Zum 90. Geburtstag ist Hans Schick vom Luftsportverein Degerfeld in die Luft gegangen. Mit dem Schulungsdoppelsitzer des Typs ASK-13 hob er ab und erfüllte sich damit einen Wunsch.
Was macht ein passionierter Segelflieger an seinem runden Geburtstag? Er geht in die Luft. Hans Schick, mittlerweile pensionierte Fluglehrer-Legende des Luftsportvereins Degerfeld, ist am seinem 90. Geburtstag noch einmal ins Cockpit gestiegen.
Die LSV-Mitglieder hatten alles vorbereitet, um dem Ehrenmitglied diesen Geburtstagswunsch zu erfüllen: Der Schulungsdoppelsitzer des Typs ASK-13, auf dem Hans Schick in den Jahrzehnten als Fluglehrer Hunderten von Flugschülern das Fliegen beigebracht hat, stand startklar auf der verschneiten Piste des Degerfelds. Ein Motorflugzeug war bereit, um den Segler 900 Meter hoch in den Himmel über die winterliche Alb zu schleppen.
Viele Jahre als Fluglehrer im Einsatz
Hans Schick, der auf dem Degerfeld besser unter seinen Spitznamen „Jean“ bekannt ist, nahm auf dem vorderen Sitz Platz – wo sonst entweder der Pilot oder der Flugschüler sitzt. Er selbst erlebte die meisten seiner Schulungsflüge vom hinteren Sitz aus, wo der Lehrer Platz nimmt. Dort saß diesmal Martin Schick, Sohn von Hans Schick, selbst seit vielen Jahren Fluglehrer im Segel- und Motorflug sowie heutiger Vorsitzender des LSV Degerfeld.
Hans Schick stammt aus Bitz, lebt aber seit Jahrzehnten in Balingen. 1955 hatte er mit der Fliegerei begonnen. Er gehört zu jenem Zirkel, der die Fusion mehrerer bis dahin selbstständigen Fliegergruppen zum heutigen LSV Degerfeld miterlebt und den neuen Verein als Persönlichkeit mitgeprägt hat.
Legendenstatus im Verein
Im Verein hat er längst Legendenstatus. Markenzeichen sind seine ruhige und gelassene Art sowie seine unkonventionellen Lösungsansätze, wenn es bei einem Flugschüler an einem Ausbildungstag mal wieder nicht richtig rund laufen wollte. Das drückte sich in Sätzen wie folgendem aus: „Hör mal, mein Sohn, Du musst schwätzen mit Deinem Flugzeug. Es versteht Dich.“
Ruhig war die Luft auch an seinem besonderen Jubiläumsflug. Das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb im Winter mit klarer Luft, Schneefeldern, tiefstehender Sonne, langen Schatten und Nebelschwaden in den Tälern ist ohnehin außergewöhnlich. Nach der Landung gab es für den Jubilar einen Empfang mit Essen, Getränken und offenem Feuer vor den Hallen.