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UCI Mountainbike WM Carla Frick: "Man muss dafür brennen"

Von
Carla Frick Foto: Johnson und Archiv Frick

Gewöhnlich sorgt Carla Frick höchstpersönlich für die musikalischen Highlights. Klassik, Pop, Jazz – die ausgebildete Sopranistin ist auf allen musikalischen Feldern souverän unterwegs und begeistert mit ihrer herrlichen Stimme. Auf die andere Seite zu wechseln und andere Künstlerinnen und Künstler für das Rahmenprogramm der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Albstadt zu buchen, war für sie gewöhnungsbedürftig, wie sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten zugibt

Carla Frick, Sie kümmern sich um das musikalische Kultur-Programm im Rahmen der Mountainbike-WM in Albstadt. Was haben Sie gedacht, als man Sie gefragt hat, ob Sie diese Funktion übernehmen wollen?

Am Anfang dachte ich: Um Gottes Willen, warum fragt man mich das jetzt (lacht)?

Und? Warum hat man?

Ich kenne Stephan Salscheider über andere Projekte und Organisationen, in denen wir zusammenarbeiten. Er hat mich gefragt. Natürlich habe ich mich auch geschmeichelt gefühlt, dass man mich als Bindeglied zwischen Sport und Kultur haben möchte. Es war für mich nicht unbedingt kaltes Wasser, aber es hat mich doch jungfräulich erwischt (lacht). Aber man hat mich dabei an der Hand genommen und gesagt: Carla, alles kein Problem. Es ging vor allem darum, Inputs für die kulturellen Side-Events zu bekommen und das Netzwerk dafür zu haben.

Fahren Sie Fahrrad?

Nein! Ich war passionierte Radfahrerin während meines Studiums. Aber das war eher ein Stadtrad-Esel (lacht). Sportlich betätigen tu ich mich allerdings sehr gerne. Ich war am vergangenen Wochenende Skifahren. Gegen Geschwindigkeit und Fahrtwind habe ich nichts (lacht). Ich gehe auch sehr gerne Laufen. Für das Singen muss ich mich fit halten. Ich brauche Luft, um meine Arien zu schmettern.

Sie hatten also vorher keine Berührung zum Mountainbike-Sport?

(Lacht). Ich muss gestehen, dass ich vorher mit Radsport tatsächlich nichts am Hut hatte. Nicht, dass ich es nicht mochte, aber ich konnte der Sache bisher nichts abgewinnen, wenn ich das so krass sagen darf. Ich fand faszinierend, dass Albstadt eine Radsport-Hochburg ist. Das fand ich auch gut, aber ich habe mich selber davon immer ferngehalten. Die Wochenenden sind für mich selber ja auch Arbeitszeit. Umso schöner, dass ich jetzt einen Eindruck gewinne.

Sie waren also nie beim Weltcup vor Ort?

Doch. Im vergangenen Jahr, weil ich schon wusste, dass ich im Orga-Team bin. Da war mir einfach wichtig, die Abläufe kennenzulernen, die Strecke, das Flair mitzubekommen und einfach ein bisschen mitzuwachsen. Ich will ja nicht nur meine Sache machen, sondern will Teil des Ganzen sein.

Und wie war Ihr Eindruck?

Der Eindruck war großartig. Es ist ein krasser Sport, kein ungefährlicher Sport. Die Stimmung war super, hat mir sehr gefallen. Ich bin auch immer noch baff, wie man im Bullentäle die ganze Sache so am Laufen hält. Zu sehen, wie da was entsteht, ist schön anzuschauen.

Sie haben sich früh für eine musikalische Karriere entschieden.

Absolut richtig. Schon während der Schulzeit bestand bei mir kein Zweifel, dass ich das beruflich machen würde.

War auch die Richtung schon klar?

Die Klassik war das Hauptsteckenpferd, ja. Aber seit dem Studium mache ich auch viel im Bereich der Popmusik. Darüber bin ich sehr froh, weil es ein toller Ausgleich ist. Und weil ich als Freiberuflerin dadurch mehr Aufgabenfelder habe. Der Pop lässt mehr Spielraum als die Klassik, aber ich brauche beides. Inzwischen kann ich mir das eine ohne das andere nicht mehr vorstellen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich als Freiberuflerin gut durchkomme. Das geht nicht jedem Musiker so.

Mit Sportlern teilen Sie vermutlich die Leidenschaft für Ihre Sache.

Klar. Ich denke generell, dass Musik und Sport gut zusammenpassen. Das freudige Angespannt-Sein, bevor man auf die Bühne geht. Und wenn man beginnt, dann läuft’s.

Wie nach dem Startschuss.

Genau. Man muss dafür brennen. Und es ist schön, wenn die Zeit, die Energie und zum Teil auch das Geld, das man investiert, so schön belohnt werden.

Bei Sportlern würde man nach Karriere-Highlights fragen. Wie ist das bei Ihnen?

Das ist schwer zu sagen. Klar, man denkt an Reisen wie nach China gerne zurück. Aber ich bin eigentlich jedes Mal dankbar, auf der Bühne zu stehen, dass ich den Job machen und auch mit so vielen anderen tollen Künstlern auf der Bühne stehen darf.

Welche Projekte stehen aktuell bei Ihnen an?

Im Moment arbeiten wir in Balingen an einer Operette, Orpheus in der Unterwelt. Ein witziges Stück mit aktuellen Bezügen.

Sie unterrichten auch in Stimmbildung.

Ja, das ist manchmal gar nicht so einfach zwischen den beiden Feldern hin- und herzuswitchen.

Aber es befruchtet sich sicher auch gegenseitig.

Auf jeden Fall. Ich lerne durch das Unterrichten, weil ich mir da jedes Mal die Frage stelle: Warum mache ich das eigentlich? Es ist auch interessant, jetzt im WM-Organisationskomitee mal selber in die Situation zu kommen, Musikerkolleginnen und -kollegen zu buchen. Sonst bin ich ja immer selbst die, die gebucht wird.

Womit wir wieder bei der WM wären. Es geht ja um einen Outdoor-Sport. Mit welchen kulturellen Aspekten werden Sie die WM begleiten?

Generell geht es uns darum, Albstadt zu präsentieren, mit allen seinen Facetten. Nicht nur aus der sportlichen, sondern auch aus der kulturellen Perspektive. Wir werden in Ebingen und in Tailfingen Bühnen aufstellen, wo während des Events beziehungsweise hauptsächlich nach den Rennen ansässigen, altbekannten Künstler oder Newcomern eine Bühne geboten wird. Sie sollen nach den Rennen für gute Stimmung sorgen, natürlich nicht nur für die vielen Besucher, sondern auch für die Einheimischen. Ich vermute, dass nicht jeder, der hier wohnt, etwas mit Radfahren zu tun hat. Die sollen sich nicht ausgeschlossen fühlen, sondern eben auch was davon haben.

Können Sie uns schon Programmteile verraten?

Es steht noch nicht alles, aber da sind zum Beispiel zwei junge Künstler, zwei junge Pianisten, die auch der Elektro-Musik nicht abgeneigt sind. Das ist für eine After-Show-Party sicher eine tolle Sache.

Nach der anfänglichen Skepsis: Macht Ihnen Ihre Funktion im WM-OK inzwischen Spaß?

Ja, toll. Es ist schön zu sehen, wie man sich gegenseitig hilft. Die WM ist ja noch mal eine andere Hausnummer als der Charitylauf in Ebingen oder der Albstadt-Bike-Marathon. Es ist toll zu sehen, wie jeder einbringt, was er kann, und wir das zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Und auf was freuen Sie sich bei der WM am meisten?

Ich werde mich wahnsinnig freuen, wenn unsere Pläne Realität werden und alle Albstadt in guter Erinnerung behalten.

Die Fragen stellte Erhard Goller

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