Geschenkübergabe: Eberhard Haizmann (von links), Walter Kinkelin, Andrea Perschke, Steffen Rathke, Peter Böltz Foto: Roland Stöß

Die Aktion „Herzenswunsch“ sorgt zum 18. Mal dafür, dass sich Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft über ein Geschenk freuen dürfen.

Eberhard Haizmann und Steffen Rathke brachten im Namen ihrer „Rotarier-Freunde“ die Präsente in das Calwer Haus des Diakonieverbandes Nordschwarzwald.

 

Sie dürfen sich sicher sein, dass bald durch diese edle Tat die Augen von 60 Erwachsenen und 80 Kindern leuchten werden. Dass das mit dem „Leuchten der Augen“ keine kühne Annahme ist, erklärte Peter Böltz, der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Calw so: „Es sind Geschenke, die sich die potenziellen Beschenkten selbst ausgesucht haben.“

Verbandschefin Andrea Perschke wies auf das riesige Tätigkeitsfeld des Diakonieverbandes mit seinen 180 Mitarbeitern hin. Man betreibt Kindergärten. Außerdem zeigt man sich an den Standorten Nagold, Calw, Neuenbürg, Calmbach, Altensteig und Haiterbach regelmäßig mit Aktionen und Projekten. Das dritte Standbein: Der Verband berät in vielen Lebenslagen. Jedem Menschen, egal welcher Konfession er angehört, stehen Sozial-, Ehe-, Familien-, Lebens-, Schwangeren-, Krebs- oder Kurberatung kostenfrei zur Verfügung. Man hält einen ambulanten Hospizdienst,Gesprächsgruppen für Trauernde, eine Kindergartenfachberatung oder diverse Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Migranten werden durch einen speziellen Sozialdienst betreut. Die Schuldnerberatung wird stark frequentiert. „Am Ende geht es auch um Existenzsicherung“, weiß Andrea Perschke.

Die Betonung liegt auf „Sie“

Eben aus diesen Begegnungen mit Betroffenen ermitteln die Gesprächspartner vom Diakonieverband, wo der Schuh besonders drückt. Genau da entsteht der besondere Charme dieser Aktion, erklärt der Organisator des Rotary Clubs Nagold/Herrenberg, Walter Kinkelin. Die Aktion heißt deshalb „Herzenswunsch.“

Die Wünsche kommen aus dem Herzen der Kinder und Erwachsenen, die im Beratungsgespräch mit großer Sensibilität eruiert werden. Bei der Frage „Was wünschen Sie sich?“ liegt die Betonung auf dem Wort „Sie“, verrät Peter Böltz.

Die Spender aus den Reihen des Clubs bezahlen die Geschenke aus der eigenen Tasche. Und da es sich um Herzenswünsche der Beschenkten handelt, spendet man hier besonders gerne. Dass das mit dem „gerne“ nicht übertrieben ist, erkennt man an der Art, wie die Geschenke verpackt sind.

Mit Liebe verpackt

Peter Böltz beurteilt es so: „Man erkennt, mit welcher Liebe das Geschenk verpackt worden ist.“ Und man hört die Vermutung: „Es waren wohl die Frauen, die solche Verpackungskunstwerke fertig gebracht haben.“ So wird schon mal zu einem Spielzeug-Kaufladen als besondere Überraschung noch eine Kaufmann-Schürze an das Paket drapiert.

Dabei sind es Wünsche, die für andere Menschen „nur“ Alltägliches oder Selbstverständlichkeiten darstellen. Kinder wünschen sich Spielzeug, Stifte zum Malen oder einfach nur eine Schlägerhülle für den Tischtennisschläger.

Eintrittskarten stellen Luxus dar

Bei manchen Wünschen von Erwachsenen zeigte sich Walter Kinkelin nach eigenen Worten „besonders berührt.“ Es wurden Jacken für den Winter, ein Geschenkkorb mit Lebensmitteln, Futter für den Hund, ein Gutschein für den Friseur oder ein Gutschein für einen Gasthausbesuch gewünscht. Für die Betroffenen ist es wie Luxus, wenn sie eine Karte für einen Besuch in der Therme in Bad Liebenzell, der Wilhelma oder einen Kinobesuch geschenkt bekommen.

Eberhard Haizmann sah in dieser 18. Aktion ein gutes Beispiel, die Ziele des Rotary Clubs darzustellen. Laut Eigendarstellung möchte man neben dem Einsatz für Frieden und Völkerverständigung das Gelingen im täglichen Leben fördern.