Natürlich bekam auch Donald Trump sein Fett von Mathias Richling in Villingen ab. Foto: Heinz Wittmann

Mathias Richling war im Theater am Ring in Villingen. Der Kabarettist bot keine leichte Unterhaltung, seine Satire ging teils bis in das Persönliche von Politikerinnen und Politiker.

Die Idee von Kassenärzten, Gebühren für jeden einzelnen Arztbesuch zu verlangen, kontert Richling mit „da müssen wir als Patienten dann eben Arztbesuche zusammenlegen, wenn wir eine Lungenentzündung haben, warten wir noch, bis wir uns den Fuß brechen“.

 

Natürlich war auch Bundeskanzler Friedrich Merz im Visier des Kabarettisten. Beispielsweise dessen Stadtbildaussage. „Die hat er ja relativiert, sagte, er meine nur die Bahnhöfe.“

Richling: „In Stuttgart wird eine ganze Stadt für einen Bahnhof umgegraben. An Bahnhöfen gab es aber schon immer viel Kriminalität, deutsche Nutten, englische Taschendiebe. Die Migranten an Bahnhöfen wollen gute Deutsche sein und passen sich da eben an.“

„Merz nicht erste Wahl“

Festzuhalten sei, dass Merz nicht erste Wahl für Deutschland sei, schließlich sei er im ersten Wahlgang im Bundestag ja gescheitert. Die einzelnen Kabinettsmitglieder seiner Regierung kenne man auch jetzt noch kaum. „Sie alle haben sich aber offenbar schon mal mit Politik beschäftigt, zumindest schon mal die Tagesschau geschaut.“

Doch nicht nur die CDU, auch die SPD bekam ihr Fett weg. „Die SPD gibt es ja gar nicht mehr, die steht momentan bei fast minus zehn Prozent.“ Auch die Grünen wurden nicht verschont. Er machte sich lustig über die über 800 Klagen, die Robert Habeck führte und führe, so gegen einen Journalisten, der ihn als Bahnhofsalkoholiker bezeichnete und Recht bekam.

Und dann natürlich US-Präsident Donald Trump. „Nicht wenige Psychologen bescheinigen ihm Narzissmus und Demenz. So wie einst Ludwig II. Doch ohne den wären die schönsten Bauten Deutschland wie Neuschwanstein nie entstanden.“ „Deutschland ist das Gestüt für monarchische Aufzucht in England“, ließ er König Charles seine verwandtschaftlichen Verhältnisse zu Deutschland schildern. Auch Wladimir Putin tue eigentlich doch auch nur das, was eben die Deutschen ihm vorgemacht hätten. So Katharina die Große, die sich mit bewährten brutalen Methoden als Deutsche zur Herrscherin über das russische Volk aufschwang.

Schön wenn Richling die Figuren, wie etwa Merz, mit seiner unpassenden Silbentrennung, oder Putin mit russischem Akzent, imitiert. Schade, dass der Parodist bei seinem Bühnenprogramm dabei nicht auch die entsprechenden Masken und Kostüme wie früher in diversen Fernsehshows nützen kann, dies wäre zu zeitaufwendig.

Teilweise extrem bissig

Der Humor von Mathias Richling ist extrem bissig. Ja, zuweilen ist er nur schwer auszuhalten. So etwa, als er einen Vater spielt, dessen Asthmakranker Sohn im Gefängnis landet, der Vater die Schuld aber an Sohn und Gesellschaft, aber überhaupt nicht an sich selbst sucht.

Seine 72 Jahre sind Richling, der seit über 50 Jahren auf der Bühne steht, in keiner Sekunde anzumerken. Er spielt sein Programm wie eh und je in rasender Geschwindigkeit. Dem Kabarettisten sind noch viele Jahre auf den Bühnen, der Republik zu gönnen.

Auch wieder in Villingen-Schwenningen, das er seit über 30 Jahren mit seinen unterschiedlichen Programm regelmäßig unterhält. Auch wenn es sich bei Richling alles andere als um leichte Unterhaltung handelt, die Satire teils vielmehr bis ins Persönliche der Politiker geht.