Die Betriebe im Kinzigtal, hier das Hausacher Gewerbegebiet, tragen mit der Gewerbesteuer zur Liquidität der Kommunen bei: Foto: Martin Bildstein

Kommunen ächzen unter hohem Finanzdruck. Eine wichtige Einnahmequelle in diesen Zeiten ist die Gewerbesteuer. Welche Kommune ist im Verhältnis wie wirtschaftsstark?

Sie wird von Kämmerern traditionell konservativ kalkuliert und bietet dennoch einen wichtigen Anhaltspunkt dafür, was sich die Gemeinde finanziell leisten kann: die Gewerbesteuer. Im Schnitt macht sie im Kinzigtal rund ein Sechstel der Einnahmen aus. Wer profitiert mehr, wer weniger vom Gewerbe? Ein Blick in die Haushaltspläne 2026 gibt die Antworten.

 

Haslach: Die größte Kommune hat auch die meisten Gewerbesteuereinnahmen – und zwar mit Abstand. 5,7 Millionen Euro stehen im Haushaltsplan. Das sind 50 Prozent mehr als in Hausach auf Platz zwei. Auch auf die Einwohnerzahl heruntergerechnet kommt die Hansjakobstadt auf den höchsten Wert (790 Euro). Der Anteil am Gesamtetat (21,8 Prozent) wird nur von einer Kommune übertroffen.

Fischerbach: Das ist Fischerbach. Die 1700-Einwohner-Gemeinde hat für ihre Größe verhältnismäßig hohe Gewerbesteuereinnahmen von 1,35 Millionen Euro. Diese machen 23,2 Prozent des Haushalts aus, pro Kopf gerechnet liegt Fischerbach mit 784 Euro nur knapp hinter Haslach.

Hofstetten: Anders sieht es trotz ähnlicher Größe in Hofstetten aus. Die Gemeinde kalkuliert mit einer Million Euro Gewerbesteuereinnahmen – 19,3 Prozent des Gesamtetats. Pro Kopf liegt Hofstetten mit 559 Euro über dem Durchschnitt.

Drei Kommunen planen mit einer glatten Million

Oberwolfach: Ebenfalls eine Million Euro steht in Oberwolfach im Plan. In der 2500-Einwohner-Gemeinde spielt die Gewerbesteuer im Haushalt allerdings mit 12,7 Prozent eine kleinere Rolle. Auch der Pro-Kopf-Wert liegt mit 398 Euro im unteren Bereich.

Gutach: Die dritte Gemeinde im Bunde, die mit einer Million Euro kalkuliert, ist Gutach. In der Bollenhutgemeinde machen die Einnahmen immerhin 14,5 Prozent des Etats aus, der Pro-Kopf-Wert liegt bei 439 Euro.

Steinach: Zwei Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen stehen in Steinach im Plan. Die Gemeinde ist damit in allen Kategorien nah am Durchschnittswert, weist einen Anteil von 16,4 Prozent am Gesamtetat und einen Pro-Kopf-Wert von 507 Euro auf.

Wolfach auf Platz drei

Hornberg: Zwar etwas größer als Steinach, steht Hornberg in Sachen Gewerbesteuereinnahmen etwas schlechter da. 1,9 Millionen Euro sind einkalkuliert, das ist ein Anteil von 14,6 Prozent. Auf einen Einwohner kommen pro Jahr 460 Euro Gewerbesteuereinnahmen.

Wolfach: Wolfach liegt in ähnlichen Sphären. Hier sind es 481 Euro pro Kopf, der Anteil beträgt 15,7 Prozent. In absoluten Zahlen liegt die Stadt auf Platz drei hinter Hausach und Haslach: 2,7 Millionen Euro.

Mühlenbach ist das Schlusslicht

Hausach: In Hausach stehen 3,8 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen im Plan für 2026, womit sich die Stadt vergleichsweise stark aufgestellt zeigt. Sowohl beim Pro-Kopf-Wert (651 Euro) als auch beim Anteil am Gesamtetat (19,3 Prozent) steht am Ende Platz drei hinter Haslach und Fischerbach.

Mühlenbach: Schlusslicht in allen Statistiken wiederum ist Mühlenbach. Die kleinste Gemeinde in diesem Vergleich rechnet mit 500 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen, was 10,6 Prozent des Haushalts ausmacht. Pro Kopf liegt der Wert bei 304 Euro. Aber: Mühlenbach schafft 2026 dennoch den Haushaltsausgleich – als einzige der untersuchten Kommunen.

Die Hebesätze

Die Hebesätze für die Gewerbesteuer liegen bei den zehn untersuchten Kinzigtalgemeinden nah beieinander. Steuerlich am attraktivsten ist es für Betriebe in Oberwolfach und Gutach (340 Prozent). In Haslach, Mühlenbach, Fischerbach, Steinach Hausach und Wolfach liegt der Wert bei 350 Prozent, den Spitzenplatz teilen sich Hornberg und Hofstetten mit 360 Prozent.