Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Überlingen Windkraft: Das Ende der Bodensee-Romantik?

Von
Noch ist die Aussicht auf den Bodensee und die Alpen ungetrübt. Anwohner und Naturschützer wehren sich nun gegen Windräder. Am Bodensee könnten Dutzende entstehen. Foto: dpa

Singen/Überlingen - Ausflügler und Einheimische fürchten das Ende der Bodensee-Romantik. Ihnen schauert es beim Gedanken an fast 200 Meter hohe Windräder.

Kaum sind von Regionalverbänden und privaten Unternehmen die ersten Standortvorschläge in der Bodenseeregion für sogenannte Vorranggebiete bekannt geworden, schlagen Naturschützer, Anwohner und Touristiker Alarm. Gleichzeitig sind sie sich bewusst, dass auch die Ferienregion von den Plänen, in Baden-Württemberg bis 2020 den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung auf zehn Prozent zu steigern, nicht verschont bleiben wird.

Windkraftanlagen am Gehrenberg bei Markdorf sind "Umweltzerstörung ersten Ranges", schallt es im dortigen Gemeinderat aus dem konservativen Lager. Als dort die Pläne des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben (RBO) vorgelegt wurden, gab’s dafür ein klares Nein.

Der Regionalplan sieht für die nordöstliche Bodenseeregion und die oberschwäbische Hügellandschaft bis zur Donau und ins Allgäu insgesamt 24 Vorranggebiete vor. 120 Anlagen, ein Zehntel des gesamten Landesziels, könnten demnach einmal an markanten Punkten in den Kreisen Friedrichshafen, Ravensburg und Sigmaringen stehen.

Auch in der Nähe des Dörfchens Nesselwangen oberhalb von Überlingen sollen sich Windräder drehen. Die könnte man vom Ausflugsdampfer auf dem Bodensee genauso sehen wie vom Schweizer Ufer, von den noblen Villen der Seegrundstücke der Konstanzer Vorortgemeinden Dingelsdorf und Litzelstetten oder von den Aussichtsterrassen der Insel Mainau, wenden Gegner ein. RBO-Geschäftsführer Wilfried Franke sagt zwar, dass "definitiv noch nichts entschieden ist". Doch die Widerstände sind groß. Naturschützer befürchten, dass die Flugschneisen der Vögel vom Rotor empfindlich gestört werden. 1200 Seiten Stellungnahmen liegen Franke vor. Sie sollen bis zur Verbandsversammlung Ende März ausgewertet sein. Dann wird man sehen, welche Flächen wegfallen.

Als die Pläne des Regionalverbands auftauchten, gab der Regierungsrat des Schweizer Kantons Thurgau zu bedenken, dass Windräder mit ihrer Fernwirkung landschaftsrelevant seien. "Deshalb haben wir darum gebeten, in künftige Verfahren miteinbezogen zu werden", sagt Jakob Stark. Im Thurgau steht ebenfalls der Bau von Windkraftanlagen an. Die Schweiz verspricht, die "Fernwirkung" auf deutsches Gebiet zu prüfen.

Am westlichen Seeufer, im Kreis Konstanz, weht der Wind weniger scharf. Dort haben sich die Stadtwerke großer Kommunen zur Interessengemeinschaft Hegauwind zusammengeschlossen. Mit im Boot sitzt auch die Firma Solarcomplex aus Singen, die Solarparks errichtet und nun ins Geschäft mit Bürger-Windrädern einsteigen will. "Der Ausbau der Windkraft soll nicht dem Zufall überlassen werden. Vielmehr sollen die Bürger eingebunden werden", sagt Solarcomplex-Vorstand Bene Müller.

"Bei uns gibt es keine gelebte Windkraft-Kultur, das macht die Diskussion in Baden-Württemberg so schwer", sagt Müller. Zur oft zitierten Landschaftsverschandelung meint der Öko-Unternehmer: "Ich empfinde Windkraftanlagen als schön, weil sie Fortschrittssymbole sind. Andere sehen in ihnen einen Vogelschredder." Hochspannungstrassen, Autobahnen oder Solarparks seien auch nicht schön. Dass Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Regionen weit im Rückstand ist, hat aus Sicht des Experten aber zumindest einen Vorteil: Die Anlagen, die jetzt erst errichtet werden, sind leistungsstärker und benötigten für ihre Ausbeute weniger Platz.

Artikel bewerten
2
loading

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.