Übergewichtige Menschen beim Sport machen auf einem Sportplatz. Rund 20 Prozent der Menschen im Land sind adipös. (Symbolfoto) Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Knapp ein Fünftel der Menschen in Deutschland leidet an Übergewichtigkeit – viele davon auch im Kreis Freudenstadt. Was bei Adipositas zu tun ist, wissen die Experten der AOK.

Laut Robert-Koch-Institut ist rund ein Fünftel der Erwachsenen in Deutschland stark übergewichtig – also adipös. Mit steigender Tendenz, wie eine Auswertung der AOK Baden-Württemberg nun aufzeigt.

 

Hinzu kommt ein aktueller Bericht des Kinderhilfswerks Unicef, demzufolge es weltweit erstmals mehr fettleibige als untergewichtige Kinder und Jugendliche gibt.

Bei Erwachsenen spricht man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 von Übergewicht, ab einem BMI von 30 von starkem Übergewicht (Adipositas). Das ist weit mehr als ein ästhetisches Problem, denn Adipositas kann schwerwiegende Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit haben.

Eine Auswertung der AOK zeigt: Zwischen 2019 und 2023 nahm die Krankheitshäufigkeit jährlich um 0,24 Prozent zu. Zuletzt befanden sich landesweit rund 392 000 AOK-Versicherte wegen Adipositas in ärztlicher Behandlung – darunter 5888 im Raum Freudenstadt.

Auch die Psyche leidet unter der Krankheit

„Zu den wichtigsten internistischen Komplikationen der Adipositas gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und auch bestimmte Tumorerkrankungen“, erklärt Matthias Osswald, Arzt bei der AOK-Baden-Württemberg. Auch die Psyche leidet: Menschen mit Adipositas werden oft aufgrund ihres Gewichts stigmatisiert oder sogar diskriminiert.

Zu den Risikofaktoren für Adipositas zählen eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und chronischer Stress. Auch depressive Verstimmungen, familiäre Veranlagung oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente können eine Rolle spielen.

Die ständige Verfügbarkeit von kalorien- und fettreichen Nahrungsmitteln sowie zuckerhaltigen Getränken erschwert zusätzlich das Abnehmen und Halten eines gesunden Körpergewichts. „Ernährungsbedingte Krankheiten sind ein zentraler Treiber der Krankheitslast in Deutschland“, betont Claus Bannert, Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald. „Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die gesunde Lebensweisen unterstützen und ungesunde Gewohnheiten reduzieren.“

Ohne Umstellung des Lebensstils geht es nicht

„Nur eine langfristige Veränderung des Verhaltens und Lebensstils bringt einen dauerhaften Erfolg – nicht jedoch eine Diät“, gibt Camilla Schneeweiß, Ernährungsfachkraft der AOK Nordschwarzwald, zu bedenken.

„Es ist wichtig, das eigene Essverhalten kritisch zu hinterfragen. Häufig greifen Menschen aus Gewohnheit, Langeweile oder Stress zu Lebensmitteln und verlieren dabei zunehmend das natürliche Gespür für Hunger und Sättigung“.

Bewusste Ernährungsentscheidungen sowie eine ausgewogene Lebensmittelauswahl sind von zentraler Bedeutung für ein gesünderes Essverhalten und die Gewichtskontrolle.