Einsatzkräfte der Feuerwehr, des DRK-Ortsverbands und der Bundespolizei kümmerten sich um die Fahrgäste, die in der Nacht am Hausacher Bahnhof gestrandet waren. Foto: DRK

Chaos am Hausacher Bahnhof: Weil der Anschlussbus an die letzte Bahn am Montagabend nicht gefahren ist, waren knapp 40 Fahrgäste nachts in der Stadt unter der Burg gestrandet. Etwa 20 von ihnen blieben bis zum Morgen.

Hausach - Zunächst war die Bundespolizei vor Ort, um sich um die Fahrgäste zu kümmern. Über deren Anruf bei der Leitstelle in Offenburg kam auch die Feuerwehr Hausach zum Einsatz – allerdings aufgrund eines Missverständnisses mit einem Löschzug. Zehn bis zwölf Kameraden waren ausgerückt.

"Gemeinsam mit dem DRK-Ortsverein Hausach stellten wir den müden Reisenden Feldbetten, Getränke sowie eine Kleinigkeit zu essen zur Verfügung, bis einige Stunden später der erste Zug fahren sollte", heißt es auf der Facebookseite der Feuerwehr. Für die Kameraden handelte es sich um einen Einsatz, der nicht zu den Pflichten der Feuerwehr gehört – und in Rechnung gestellt wird. Eine Mannstunde kostet knapp 60 Euro, bei zwölf Einsatzkräften also 720 Euro. Außerdem waren drei Feuerwehrautos im Einsatz, für die Kosten je nach Modell unterschiedlich hoch anfallen. Außerdem gibt es noch eine Pauschale, die die Bundespolizei schließlich bezahlen muss.

"Wir haben 22 Betten rausgegeben. Das war ungefähr gegen 2.30 Uhr", berichtet der Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Thimo Letzeisen. Die Hälfte der Fahrgäste sei zu der Zeit schon mit dem Taxi weitergefahren, die andere Hälfte verbrachte eine wohl sehr unruhige und zudem kurze Nacht in der Wartehalle. Um 5.48 Uhr fuhr dann wieder der erste Zug in Richtung Konstanz.

Grund für Ausfall nicht bekannt gegeben

Warum der letzte Bus des Schienenersatzverkehrs, der planmäßig die Fahrgäste um 23.57 Uhr weiter in Richtung Villingen hätte bringen sollen, nicht gefahren ist, erfuhr das DRK nicht. "Wir haben nur die Info bekommen, dass es keinen Schienenersatzverkehr mehr gibt", so Letzeisen.

Auf der Linie zwischen Hausach und Freudenstadt fahren bereits seit dem 4. Juni keine Züge mehr. "Der Grund dafür sind Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten der DB Netz AG an der Infrastruktur. Die Züge der Ortenau-S-Bahn aus Offenburg enden in Hausach beziehungsweise starten in Hausach in Richtung Offenburg", heißt es auf der Internetseite des Tarifverbunds Ortenau. Es gebe Probleme mit dem Abrieb der Zugräder. Allerdings komme ab dieser Woche eine zusätzliche Schleifmaschinen zum Einsatz, um das Problem zu beheben und eine dritte kommt Ende der Woche dazu, teilt die Bahn mit. Die Strecke soll für Doppelstockzüge Ende August wieder frei sein.