Der Sportverein Rangendingen engagiert sich auch beim Thema Integration: Zwei Spieler aus Neuguinea und der Elfenbeinküste sind neu bei der U17-Mannschaft dabei. Und das mit Erfolg.
Die B-Junioren (U17) des Sportvereins Rangendingen (SVR) sind Meister in der Kreisklasse. Laut dem Verein belegt die hervorragende Integration zweier Flüchtlinge in die Mannschaft die Wichtigkeit des Sports für die Gesellschaft.
Nicht nur sportlich, sondern auch integrativ zeigten sich die SVR-Jungs meisterlich: Die beiden Rückrunden-Neuzugänge Ibrahim Kaba und Alpha Mamadou Kaba sind zwei Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste und Neuguinea und wirbelten kräftig in der Offensive.
Harmonie im Team als Quelle des Erfolgs
Mit insgesamt 18 Toren trugen sie maßgeblich zum Gewinn der Meisterschaft bei. Die schnelle und reibungslose Integration der beiden 17-Jährigen sei der größte Gewinn. Dabei gehe es nur geringfügig um das Sportliche.
Vielmehr stehe der SV Rangendingen für Vielfalt sowie ein kameradschaftliches und soziales Miteinander, betont Trainer Johann Gunesch. Gunesch hat sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass die beiden Kabas zügig einen Spielerpass des WFV (Württembergischer Fußballverband) erhielten und somit nicht nur trainieren sondern auch vollumfänglich die Pflichtspiele bestreiten konnten.
„Das sind einwandfreie Jungs, die sich toll ins Teamgefüge integriert haben. Es war uns sehr wichtig, dass sie schnell spielberechtigt sind“, so der Trainer. Das sei mit der wichtigste Teil der Integration. Ansonsten fühle man sich als Mensch zweiter Klasse. Zwar waren sämtliche Behördengänge notwendig, „das war es aber allemal wert“, so Johann Gunesch weiter.
Die Mannschaft habe es den beiden darüber hinaus sehr leicht gemacht, so der Trainer: „Der Sport, insbesondere der Fußball, lebt die Werte vor, die in der Gesellschaft wichtig sind – auf und neben dem Platz sind alle gleich. Unsere B-Jugend geht hier mit sehr gutem Beispiel voran“, ergänzt Rico Gunesch die Ausführungen seines Vaters.
Dass die Mannschaft als Kollektiv kameradschaftlich sehr gut harmoniere und funktioniere, hab sie mit dem sportlichen Erfolg belegt. Auch Ibrahim Kaba und Alpha Mamadou Kaba sind glücklich, schnell Anschluss in Rangendingen gefunden und in der Mannschaft Freundschaften geknüpft zu haben. Auch mit der deutschen Sprache klappt es immer besser. Lediglich wenn das Hochdeutsche mit dem Schwäbischen vermischt wird, wird es manchmal etwas schwierig.
Dieser Umstand führt laut einer Mitteilung des Vereins zwar das ein oder andere Mal zu lustigen Situationen, aber ist ebenso Teil der Integration im Herzen Baden-Württembergs.
Die Spieler holten sich den Titel mit 15 von 18 Punkten
Sportlich scheint sich die Integrationsarbeit bezahlt zu machen: Mit einer sehr erfolgreichen Rückrunde haben sich die Rangendinger B-Junioren des SV Rangendingen die Meisterschaft in der Kreisstaffel gesichert. Mit 15 von 18 möglichen Punkten und einem Torverhältnis von 33:4 holten sich die Mühlwasen-Kicker den Titel. Alpha Mamadou Kaba und Ibrahim Kaba halfen laut dem Verein der Mannschaft in der Breite und Spitze weiter.
Das Team erlitt in der Rückrunde nur eine Niederlage gegen die Spielfreunde Bitz. Bei einem Heimspiel sicherten sich die Rangendinger Nachwuchskicker dann mit einem 5:1-Ergebnis den Titel und konnten stolz die Meisterwimpel in Empfang nehmen.