Von einem „Super-Jahr“ spricht man mit Blick auf die Übernachtungen im „Hecht“, und im Gästehaus „Talblick“ in Bergfelden freut sich Frank Lehner über rund 3000 Buchungen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie sieht den exportorientierten Wirtschaftsstandort Deutschland im „freien Fall“. Doch wenn die Ausfuhren geringer werden, wie sieht es in der Binnenwirtschaft – in diesem Fall im Hotel- und Gastronomie-Gewerbe aus? Wir haben in Sulz nachgefragt, wie man das Jahr 2025 im Blick hat und was man über das kommende Jahr denkt.
„Ich kann nicht klagen“, stellt Anke Schäfer-Vögele von der Pension „Himmelreich“ in Glatt klar. Denn vor allem die Veranstaltungen im Wasserschloss – allen voran die Opernfestspiele – sorgten für zahlreiche Gäste. Aber auch der nahe gelegene Neckartalradweg führe viele Radfahrer in den Erholungsort im Glatttal. Kürzlich hätten Gäste sogar ihr 20. Urlaubsjubiläum im „Himmelreich“ gefeiert.
Darüber gebe es auch viele Übernachtungen durch Geschäftskunden, besonders durch ortsansässige Firmen. Was Schäfer-Vögele hingegen zu denken gibt, ist der Rückgang der Gastronomie in der Region. „Am Montag oder Dienstag ist es abends schwierig, wenn man zum Essen gehen will“, beschreibt sie die Situation.
Bisher 3000 Übernachtungen
Doch auch wenn das Gaststättensterben spürbar ist, hat man in Glatt noch einmal Glück gehabt. Denn seit 1. Juli hat das traditionsreiche Hotel-Restaurant „Züfle“ mit dem Künstler Norbert Stockhus einen neuen Pächter. „Ich blicke positiv ins Jahr 2026“, sagt Schäfer-Vögele. Sie rechne fest damit, dass weiterhin viele Radler und Wanderer ihren Weg nach Glatt finden werden.
Guter Dinge ist man auch beim Gästehaus „Talblick“ in Bergfelden. „Das Jahr 2025 lief in unserem Gruppenhaus mit rund 3000 Übernachtungen zufriedenstellend“, erklärt Frank Lehner. So waren unter anderem auch etliche Musikvereine und Chöre zum Proben zu Gast.
Wacholderheide und wandern
Aber auch für Familientreffen, Freundestreffen, Jugendfreizeiten und schulische Veranstaltungen sei das Haus der richtige Ort. „Das Niveau von vor Corona ist aber leider noch nicht erreicht“, ordnet er die Übernachtungszahlen ein.
Und was zieht die Menschen nach Bergfelden? „Unsere Gäste freuen sich sehr über die Wacholderheide, die schöne Aussicht und die guten Wandermöglichkeiten“, spricht Lehner über die Vorzüge des Sulzer Stadtteils. Für Familien sei auch der Waldspielplatz mit dem Barfußpark ein beliebtes Ziel.
Langjährige Stammkunden
„Anziehungspunkte sind in den Sommermonaten auf alle Fälle das Freibad Susolei und die Möglichkeit zum Kanufahren“, erläutert er die näheren Aktivitäten in der Kernstadt und im Neckartal.
Und dass sich die Gäste in Bergfeldern und von der Ortsverwaltung willkommen geheißen fühlen, kann er auch mit Zahlen belegen. „Manche Gruppen kommen schon seit über 15 Jahren zu uns“, sagt er. Und so blicke man zuversichtlich ins neue Jahr – denn für 2026 lägen schon etliche Buchungen vor.
Bauboom ist spürbar
Beim „Hecht“ in Sulz ist man geradezu ein Feierlaune. „2025 war ein super Jahr“, fasst es Inhaber Andrej Zabcic prägnant zusammen. Hatte man 2024 nur 36 Prozent Auslastung, stieg die Bettenbelegung dieses Jahr auf 63 Prozent.
Einen Großteil machten Handwerker aus. Denn auch wenn weniger Autos und Maschinen ins Ausland verkauft würden – in Sulz und Umgebung wird kräftig gebaut. Für 2026 ist man deshalb optimistisch.
„Es geht bergauf“, heißt es bildhaft zum Umsatz der Traditionsgaststätte. Im August 2024 stand die Schließung der Gastronomie im Raum. Und das Team des Hechts blickt auch erwartungsvoll auf die Gartenschau-Bewerbung der Stadt. „Wenn der Zuschlag für 2031 kommt, werden die Übernachtungen bestimmt deutlich mehr“, ist man zuversichtlich.