfrage, dass sich aufgrund der vorliegenden kriminaltechnischen Erkenntnisse der technische Defekt als wahrscheinliche Brandursache herausgestellt hat.
Wie unsere Redaktion erfuhr, gibt es bereits seit Längerem einen konkreten Verdacht: Ein Kühlschrank soll schuld am Großbrand sein. Entsprechende Informationen bestätigt Roth nun. „Richtig ist, dass insbesondere ein Kühlschrank und dessen Verkabelung Gegenstand der kriminaltechnischen Untersuchungen sind.“
Kühlschrank stand wohl auf dem Balkon
Demnach soll der Kühlschrank tatsächlich auf dem Balkon gestanden haben – offenbar, weil sich in der dazugehörigen Wohnung kein Platz mehr für das Küchengerät fand. Im Bereich der Spekulation liegt aber weiterhin, warum der Kühlschrank in Brand geriet. Möglich wäre demnach, dass der Kompressor aufgrund der sommerlichen Temperaturen überhitzte und Feuer fing.
Vom hölzernen Balkon aus konnte sich der Brand jedenfalls rasend schnell ausbreiten. Innerhalb weniger Minuten standen nicht nur mehrere Balkone in Flammen, das Feuer breitete sich über den Dachstuhl auch auf weitere Gebäude aus. Als die Feuerwehr am Einsatzort ankam, waren bereits drei Gebäude betroffen.
Fraglich ist nun, inwieweit eine mögliche Versicherung des Mieters für den technischen Defekt an dem Kühlschrank einspringt. In diesem Zusammenhang dürfte unter anderem zu klären sein, ob das Gerät für einen Betrieb auf dem Balkon – insbesondere aufgrund der dort vorherrschenden Temperaturen – geeignet war oder nicht.