Überragendes Niveau: SC Freiburg (links) gegen den FC Schalke 04 – kein Wunder, dass die Scouts in Oberndorf Schlange stehen. Foto: Fritz Rudolf

Längst ist alles organisiert, und die Topteams stehen in den Startlöchern. Doch vor der 28. Auflage des Oberndorfer U19-Turniers gibt es immer noch viele Neuigkeiten. Oliver Hauer und sein Organisationsteam haben alles im Griff – die AS Rom und ihre „Profis“ sind aber (noch) eine Wundertüte.

Vom 4. bis 6. August „brennt“ in Oberndorf beim Sparkassen-Finanzgruppe Cup sprichwörtlich wieder der Rasen. Wie groß der Stellenwert des Turniers ist, hat Organisator Oliver Hauer unlängst als Gast beim Turnier in Ergenzingen erleben dürfen.

Flum erinnert sich

Dort kam er mit Ex-Profi Johannes Flum (SC Freiburg, Eintracht Frankfurt, FC St. Pauli) ins Gespräch. Flum, jetzt Co-Trainer beim SCF, sorgte für Erstaunen bei Hauer: „Er konnte sich noch ganz genau an unser Turnier erinnern. Das muss ja 20 Jahre her sein. Der schilderte mir Einzelheiten und wusste sogar noch, wo die Turnhalle steht.“ Selbst die Teams, gegen die er gespielt hat, so Hauer, wusste Flum noch. Das kommt natürlich gut an – ganz sicher auch das Teilnehmerfeld der 28. Auflage 2023. In Gruppe A spielen die Brasilianer von Palmeiras, der VfB Stuttgart um ihren bestens bekannten Trainer Nico Willig aus Balingen-Heselwangen, Schalke 04 und die Dänen vom FC Midtjylland. Gruppe B bilden der SC Freiburg mit dem Oberndorfer Ruben Müller, der FSV Mainz 05, der FC Everton und die AS Rom.

Ruben Müller trifft für die U23

Apropos Ruben Müller. Das Toptalent kommt bei den Breisgauern immer besser zurecht. In der Vorbereitung durfte er bei der U23-Mannschaft reinschnuppern und mittrainieren. Im Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers verloren die Südbadener zwar mit 2:4, doch Müller machte mit seinem Treffer zum 2:3-Anschluss auf sich aufmerksam – klar, dass der ehrgeizige Oberndorfer natürlich auf einen Profivertrag hofft. Bei seinem Heimturnier wird er sicherlich wieder einer der gefragtesten Spieler im Neckarstadion sein.

Qualität ohne Ende

Fest etabliert in der Freiburger Drittliga-Mannschaft hat sich wohl Noah Darvich. Als Kapitän wurde der 16-Jährige mit der deutschen U17-Nationalmannschaft unlängst Europameister. Ob er allerdings dem Turnier-Kader des SC für Oberndorf angehören wird, ist noch nicht final entschieden. Darvich trainiert teilweise schon mit den Profis. Klar, die Fans würden ihn natürlich nur zu gerne in Oberndorf bestaunen dürfen.

Doch falls nicht: Der Qualität des Turniers täte es keinen Abbruch. „Ich hab mal gezählt. Über 70 Jugendnationalspieler aus rund 25 Nationen sind bei unserem Turnier am Start“, berichtet Oliver Hauer – und das zurecht mit Stolz.

Bundesligisten schicken Scouts

Das weckt natürlich Begehrlichkeiten. „Es ist schon beeindruckend, von wo die überall anreisen“, erklärt der Unternehmer und meint damit die vielen Scouts. „Die ganzen Bundesliga-Klubs sind da vertreten“, so Hauer, dem aber auch viele Anfragen ausländischer Klubs vorliegen. Freikarten sind für die Talentspäher natürlich selbstverständlich, einen reservierten Parkplatz können die Oberndorfer aber nicht garantieren, so Hauer mit einem Augenzwinkern: „Doch darüber hat sich bislang nur Uli Stielike beschwert.“ Doch auch Stielike, ehemaliger deutscher Nationalspieler und Trainer, wurde mit seinem Auto im Neckartal einst fündig.

Team von AS Rom als „Unterbau der Profimannschaft“

Bauchschmerzen plagen Oliver Hauer wegen solcher Lappalien natürlich nicht. Ein bisschen Anspannung macht sich bei ihm breit, wenn er an das Team von der AS Rom denkt. Die Italiener kommen mit 23 Spielern und 15 Betreuern angereist. Und das hat seinen Grund. Denn „dort ist es nicht so wie in Deutschland, dass die Profiklubs eine zweite Mannschaft haben. Die U19 ist praktisch der Unterbau der Profimannschaft“, so Hauer. Das hat zur Folge, dass die U19 absolut unter Profibedingungen geführt wird. Alle Spieler sind mit Profiverträgen ausgestattet. „Das ist für uns natürlich schon auch anspruchsvoll, da muss alles passen“, macht Hauer deutlich, sieht sein Team aber absolut gerüstet für alle Eventualitäten. Und freut sich ganz besonders darüber, dass er mit einem 250-köpfigen Team in die Turniertage starten darf. „Es ist schon toll, wie viele Freiwillige uns helfen und mitziehen.“

Live über Youtube

Und an die Zuschauer und Fans wurde natürlich auch gedacht – nicht nur an jene, die vor Ort sind. Über Youtube (Kanal wird zeitnah bekannt gegeben) werden alle Turnierspiele live übertragen, auch Interviews mit Spielern und Trainern werden dort zu sehen sein. „Kostenfrei“, so Hauer.