Beim Barhopper-Festival am Mittwochabend präsentierte sich Lörrachs Kneipenlandschaft vielseitig und lebendig. Über 2500 Besucher lösten Tickets.
Obwohl der Regen die namensgebende Wechselfreudigkeit der Gäste dämpfte, strömten die Besucher in Scharen zur Live-Musik in den Lokalen. Das Spektrum reichte von Nachwuchsbands bis Profi-Acts, von Blues, Rock und Jazz bis Elektronica und brachte die Stadt bis hinaus zum Jazztone, dem Beach 20 und der Kostbar zum Tanzen und Mitsingen.
„Über 2500 Besucher, damit sind wir sehr zufrieden“, so Veranstalter Nathan Doernbach. Gegen 21.30 Uhr hieß es an einigen Türen bereits: Jetzt kann nur noch einer rein, wenn einer rausgeht. Eine lange Schlange bildete sich etwa vor der Taverne Drei König mit ihrer Barhopper-Premiere. Betreiber Mick Gäntzel, Festivalurgestein („Das Festival ist genau mein Ding“), stemmte ein Doppelprogramm, indem er parallel auch den Heimathafen in der Brühlstraße bespielte – mit unterschiedlicher Publikumsstruktur: Dort feiert laut Gäntzel eher das jüngere Publikum, während sich in der Taverne „etwas ältere Buddies“ treffen.
Feierfreudige Menge
Schon seit Montag hatte man in der Taverne Möbel gerückt, um maximale Kapazitäten für die feierfreudige Menge zu schaffen. Dank eines eingespielten Teams mit 14 Stammkräften und 30 Aushilfen sei das gut machbar.
Zur Belohnung gab es ein volles Haus, als Yannick und Jürgen aus Grenzach-Wyhlen alias „Two Guys Making Music“ – „eigentlich unsere Hausband im Heimathafen“ – mit Pop- und Rock-Covern von den Red Hot Chili Peppers über Amy Winehouse bis hin zu Creedence Clearwater Revival für Stimmung sorgten.
Ähnlich dicht gedrängt stand das Publikum im Nellie Nashorn. Rund 80 Gäste, so die Schätzung von Geschäftsführer Patrick Dengl, scharten sich im Lokal um das „Wang Dang Trio“. Lukas Langenegger an Gitarre und Mikrofon, Kontrabassist Mario Sander und Schlagzeuger Oliver Kaiser ließen die Rock-’n’-Roll-Wurzeln der Fünfziger- und Sechzigerjahre aufleben. Mit Klassikern von Howlin’ Wolf, Muddy Waters oder John Lee Hooker lieferten sie den Soundtrack für all jene, die den knappen Raum zum Tanzen nutzten.
Salsa und Liederheft
Wer weiteren Bewegungsdrang verspürte, konnte beim Tanzwerk 3-Ländereck zu Salsa-Rhythmen über das Parkett wirbeln oder im randvollen „Vierzehn“ zu den treibenden Beats von DJ Boran Ece das Festival tanzend ausklingen lassen.
Freunde des Mitsingens kamen derweil im Café Pavillon auf dem Bahnhofplatz auf ihre Kosten. Dort spielten Tina & Joe, während das Publikum – ausgestattet mit Liedheften – aus voller Kehle in die Stücke einstimmte.
Das Tattoo-Studio Skin Art in der Bahnhofstraße setzte eigene Akzente. Inhaber Alex Haring bot mit rund 20 Tätowierern spontane „Walk-in Tattoos“ an.
Mindestens genauso bemerkenswert war jedoch die parallel laufende Registrierungsaktion für die DKMS: Gegen 22 Uhr hatten sich bereits rund 30 Gäste als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen, ebenso viele ließen sich ein Tattoo als bleibende Erinnerung an den Abend stechen.
Shuttle-Busse unterwegs
Über 20 Spielorte listete das Programm und dank Shuttle-Bussen waren auch die außerhalb des Zentrums gelegenen gut erreichbar.
Trotz des widrigen Wetters frequentierten etliche Barhopper die Freiluftangebote. Rund um den Marktplatz herrschte beständig reger Betrieb, vor der Merano Resto Bar trotzte das „Hot Spot Open Air“ dem Regen. „Die Gastronomen sind zufrieden, die Leute hatten Spaß – wir freuen uns jetzt schon aufs nächste Jahr“, bilanzierte Nathan Doernbach.