Schöner pinkeln in Nagold? Das können Besucher im Rathaus. Doch die schöne neue Pinkelwelt hat einen hohen Preis. Umso bedauerlicher, wenn nicht pfleglich damit umgegangen wird.
Da hat er wieder einen rausgehauen. Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann merkte ganz trocken an: „Den Umgang damit müssen wir noch ein bisschen üben.“
Damit ging das Stadtoberhaupt auf ein leidiges Thema ein: Die neue öffentliche WC-Anlage im Erdgeschoss des Rathauses sei für Kundinnen und Kunden in der Stadt ja ein tolles Angebot. „Doch nicht alle gehen damit so um, wie man es sollte.“
Bald könnte für die Toilettennutzung eine Gebühr erhoben werden
Ob da wirklich Üben hilft? Da darf man skeptisch sein. Wenngleich Nagolds OB dann auch gleich andeutete, was passieren könnte, wenn „es ein gewisses Maß übersteigt“. Dann wird nämlich für die Nutzung der öffentlichen Toilette eine Gebühr erhoben.
Dem Stadtsäckel tät das womöglich auch ganz gut. Zumal die öffentliche WC-Anlage, ja durchaus ihren Preis hatte. Letztlich geriet die Baumaßnahme doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Wobei da schon ganz klar erwähnt werden muss: Es wurde auch deutlich aufgestockt.
Denn nicht nur der Umbau des bisherigen Amtsbotenzimmers im Erdgeschoss zu einer von außen zugänglichen, größeren öffentlichen Toilette wurde in Angriff genommen. Noch mittendrin ist man bei der Stadt mit der Umgestaltung des Bürgeramtes und des Foyer-Bereichs.
Weitere 104.000 Euro sollen nun folgen
Fakt ist: 100.000 Euro waren für die Umbaumaßnahmen im Rathaus bis jetzt eingestellt. Weitere 104.000 Euro sollen nun zusätzlich folgen. Das sind dann überplanmäßige Ausgaben in diesem Haushaltsjahr, die vom Gemeinderat abgesegnet werden müssen.
„Ich will das jetzt nicht negativ reden“, meinte Nagolds OB im Rahmen der vorberatenden Sitzung des Technischen Ausschusses. Doch, zu spät, da war das Thema des wenig pfleglichen Umgangs mit der Toilette schon gesetzt.
„Eine der wichtigsten Visitenkarten der Stadt“
Nagolds OB aber verwies auch noch auf die anderen Umbaumaßnahmen, das neue Foyer, das neue Bürgeramt: „Das Rathaus mit einer 1-a-Lage ist eine der wichtigsten Visitenkarten der Stadt“, sagte Großmann. Und das merke man auch an der guten und ungebrochen hohen Präsenz, die man im Rathaus habe.
Apropos Visitenkarte: Die schöne neue öffentliche Toilettenwelt im Rathaus muss hier noch ein bisschen zulegen. Der Eingang vom Rathaushof ist jedenfalls noch immer ein Provisorium. Die Türe ist eine eingepasste hölzerne Bautüre und das Hinweisschild ein laminierter Ausdruck. Zur ansprechenden Visitenkarte fehlt da schon noch ein wenig.