Am Stutz des Berges bei Blumberg angekommen, gibt es ein paar Sitzgelegenheiten, von denen man über die ganze Region blicken kann. Foto: Daniel Vedder

Eine leichte Route über sieben Kilometer mit tollen Ausblicken. Hält der Eichbergweg bei Blumberg, was er verspricht? Wir haben ihn getestet.

Als Redakteur beschäftigt man sich auch mal mit Dingen, mit denen man für gewöhnlich so gar keine Berührungspunkte hat. Für den Autor dieses Artikels ist es das Wandern. Mücken, Matsch, Steine im Schuh – da ist der Heimtrainer vor dem Fernseher doch viel bequemer, um körperlich in Bewegung zu kommen. Doch wie kann man aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis berichten, ohne einmal selbst eine der vielen Wanderstrecken abgelaufen zu sein? Da ist die Pfingstzeit der perfekte Zeitpunkt, um aktiv zu werden und die Natur zu erkunden.

 

Glücklicherweise werden die Strecken online von der Schwarzwald-Tourismus beworben – direkt mit dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad, damit Einsteiger wie ich sich nicht ungeplant übernehmen. Mein Ziel ist der Eichbergweg in Blumberg. Der Blick auf die Beschreibung zeigt einen leichten Wanderweg um den Berg, toller Ausblick auf den Schwarzwald inklusive. Doch wie leicht ist die Route wirklich? Lohnt er sich auch für Einsteiger und Familien, um zu Pfingsten mal vor die Tür zu kommen?

Der erste „Schock“

Alles beginnt mit dem Ausdruck der Route mit ausführlicher Wegbeschreibung. Etwas mehr als zwei Stunden soll die sieben Kilometer lange Wanderung dauern. Beim Eintreffen zum Einstieg auf dem Wanderparkplatz in Blumberg dann ein erster kleiner Schock: Auf der Tafel vor Ort ist die Route nicht mehr „leicht“, sondern schon „mittel“.

Waren Sneaker vielleicht doch die falsche Schuh-Wahl? Die ersten knapp 1,2 Kilometer verlaufen jedenfalls über einen festen, weiten und weitestgehend flach angelegten Fußweg durch die Mischwälder des Berges.

Der Ausdruck aus dem Internet reicht vollkommen aus, um im Wald auf dem Blumberger Eichberg nicht verloren zu gehen. Foto: Daniel Vedder

Auf diesem Abschnitt ist auch ein kürzerer Vita-Parcours angelegt, auf dem an verschiedenen Stationen durch Bildtafeln Übungen zum Nachmachen aufgedruckt sind. Hinter einer dieser Tafeln biegt der Eichbergweg dann allerdings ab auf einen kleinen Fußpfad. Dann beginnt der Anstieg zum Eichbergstutz, 913 Meter über dem Meeresspiegel. Insgesamt sind auf der Strecke 160 Höhenmeter zu überwinden. Das Stück bis zur Aussichtsplattform fühlt sich alleine wie das Doppelte an. Vorbei ist es mit dem Genießen der ruhigen Natur. Jetzt beginnt ein reiner Überlebenskampf.

Strapaze lohnt sich

Etwa zehn bis 15 Minuten dauert der intensive Anstieg, dann ist es geschafft. Ich erreiche den Eichbergstutz und rette mich zuerst auf eine Sitzbank, um wieder zu Atem zu kommen. Doch die Anstrengungen bleiben nicht unbelohnt. Ein Blick von den Schweizer Alpen über das Achdorfer Tal am Fuß des Eichbergs bis hin zu Mundelfingen wartet vom Aussichtspunkt auf dem Berg.

Eine Kamera kann die tatsächliche Steigung kaum richtig einfangen. Nun wird es anstrengend. Foto: Daniel Vedder

Nach einem Selfie, um die sportliche Höchstleistung auch für die Nachwelt festzuhalten, geht es dann weiter. Schließlich liegen noch mehr als die Hälfte der sieben Kilometer vor mir. Die weitere Route führt dann zunächst bergab zur Jeisshütte. Auch hier gibt es Rastmöglichkeiten, sogar mit Schaukeln. Wer nicht ganz so anstrengend und steil zu den Bänken und Tischen am Aussichtspunkt laufen möchte, der kann auch an der Jeisshütte parken und den Berg etwas entspannter erklimmen. Generell ist der Eichbergweg, abgesehen vom kurzen und heftigen Anstieg, sehr gut zu laufen, auch als unerfahrener Wanderer.

Das sagt die Fitness-App

Hinter der Jeisshütte geht es dann noch einige Kilometer durch den Wald, ehe ich nach knapp zwei Stunden und laut Fitness-App 10.000 Schritten wieder an meinem Auto auf dem Wanderparkplatz ankomme. Mein Körper: noch überraschend fit. Der Berg, der Weg und mein innerer Schweinehund sind bezwungen.

Ein Ausblick, der für den steilen Anstieg entlohnt. Foto: Daniel Vedder

Mit dem Ausdruck und der Wegbeschreibung kann man sich auch als unerfahrener Wanderer gut auf dem Eichbergweg zurechtfinden. Die Strecke selbst ist, abgesehen vom starken Anstieg kurz nach dem Beginn, insgesamt gut zu laufen. Man braucht allerdings schon ein bisschen Ausdauer, wenn man die kompletten sieben Kilometer schaffen möchte.

Für Familien und komplette Einsteiger vielleicht der besser Einstieg: die Riedböhringer Jeisshütte. Von hier ist der Weg an den Stutz nicht ganz so beschwerlich. Foto: Daniel Vedder

Für komplette Anfänger und Menschen, die mit Sport und Bewegung erst starten wollen, ist der Wanderweg auf dem Eichberg vielleicht eine Nummer zu groß. Um den sensationellen Blick vom Stutz zu genießen, muss aber nicht der komplette Rundweg abgelaufen werden. Gerade Familien, die einen Nachmittag über die Pfingsttage dort verbringen möchten, sollten von der Jeisshütte aus zur Aussichtsplattform wandern.

10.000-Schritte-Regel

Moderne Fitness-Apps
zählen oft auch im Hintergrund die Schritte mit, die man jeden Tag läuft. Für viele das große Ziel: 10.000 Schritte pro Tag, das ist schließlich besonders gesund. Für diese Regel gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Belege. Sie war ein Werbe-Gag einer japanischen Fitness-Firma für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio. Eine internationale Studie von 2023 hingegen hat gezeigt, dass sich schon 4000 Schritte pro Tag positiv auf die Gesundheit auswirken.