Den Bogen von der Tradition zur digitalen Moderne spannten die Unabhängigen Bürger Lauterbach (UBL).
Zu diesem Anlass konnte die Wählervereinigung nicht nur Bürgermeister Jürgen Leichtle begrüßen, sondern auch Gastreferent Mark Finnern zum Thema Künstliche Intelligenz (KI).
UBL-Vorsitzender Ansgar Fehrenbacher eröffnete die Hauptversammlung. Zunächst erinnerte er an die verstorbene Sibylle Zerr, die sich seit 2014 für die UBL engagiert hatte. So war sie 2015 Mitbegründerin des „Netzwerks Willkommen Schramberg-Lauterbach“, das sich heute noch für die Integration von Geflüchteten einsetze.
Als schädlich bezeichnete er die öffentlich ausgetragenen Personalstreitigkeiten im Rathaus. Darunter habe die Kommunalpolitik gelitten. „Wir haben uns zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Dies muss im kommenden Jahr besser werden“, appellierte er.
Trauerspiel Dorfladen
Als Trauerspiel benannte er die Behandlung des „Dorfladen“. Trotz klarer Beschlusslage seit 2023 sei man nicht weitergekommen. „Statt zu machen, wurde diskutiert, Ideen präsentiert und verworfen mit dem Ergebnis, dass wir immer noch Einkäufe in Schramberg machen müssen“, kritisierte Fehrenbacher. Positiv zu vermerken sei, dass man mit der Arztpraxis im Haus des Gastes weitergekommen sei.
Als Ansporn für den Gemeinderat sah er die Machbarkeitsstudie für das ehemalige Hotel Schwarzwaldhotel im Unterdorf. Die Studie sei auf Initiative der UBL in Auftrag gegeben worden mit der Frage, ob und wie das ortsbildprägende Gebäude genutzt werden könne. Baukosten in Lauterbach seien gleich wie in Freiburg, Mieteinnahmen aber geringer, was eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung begrenze. Die Problematik spiegle sich auch im Mietspiegel wieder, wo die Miethöhe in Lauterbach um zwölf Prozent niedriger liege als in Umlandgemeinden.
Scheck fürs Jugendforum
Erfreut zeigte er sich über die Aktivitäten, die aus Anlass der 750-Jahr-Feier in Lauterbach stattgefunden hätten und gezeigt hätten, welche Kreativität in Lauterbach stecke.
„Mit der Scheckübergabe im Jugendforum zur Unterstützung der Renovierung haben wir gezeigt, dass uns Jugendarbeit am Herzen liegt. Lauterbach muss für alle attraktiv bleiben“, meinte er.
Demokratie stärken in Zeiten von Social Media anschließend Thema. Referent Mark Finnern stellte die Bedeutung des Ehrenamts in den Mittelpunkt. Arbeit im Gemeinderat sei wichtiger denn je, um die Demokratie vor Ort zu stärken – als Gegenpol zu Desinformation in sozialen Medien. Um diesen Geist zu verankern, griff er zur Ukulele: Er präsentierte das historische „Bürgerlied“ in einer von KI modernisierten Fassung, maßgeschneidert auf Lauterbach und die UBL.
Digitale Helfer
Dann ging es um Chancen der Technologie für Alltag, Parteiarbeit und Gemeindeverwaltung. Ein Thema war die Landeslösung „F 13“. Dabei handelt es sich um eine KI-Anwendung, die ohne Lizenzkosten zur Verfügung gestellt wird – ein Aspekt, der durch die Anwesenheit von Bürgermeister Leichtle besonderes Gewicht erhielt. Dass KI ganz praktisch funktionieren kann, zeigte die Vorstellung des „LauterBot“.
Ansgar Fehrenbacher zeigte sich begeistert von der Leistungsfähigkeit der Werkzeuge: „Ich habe viele ‚Wow-Momente‘ erlebt. Besonders die KI-gestützte Vorbereitung auf die letzte Gemeinderatssitzung war eine enorme Hilfe.“
Aufgrund dieser Erfahrungen plant die Fraktion, die digitalen Helfer tiefer zu nutzen. Ziel ist es, Verwaltungsaufgaben effizienter zu lösen und den Freiraum für Bürgeranliegen zu nutzen. Bürger seien eingeladen, den „LauterBot“ über den QR-Code zu testen.